242.
************
31. Juli 1881
"Er sprach zu dem, der Ihn geladen hatte: Wenn du ein Mittag- oder Abendmahl machest, so lade nicht deine Freunde, noch deine Brüder, noch deine Verwandten, noch deine Nachbarn, die da reich sind, auf daß sie dich nicht etwa wieder laden und dir vergolten werden!" – Lukas 14, 12 –
Liebe Kinder!
Obschon Ich diese Worte sprach, als Ich bei einer Gelegenheit über allgemeine Lebensregeln sprach, so sind dieselben doch von geistiger Bedeutung, und gehören gleichfalls wie in die Bibel, so auch zu euren Erziehungsregeln, sowohl dem äußeren Sinne nach, als nach ihrer geistigen Bedeutung, weil jede Handlung Ausdruck des Innern ist. Darum Ich als der Allwissende oft ganz anders Mein Urteil fälle, als die Menschen, die nur kurzsichtig und meistens lieblos dabei sind.
Auch in dem kleinsten Vorkommnisse liegt oft eine gewichtige Triebfeder zu Grunde, wie z.B. bei dem Obenansitzen, wo die Erhebung als die Wurzel so vieler Sünden stark ausgeprägt ist; dann aber auch noch beim Einladen zum Mahle.
Am liebsten suchen die Menschen mit solchen in Verkehr zu kommen, die nach äußerem Stande ihnen am nächsten und bequemsten sind, und ihnen für ihre Liebe und Freundschaft Gegengenuss bieten; aber diese Liebe ist noch lange nicht die echte, wahre, welche Ich von Meinen Kindern verlange, dieselbe soll weit uneigennütziger sein, sie soll ihren Gegengenuss im Beglücken suchen, was ihr dadurch möglich ist, daß sie ihre Liebe solchen Armen zuwendet, die in der Lage sind, bloß anzunehmen und nicht wiederzugeben.
"Wenn du ein Mittagsmahl machest, so lade nicht deine Freunde"; unter dem Mahl ist ein Genuss verstanden, der ein gemeinschaftlicher und jedem freundlich angeboten ist, der dazu geladen ward. –
Es ist nun die Zeit, wo Ich zum großen Mahle auch durch euch einladen lassen will, damit durch das wahre Himmelsbrot noch viele gesättigt und erquickt werden sollen; darum Ich euch heute auch auf die Verhaltensregeln hinweise, die ihr beobachten sollet, eben so wie dieselben hier beschrieben sind.
Auch jetzt sage Ich wieder wie einst: "Ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen;" ebenso geht es mit der Bibel, Meine direkten Worte sollen nicht Neues bieten, sondern vielmehr anreizen, die Bibel mit mehr Nachdenken und Selbstprüfung zu lesen, damit der heilige Geist dabei zugänglich sein und immer mehr erleuchten kann. Darum ladet auch ihr ein nach Meinem Sinn, bietet auch den Armen Brot an, und trauet Meiner Verheißung, daß Ich es einst vergelten werde.
So leset mit immer mehr Verständnis Meine Aufträge in der Bibel, damit ihr erkennet, daß kein anderer Gott euch regiert, als der wahre Bibelgott; und ihr werdet euch immer mehr überzeugen, daß Ich es bin, damit auch andere durch manche Stellen in der Bibel beweisen können, daß euer Streben biblisch ist, besonders wenn ihr wirklich darnach zu handeln bemüht seid; so segnet euch euer Jesus.
Amen!
NEUOFFENBARUNG