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Sylvesterabend und Neujahr 1881 – 1882
Luk. 4, 25 1. Kap. 17
Liebe Kinder!
Am Schlusse des Jahres sind auch Meine Kinder viel mehr geneigt, mit Sorgen das neue Jahr anzutreten, fragend: "Was wird das kommende Jahr mir bringen? Freude oder Leid?" Jedes wünscht sich im Stillen Angenehmes.
Über diesem Wünschen vergißt die Mehrheit zumeist, zurückzublicken, auf die verlebte Zeit, um dort nachzusuchen, was diese Zeit ihm dargeboten hat.
Und da Ich hier mit euch als geistige Kinder rede, welche ihre geistige Pflege Mir übergaben, und Ich euch also erziehen will, so suchet, was euer geistiges Leben im verflossenen Jahr gewonnen hat, an Tugenden, an Liebe, am Vertrauen, an Selbstverleugnung usw.; so wird euch Meine Langmut dabei zum Troste werden, und ihr könnet aufs Neue es mit Mir halten.
Von euren Gemeinschaftsgliedern wird jedes dem andern bekennen müssen:
"Der liebe Vater hat mir manchen Segen zufließen lassen, sowohl durch äußere Gnaden und Seine Worte, und im gegenseitigen Verkehr, als auch durch ein stilles Anklopfen bei Mir selbst."
Ich sage euch nun, wie einst Elias allein gen Sarepta (der Sidonier) zur Witwe von Mir gesandt wurde, um dort sein Leben zu fristen, so sende Ich auch euch vor vielen anderen Gemeinschaften Mein wahrhaftiges Wort, auf daß es bei euch zum Leben werde.
In eine arme Hütte kehrte Elias ein, und zuvor mußten ihn noch die Vögel und Raben ernähren, und das Wasser des Baches ihn erfrischen, ehe er in diese Hütte gelangte.
So geht es Mir gleichfalls auf eurer Erde! Die Tiere und Vögel haben mehr Lob und Dank für Mich, als die Menschen; darum mußte Ich zu Elias Zeiten den Himmel verschließen, und Meine Güte und Fürsorge den Menschen auf einige Zeit entziehen, weil sie weder Mich noch Mein Wort durch den Propheten hören wollten.
Doch wie Ich einst den Elias versorgte durch eine arme Witwe, so will Ich wiederum zur Zeit der Heimsuchung, eine Gemeinde vor anderen auswählen, wo Mein Wort als von Mir ausgehend anerkannt und befolgt wird, und Ich will dafür sorgen, daß es diesen weder an Brot noch an Öl mangle, sondern die Liebe und Weisheit soll ihnen stets zufließen von Oben, gleichwie es der Witwe verheißen war (1. Kön. 18,14): "Das Mehl im Kad solle nicht verzehret werden, und dem Ölkrug solle nichts mangeln, bis auf den Tag, da der Herr es regnen lassen wird auf Erden."
An diese Verheißung möget auch ihr euch halten, wenn es euch bange wird, beim Überblick eurer Dürftigkeit, sowohl leiblich als geistig, nämlich, daß wo Ich anordne, kein Mangel vorhanden, und eine arme Witwe sogar zur Abhilfe bestimmt ist.
So auch du, arme Witwe, oder "Gemeinschaft in Meinem Namen“ wisse, daß du unter vielen anderen Witwen oder Gemeinschaften bist vorgezogen, Mein Wort zu erhalten, und es zu verbreiten nach Meiner eigenen Eingebung.
Also freue dich, wenn es dir vergönnt ist, mit deinen Nebenmenschen das Mehl und das Öl zu teilen, und glaube, daß Ich sowohl leiblich als geistig der alleinige Geber bin, aber sorge auch, daß du mit freudigem Herzen die aufnimmst, die Ich dir zuweise, damit du Mich nicht als einen strafenden Vergelter zu fühlen bekommst, wie Ich einst zu Ahab`s Zeiten den Himmel verschloß, daß weder Regen noch Tau das Land erquickte, sondern sorge du kleine Herde, daß Ich als Vater Mich bald groß an dir beweisen kann.
Ich segne euch jede Mühe und jedes Opfer vom verflossenen Jahre, und sage Euch Meine väterlichen Verheißungen auch im neuen Jahre zu; aber Ich bitte euch auf`s Neue, Meinen Willen zu erfüllen, wie er euch bekannt ist, da er heißt:
Liebe Gott über alles, und deinen Nächsten wie dich selbst!
Amen! Euer Vater!
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