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Zum 2. Advent 1881
"Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden!" – Matth. 28. 18 –
Liebe Kinder!
Diese Worte vergesset ihr so gerne, um euch damit zu beruhigen, wenn es euch oft bange wird, teils bei dem Erkennen eurer großen Schwachheit, wo ihr oft noch so wenig Kraft in euch verspüret, dieses oder jenes um Meinetwillen zu tun oder zu lassen; das eine Mal fürchtet ihr den Spott der Weltmenschen, etwas zu tun, woran sie erkennen würden, daß höhere Antriebe es sind, die euch zu einer Tat veranlassen; ihr berechnet dabei eure Niederlage und höret nicht den Spruch in euch, wo Ich der Allmächtige sage: "Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden!"
Würdet ihr dieses Spruches eingedenk sein, so könnet ihr wieder in umgekehrten Fällen um Meinetwillen Manches verleugnen, was euch sonst mit eurer eigenen Kraft zu schwer dünkt. Wenn ihr Mich wahrhaft liebet, so ehret Mich auch als Den, Der Ich bin, als den Allmächtigen, dem ihr euch sorglos anvertrauen dürfet, ohne daß euer natürlicher Verstand vorher Bedenken trägt, und ihr so euch selbst zu schützen glaubet.
Schon von Anbeginn der Welt sagte Ich Meinen Kindern: "Ich bin der allmächtige Gott, wandelt vor Mir und seid fromm!" Aber Meine Allmacht soll euch nicht schrecken, sondern vielmehr euch im wahren Vertrauen stärken, und das wird auch der Fall sein, wenn ihr euren Wandel so einrichtet, daß ihr Mich dabei im Auge habt als Den, Der alles sieht, alles hört, alles weiß!
So ihr dies tuet, so bleibet ihr fromm, und werdet gleich den Engeln allzeit schauen das Angesicht des Vaters und nicht des Richters, d.h. ihr werdet ruhig wandeln auf dem Pfade, der euch zugewiesen ist, und sollte eure eigene Kraft euch im Stiche lassen, so werdet ihr Ruhe finden in den Worten: "Mir ist gegeben alle Gewalt".
Dies hat euch euer Vater gesagt durch Jesum auf Erden, und diese Worte behalten ihre Wirkung in alle Ewigkeit, und was ihr in Meinem Namen tuet und aus Liebe zu Mir, soll euch tausendfältige Früchte tragen.
Darum ihr Lieben bedenket: "Ich stehe vor der Tür und möchte euch segnen. Forschet also schnell, was ihr noch habt (als hinderlich), um es als ein Opfer Mir darzubringen, und glaubet, daß Ich alles, auch eure unreinen Wünsche, Begierden und Leidenschaften, so ihr dieselben um Meinetwillen los werden wollet, euch abnehmen will.
"Gib Mir, Mein Kind, dein Herz", (und laß deinen Augen Meine Wege wohl gefallen!).
Dies ist Meine immerwährende Bitte an all Meine Kinder; Mir ist ja gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden! Darum können auch in Meinem Namen Wunder geschehen und Siege errungen werden, die der natürliche Mensch nicht zu fassen vermag; denn es gibt für Meine wahren Kinder keine Gefahren, die mit Meiner Hilfe nicht nur für sie unschädlich gemacht, sondern sogar in Segen verwandelt werden können.
Darum bereitet den Weg, darauf Ich als Herr und König recht bald einziehen kann in euer Herz, und sorget in dieser Adventszeit, daß es nicht beim Anklopfen und Hereinrufen stehen bleibt, sondern daß der Einzug in Wirklichkeit geschehen kann!
Amen! Euer Jesus!
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