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230.  Gottesliebe – und Weltliebe

230.
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8. Mai 1881
Gottesliebe und Weltliebe – Psalm 16 –

Liebe Kinder!

David, der Hirtenknabe und später König von Israel, heißet ihr "einen Mann nach dem Herzen Gottes" oder nach Meinem Herzen.
Darum leset, was er in der Fülle seiner Liebe zu Mir aussprach; denn er erkannte gar gut die Bedingungen, welche dazu gehören, um Mich im Herzen so zu besitzen, daß dieses Besitzen eine Lust und Wonne verschafft.
Wer bloß es für Pflicht hält, Mich aufzunehmen, in dem ist nicht die göttliche Liebe, sondern nur die Lohnsucht, die nichts nach Meinem Willen zu wirken vermag.
Das Erkennen Meiner Gottheit im ganzen Sinne, sowohl nach Meiner Macht, als nach der Liebe und Heiligkeit gehört dazu, um diese Liebe und dieses Vertrauen zu erreichen, wie es einst David aussprach.
Und wo lernte er dieses? Ich sage euch: Mehr in seiner Armut als Hirtenknabe, wo ihm das Buch der Natur aufgeschlagen und eine Beeinflussung von oben weit mehr möglich war, als wenn dieselbe, d.h. ihre Strömung, in bevorzugter Stellung, durch glänzendes Metall, sei es Gold, Silber oder Edelsteine gehindert wird.
Es ist dieses schon darum, weil die Natur ihre Üppigkeit durch die Sonne und zwar in deren Licht und Wärme erhält, wo Ich Mir das Wachstum der Pflanzen und die ganze Entwicklung der Schöpfung Selbst vorbehalten habe, darum dieselbe auch nur Liebe und Nutzen entfaltet, und zwar so, daß ohne Menschenhand vieles sogleich genießbar ist (wenigstens für einfache Menschen, wie die Vegetarier). Es ist da mit allem ein wohltuender Zweck verbunden, und somit von Mir ausgehend; während die Metalle, welche die verblendete Menschheit so hoch beglücken, im finsteren Erdreich gesucht werden müssen, und erst nach unsäglicher Mühe so weit gebracht werden, daß man sie bloß anschauen kann; aber sie haben nicht einmal etwas Heilbringendes für den Körper in sich, höchstens Gifte.
Wie viel mehr Schaden aber richten sie dem Geiste gegenüber an! Sie ziehen die Menschen der ihnen huldigt, hinab bis in die Grube, wo sie gegraben werden, um sich da zu verbergen vor denen, die ihr Haupt froh emporheben, wie die munteren Vögelein, welche ihren Schöpfer durch die wohltätige Einwirkung der Natur lobpreisen.
Sehet, so wie zwischen Natur- und Metall-Freude ein großer Unterschied ist, so besteht dieser auch im geistigen und materiellen Leben. Das geistige Leben kanndurch Meine Liebe befriedigt werden, das materielle Leben aber (wer sich nämlich in dasselbe ganz hineinstürzt) nur durch Sorgen und Mühen; und wie einst David seine Lobpsalmen als Hirtenknabe machte, und seine Klagelieder als König, so ist es heute noch.
Auf dem Felde und in den Hütten werden Mir mehr Danklieder gebracht, als in schimmernden Gold- und Industriepalästen; darum sage Ich euch: wenn Ich wiederkomme, werde Ich zuerst solche besuchen, die ihre Danklieder in der Armut singen lernen, weder Gold noch Silber zu ihrer Beglückung von Mir erwarten, und erst dann, wenn die großen Materialisten einen Austausch bei Mir machen wollen, kann auch ihnen Meine ganze Liebe zugeteilt werden.
Darum finden auch immer große Vorarbeiten auf der Erde statt, oft im Ganzen, oft bei Einzelnen durch besondere Ereignisse und Verluste, welche die Wertlosigkeit des Besitzes klar machen sollen, damit auch solche Heimgesuchte dennoch nach vielen Kämpfen und Verlängerungen sagen lernen:
"Das Los ist mir gefallen auf`s Lieblichste, mir ist ein schönes Erbteil geworden!"
So, liebe Kinder, habt ihr ein Bild vom wahren Reichtume! Strebet nach demselben; er ist euch ja hingelegt, es kommt alles bloß auf euch selbst an, ob ihr denselben zu würdigen wisset, und prüfet euch, wie viel ihr noch umzutauschen habt zwischen der Liebe zu Mir und zwischen der Liebe zum weltlichen Besitze, damit ihr mit Paulus ausrufen könnet:
"Denn ich achte alles für Schaden und Kot gegenüber der überschwänglichen Gnade Jesu Christi."
Ein David, ein Paulus und noch viele Meiner Kinder werden euch einst dort empfangen, von denen ihr euch nicht mit eurer menschlichen Schwachheit entschuldigen könnet. Auch sie waren Menschen; aber sie haben auf den Mahnruf geachtet und danach gelebt, den Meine Liebe ihnen zukommen ließ; auch euch ist vieles anvertraut, und es wird einst auch viel von euch gefordert werden!

Euer Vater!

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