67. – 18. August 1878 "Ein Morgenruf"
Meine lieben Kinder!
Es ist erschienen der große Tag des Heils, oder das helle geistige Licht, welches nie mehr verlöschen wird bei denen, die es durch Meinen Geist erhalten.
Daß dieser Tag erschienen ist, könnet ihr daran erkennen, daß alle, welche sich zu Mir halten, in sich selbst das wahre Licht haben; ihre Gedankenwelt ist von Mir aus beschäftigt, und sie erfassen Mein Wesen durch Meine Gnade, und lassen sich nicht leiten durch blinde Führer, sondern: "Meine Schafe erkennen Meine Stimme", auch wenn sie auf die Predigten und Lehren ihrer Vorgesetzten hören. Es wird ihnen auch durch die Predigt Segen zufließen, so sie dieselbe in Meinem Namen anhören; denn Ich segne die Worte einem jeden nach dem Bedürfnisse seines Herzens.
Darum Kinder, möget ihr die gemeinschaftlichen Gottesdienste besuchen, mit der Zuversicht im Herzen: "der große Tag ist da, die helle Flamme des Geistes durchdringt jetzt nach und nach alle Finsternis, und wird auch dir und andern einen Gnadenstrahl zufließen lassen."
Daher, wenn ihr in die Kirche zu einer Predigt gehet, betet recht herzlich um Meinen Segen, nicht allein für euch, sondern auch für andere. Es ist ja Mein Wort, das euch dort verkündet wird, und obgleich es den Anschein hat, als ob es keine Wirkung mehr habe, so ist doch seine Kraft, als von Mir ausgehend, ewig, und veraltet nicht. Die Zeit ist da, wo es sich wieder mächtig beweisen soll. Darum tuet ihr eure Pflicht durch Bitte und Gebet, vereiniget euch im Geiste mit Meiner Heerschar, welche gegen die finstern Mächte im Anzug ist.
So sollet auch ihr Menschenkinder teilnehmend auf Meine Seite treten, bei dieser geistigen Schlacht, die dem materiellen Auge entzogen, nur von wenigen erkannt wird, durch Meine Gnadenmitteilung; darum aber ihr wenige desto eifriger sein sollet, Mir noch viele zuzuführen. diese große Schlacht geht geistig vor sich, durch wahre Liebe, durch Gebet und durch anhaltenden Verkehr mit Mir, damit Ich jeden einzelnen im Herzen belehren kann, was er zu tun hat; denn das große Pfingsten ist vor der Türe, (als Siegesfest,) dessen freuet euch!
Wenn die Weltkinder mit ängstlicher Furcht und Bangen den Weltereignissen entgegensehen, und fragen: "was soll es werden?" so sollet ihr mit froher Zuversicht wissen, daß jetzt die Finsternis weichen muß dem hellen Tage, dem großen Lichte der Erkenntnis, wo Ich erkannt werde als Der, der Ich bin, als: die Liebe, in Vater, Sohn und Geist.
Wie Ich damals in Bethlehem geboren nur wenigen erkenntlich wurde, und doch die Wiedervereinigung Meiner Kinder mit Mir dadurch bezweckt wurde, also unscheinbar ist auch jetzt Mein zweites Kommen; nur wenige begreifen es, und doch ist ein Aufhalten desselben unmöglich, das kleine Licht wird zur verzehrenden Flamme werden.
Meine lieben Kinder! denket dabei nicht, wie ihr eine äußere Umwandlung im allgemeinen ertragen wollt; bei solchen (materiellen) Gedanken öffnet ihr dem bösen Feinde eine Spalte, sondern eurer Schwachheit bewußt, verschließet die Türe eures eigenen Herzens gut gegen alle Leidenschaften, welche Boten des Satans sind, und er wird euch meiden lernen, und nicht zu äußern Kämpfen verlocken.
Ein starker Held, der schon viele Schlachten gewonnen, wird seinen Gegnern nicht mehr stark begehrt, weil sie eine Niederlage fürchten, ebenso im Geistigen hat ein gut Gewappneter, dessen Ausrüstung von der vollen Macht dessen zeugt, der ihn schickt, mit seinem Auftreten schon halb gesiegt, indem der Mut seiner Feinde geschmälert ist; sie werden deshalb nur mehr listige Anläufe gegen ihn ersinnen, und unbewachte Augenblicke zu benützen suchen. Darum verschließet die Türe eures Herzens, wachet und betet! Der euch den Tag helle gemacht hat, wird einst auch einen größeren Sieg von euch erwarten! Amen! Amen! Amen!
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