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20. November 1881
Ein Rückblick aufs verflossene Jahr.
Liebe Kinder!
Schon wieder ist nach eurer Kirchen-Ordnung ein Kirchenjahr zu Ende!
Wie Viele unter den Christen sind es wohl, die sich prüfen, ob sie an geistigem Segen bereichert worden sind, ob die vielen Feste und Gedächtnistage an Meine Person in ihnen Liebe zu Mir erzeugt haben, ob wohl der Same des göttlichen Wortes, das in dieser Zeitperiode ( des verflossenen Jahres ) ausgestreut wurde, aufgegangen ist, und Früchte getragen hat?
Stellet euch diese Frage recht vor und prüfet sie, so könnet ihr einen Einblick tun in das Verhältnis, das zwischen Mir und der kirchlichen Gesellschaft besteht.
Wie wenig Früchte der Liebe, der Duldung, der Demut sind es, die Mich da erfreuen können; immer ist es die alte Form, die da den Schein der Liebe bloß hat; aber nicht die Liebe in sich birgt, welche durch Tat und Wahrheit Mich immer mehr zu verherrlichen sucht!
Oh wer einmal anfängt, die Liebe in Tat zu verwandeln, der wird erst zum Genusse kommen der vielen Segnungen, die jedes Fest, jeder Akt in Meinem Leben noch besonders bieten. Ich werde dabei das Erleuchtungsamt führen, damit so der freie Wille, der sich Mir übergeben hat, statt Kampf zu fühlen, zur Lust und Freude wird, Meine Gebote zu halten.
Solch eine Seele wird immer mehr sich klar werden, daß in der Ausübung selbst der größte Lohn verborgen liegt, weil sie dadurch sich immer mehr zu veredeln Gelegenheit hat; denn Meine Gebote verlangen Liebe. Weil Ich in Meinem Urwesen Liebe, und dadurch der Mächtigste, Heiligste und Reinste bin, so muß Ich diese Eigenschaft so schätzen lernen, daß sie Alles daran setzen, dieselbe immer völliger zu besitzen, kann Ich keine weitere Gnadengaben austeilen, weil dann die richtige Anleitung fehlen würde, dieselben nach Meinem Sinne zu verwenden.
Benützet daher mit besonderem Fleiß alle Vorkommnisse, welche euch Gelegenheit bieten, eure Liebe zu verstärken; hauptsächlich in Fällen, wo ihr auf wenig Gegenliebe rechnen dürfet.
Seid wach, ob nicht ein solcher Fall eine besondere Aufgabe in sich birgt, die euch lehrt Natürliches dem Geistigen unterzuordnen; und wenn euch solches gelingt, so wisset, daß eine innere Freude euch bestimmt ist, die Ich euch Selbst schenke, und die daher auch dem finsteren Zerstörer unantastbar ist, wodurch er sich an euch ärgert, und euch den Rücken kehrt, weil er die hohe Bedeutung solcher Liebe wohl kennt und weiß, daß dadurch seinen listigen Anläufen ein Damm gebaut ist.
Denn wo diese Liebe das Herz regiert, die um Meinetwillen trägt und duldet, da bin Ich Selbst eingezogen; und weil Ich jetzt wiederum Einzug halten will, so bereitet Mir eine wohl gereinigte Stätte, damit Ich bei euch wohnen kann als Vater unter wahren Kindern!
Gedenket der Worte Johannes 17, 21, wo Ich die Bitte und den Wunsch aussprach, durch diese Liebe mit euch Eins zu sein, "auf daß die Liebe, damit Du Mich liebst, sei in ihnen und Ich in ihnen!"
Amen!
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