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265.  Zum Erscheinungsfest: Der Stern ist der Zug zu Gott

265.
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Erscheinungsfest 6. Jan. 1882

Liebe Kinder!

Es haben die Drei aus dem Morgenland ihren neugeborenen König aufgesucht auf einem gefahrvollen und beschwerlichen Wege. Große Strecken mußten sie zurücklegen, und dabei waren sie noch nicht ganz des Ortes kundig, wo sie Denselben finden könnten; aber der Geist trieb sie dazu an, sie hatten die innere Überzeugung, daß das, was sie in sich wahrnahmen, Wahrheit ist.
Somit rüsteten sie sich zur Reise, mit Gold, Weihrauch und Myrrhen versehen; sie wollten nicht leer vor ihrem Könige erscheinen, sondern Ihn durch Beweise ehren.
Es ist dieses "sich auf den Wegmachen" der drei Weisen eine Entsprechung für den Gang der einzelnen Seelen; denn auch eine jede Seele hat den Zug in sich nach einem höheren Wesen, um sich mit Demselben zu vereinen. Sie wird dadurch angetrieben, diesem Zuge zu folgen, und nachzuforschen, wo und wie sich dasselbe finden läßt.
Der Stern, oder die innere Erleuchtung, deutet ihr die Richtung und den Ort an, und wenn sie dann diesem Winke folgt, so begibt sie sich auf den Weg, oder auf die Reise nach etwas Besserem; sie achtet nicht der Mühseligkeiten und Beschwerden, welche zwischen ihr und ihrem himmlischen Könige liegen, sondern sie ist nur darauf bedacht, vor Demselben nicht ganz leer zu erscheinen.
Darum nimmt sie Gold, Myrrhen und Weihrauch mit, d.h. die Liebe, den Gehorsam und das Gebet, um diese ihrem Könige zu Füßen zu legen.
Beglückt ist sie, wenn sie ihren Herrn und Gott findet, und zwar, wie einst die drei Weisen nicht achteten des geringen Ortes, sondern die innere Überzeugung hatten, daß in der Bethlehemshöhle Derjenige war, Den sie suchten; so auch weiß eine jede Seele, die dem Zuge ihres Innern Gehör schenkt, daß nur im unscheinbaren Tale der Demut sie ihren Herrn und König aufzusuchen hat, und dort Ihm am würdigsten dienen und Ihn verehren kann.
Und gleichwie die Gaben der Weisen dazu dienen mußten, um Mich damit zu versorgen auf der Flucht nach Ägypten, so sollen heute noch die Liebe, die Tat (der Lebenswandel) und das Gebet Meiner Kinder ein Mittel sein, Mich vor dem gänzlichen Beseitigen bei den Menschen zu bewahren, und Mir zu Meiner Herrschaft bei denselben zu verhelfen.
Darum, ihr lieben Kinder, merket auch ihr recht fleißig auf den Zug in eurem Innern; denn euch ist der Stern (oder die lautere Wahrheit) aufgegangen, welcher zu Mir führt; machet euch auf, Mich zu verherrlichen.
Und obwohl jetzt gleichfalls viele Herodesse da sind, welche Mir nach dem Leben trachten, oder die Seelen verfolgen, welche Mir anzugehören sich bemühen, sorget darum doch nicht, auch euch ist ein Führer bestimmt, der euch übers Gebirge bringt, ohne daß ihr Schaden nehmet; nur müßet ihr ebenso von Meiner Gottheit im Kinde Jesu überzeugt sein, wie die Weisen und mit Mut und Freuden eure Gaben mir darbringen, welche Mir wohl gefallen.
So soll auch dieses Fest euch zur inneren Betrachtung führen, und habe Ich euch hier abermals eine weitere Entsprechung aufgedeckt, die in diesem Akte liegt, damit euch das Fest zum Segen werde.

Amen! Euer Vater in Jesu!

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