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229.  Ihr seid Meine Freunde, so ihr tut, was Ich euch gebiete!

229.
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1. Mai 1881
Johannis 15,14
"Ihr seid Meine Freunde, so ihr tut, was Ich euch gebiete."

Liebe Kinder!

Diese Worte gelten euch besonders. die ihr Mir besonders nahe stehen wollet, weil Ich diese Bedingung nicht unterlassen kann; denn nur durch die Tat könnet ihr immer mehr zu Mir geführt werden, weil die Liebe eine Gabe von Mir oder das anvertraute Pfund ist, mit dem ihr wuchern sollet, dieser Wucher kann nur mittelst der Tat getrieben werden, und die Liebe kann bloß durch Ausübungen sich vervollkommnen und vermehren.
Wenn ihr z.B. Liebe einem Undankbaren erzeigen sollet, so werdet ihr Abneigung gegen diesen in euch fühlen; nun eben in solchen Fällen muß aber die Liebe sich so verstärken, daß sie das Übergewicht gegen die Abneigung erhält, und somit liegt in Ausübung der Liebe das Mittel, diese selbst zu vergrößern durch Geduld.
Ebenso liegt im Handeln auch das Mittel Mir gegenüber, um Mich mehr lieben zu lernen; denn es dünkt sich manche Seele oft sehr gut und fromm, wenn sie gute Vorsätze fasst, und meint, sie habe dadurch mit Mir einen großen Freundschaftsbund geschlossen.
Es ist dies wohl auch gut; aber wenn es bei dem Vorsatze verbleibt und nicht darnach zur Tat geschritten wird, so erkennet ihr nicht, wie viel euch noch fehlt an Kraft, denn zwischen Vorhaben und ausführen ist ein großer Unterschied.
Bedenket, was Ich Selbst als Gott wäre, wenn Ich die höchsten Ideale Meiner Liebe nicht verwirklicht hätte! Wo wäre dann die Beglückung Meiner Wesen geblieben, die gleichfalls bloß Ideal geblieben wäre?
Der größte Punkt der Beglückung ist die ausführende Tat; denn nur sie verbindet, wie ihr es in euren täglichen Verhältnissen sehen könnet. Wenn Freunde einander noch so viele Liebesversicherungen geben, aber nicht die Gelegenheit benützen, solches in der Tat zu beweisen, so kann eine derartige Liebe vom Wind hinweg geblasen werden, und es hört dann das Ohr sogar Verleumdungen des Freundes mit Ruhe an, wenn es nicht durch Tatsachen Beweise der Liebe hat.
Darum Ich auch sagte: "Seid Täter des Wortes und nicht Hörer (oder Leser) allein, damit ihr euch selbst nicht betrüget!"
Nicht ist es etwa ein Tribut, den Ich von euch verlange durch Gehorsam in der Tat, sondern, weil die Ausführung ein Bestandteil der Liebe ist, und zwar derjenige, der das Leben in sich birgt, darum kann diese nicht getrennt oder verlassen werden, gleichwie es bei Mir Selbst der Fall ist.
Nach Meinem Bilde seid ihr ausgestattet; das Ideal, der Verstand, und die Liebe sind Triebfedern zur Erschaffung edler Werke. Was hätte aber ein Triebwerk für einen Wert, wenn es sich täglich auch in Bewegung setzte, aber den Zweck nicht erreichte, zu welchem es bestimmt ist, und ebenso, was hat die Liebe für einen Wert in euch, wenn sie nicht außer euch ihre wirkende Kraft ausübt?
Also erkennet doch zuerst, was Liebe ist, und strebet danach, sie immer mehr zu vervollkommnen, damit ihr den Spruch ganz auf euch anwenden könnet: "Daran wird man euch erkennen (daß ihr Meine wahren Jünger seid), so ihr Liebe habt," d.h. so ihr wahre Liebe übet; denn die Liebe muß jetzt bei Meinen Kindern geordnet werden, ehe die höchste (ewige) Liebe mit ihnen Hand in Hand wirken kann.
Die Vaterliebe will Kinder in der Tat und in der Wahrheit!

Amen!

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