← Zurück zu „Vaterbriefe Band 2“

257.  Vom treuen Haushalter

257.
************
13. November 1881 
"Wie ein groß Ding ist es um einen treuen und klugen Haushalter!" – Luk. 12 –

 
Liebe Kinder!

Diese Worte werden so gerne gebraucht bei der Verwaltung irdischer Güter, und viele meinen, daß sie sich dadurch über ihre "Sparsamkeit" rechtfertigen können, welche gerne Schätze auftürmt, und sich dabei noch ihres großen Vertrauens auf Mich rühmt; während Ich oft denselben nicht einmal eine Glaubensprobe auflegen darf, welche mit Verlust zeitlicher Güter zusammenhängt, damit sie Mir nicht gänzlich untreu werden.
Ich muß Mich mehr nach ihnen richten, anstatt daß sie nach Mir sich richten sollten; darum habe Ich auch Meine Lehre so gegeben, daß sie jeder wieder besonders dem Sinn nach auslegt. Es sind wohl nicht Zwei, die den Sinn derselben gleich auffassen, denn bei Jedem wirkt der Zustand im Innern mit. Deshalb ist z.B. bei der Deutung von Treue so vielfache Auslegung, weil eben der Geiz wie die Habsucht so stark bei den Menschen vertreten ist, und sie dieselben "Treue" nennen!
Darum Ich hier von einem Haushalter rede, welchen der Herr über sein Gesinde setzt, daß er ihnen zu rechter Zeit ihre Gebühr gebe!
Es ist hier die Treue in Befolgung der Nächstenliebe verstanden, die sich ausdehnt nicht allein auf Brüder und Schwestern, sondern auch auf solche, die durch ihre Armut darauf angewiesen sind, ihr Brot bei den Besitzenden zu suchen.
Diese ( die Armen ) haben ihr Pfund im wahren Gottvertrauen zu vermehren, während die Besitzenden dereinst mehr für ihre ( Treue oder Untreue in der ) Nächstenliebe verantwortlich sind.
Daher suche Jedes treu zu sein, in den Verhältnissen, darein es von Mir aus gesetzt ist. Hier rede Ich bloß von denen, die sich "Meine Kinder" nennen und ihre Führung in Meine Hand gelegt haben; denn auch bei ihnen ist ein großer Unterschied der äußeren Verhältnisse, darum soll Jedes wachen und beten, daß das ihm angewiesene Verhältnis ihm auch zum Segen werden kann und nicht zum Fluche; denn hauptsächlich Meinen Kindern gilt das Wort: "Der Knecht aber, der seines Herrn Willen weiß und hat sich nicht bereitet, auch nicht nach Seinem Willen getan, der wird viele Streiche leiden müssen."
Also prüfet auch ihr euch genau, wie weit ihr bereit seid Mein plötzliches Erscheinen ertragen zu können, sei es durch äußere Zeichen, oder durch den Todesboten, und wie viel ihr noch unterlassen habt zu befolgen mit dem falschen Troste: "Mein Herr verzeucht zu kommen", während Ich euch doch in der Heiligen Schrift warnte.
Darum seid auch ihr bereit; denn "des Menschen Sohn wird kommen zu einer Stunde, da ihr es nicht meinet."
Die Worte in diesem Kapitel habe Ich damals zu Meinen Jüngern gesprochen, darum sie eingehende Verpflichtungen enthalten, welche Ich also auch von Meinen wahren Nachfolgern verlangen kann, und darum lege Ich dieselben auch euch ganz besonders ans Herz, weil auch ihr mehr Pfunde übernommen habt, als viele Andere, und Ich will deshalb zuerst bei euch anklopfen, wenn Ich im Anzuge bin.

Euer Vater! Amen!

← Zurück zu „Vaterbriefe Band 2“