59. – 14. Juli 1878 "Von der Allmacht des Herrn"
Meine lieben Kinder!
Nachdem Ich euch Meine dreieinige Persönlichkeit erklärt habe, und ihr nun in keinem Zweifel mehr sein könnet, daß nur Ein Wesen es ist, zu welchem ihr eure Zuflucht nehmen könnet, will Ich euch nun über Meine Eigenschaften etwas geben, und dies zuerst über Meine Allmacht.
D.h. alle Macht ist in Mir vereint, ich kann tun was Ich will, aufbauen und zerstören, durch Meinen Willen. Es gibt kein Wesen, das Mir hindernd entgegen treten kann; darum auch Meine ewige Ordnung, welche Ich bei der Schöpfung hergestellt, nie abgeändert werden kann! Alles bleibt in seiner Bahn, seinem Wachstum, seiner Wiedererzeugung.
Der ganze Entwicklungsgang alles dessen, was existiert, sowohl in andern Welten, als auf eurer Erde ist mit dem Ausdruck: "Es werde" ins Leben gerufen worden, und fest und unwandelbar muß es seinen Entwicklungsgang dem Ziele zugehen, welches Ich ihm bestimmte.
Also auch der Mensch, obgleich er den freien Willen von Mir erhalten, so kann er zwar viele Umwege gehen, woran Ich ihn nicht hindern darf, und nicht hindern will, aber das Ziel, welches Ich für ihn bestimmte, ist unverrückbar, und nach menschlichem Denken scheint es unbegreiflich, daß dasselbe von Menschen noch je erreicht werden kann; denn dazu gehören oft Ewigkeiten; aber erreicht muß es werden.
Es ist etwas im Menschen, oder vielmehr in den Menschengeist gelegt, das nie ruht, gleichwie auch Ich nie ein Ende nehme, noch ruhen kann, sondern immer wieder auf`s Neue hervorrufe. Wie jedes Jahr die Natur sich wiederholt, und ein Naturforscher neue Entdeckungen und neuen Zuwachs beobachtet, so ist in der ganzen sichtbaren und unsichtbaren Welt immer wieder ein Zuwachs.
Auch in eurer inneren Welt, wie ihr sie nennet, wenn ihr mehr eine geistige Richtung angenommen habt, werdet ihr neue Entdeckungen machen, neue Begriffe erhalten, und Fortschritte in der Erkenntnis fühlen, und bei aller weiteren Entwicklung auch neuen Gewinn.
Meine Allmacht ist es, welche alles dieses wirkt; darum betrachtet diese mit mehr Aufmerksamkeit, und ihr werdet finden, wie Mir nichts entgegen treten kann, ohne Meine Zulassung, da Meine Ordnung so viel Waffen in sich trägt, daß, was störend gegen dieselbe ist, jeden Augenblick Meine Allmacht fühlen kann, wenn das Entgegenwirkende gegen Meine Zulassung ist.
Es hat zwar alles, was die Erde trägt, bis auf das kleinste Geschöpf, etwas Entgegenwirkendes gegen sein Urwesen in sich, damit durch stetes Ringen und Schaffen das hervorgebracht wird, was zu seinem Ziele dienlich ist; darum auch jedes Ding seinen Feind hat, der verderblich auf es einwirkt.
So z.B. kann die Sonne, welche doch die Hauptwohltäterin der Erde ist, einer Pflanze zur Vernichtung dienen, wegen ihrer großen Hitze, deshalb ist sie aber doch keine Zerstörerin, sondern befördert vielmehr, das zu erreichen, was bloß durch die Auflösung erreicht werden kann. So tötet oft ein Tier das andere, wegen eines gewissen (höheren) Zweckes. Ebenso geht es auch oft bei euch Menschen untereinander. Ein guter Mensch kann oft einem Anderen wehe tun, oft unbewußt; es wird dadurch aber ein Zweck erreicht, und bringt beiden Teilen oft geistigen Gewinn; Ich lasse es zu, setze aber dabei die Schranken: "bis hierher, und nicht weiter!"
Es gibt aber auch in der Natur große Erscheinungen, in welchen die Menschen Meine Allmacht sichtbar erkennen, wo die Elemente mit großer Gewalt alles zerstören, Meine Allmacht, aber auch wiederum es ist, welche deren Bahn und Zeit abgrenzt.
So ist überall Meine Allmacht zu erkennen, und ist sie die erste Eigenschaft Meines Wesens, und die Grundlage, auf welcher das Vertrauen Meiner Kinder gebaut werden soll. Amen!
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„Von der Allmacht des Herrn“
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