68. – 25. August 1878 "Vom Segen des Suchens nach dem Herrn und vom außerordentlichen Verkehr mit Ihm"
Liebe Kinder!
Wenn ihr über Mein Kommen nachdenket, und euch dadurch in Meine Nähe versetzet, so ist Mir diese Annäherung von euch eine Freude, welche Ich segnen will; denn nur aus der Liebe wächst das Verlangen jemand näher zu besitzen; also sollet auch ihr in dem Grade Meine Nähe fühlen, in dem ihr euch danach sehnet.
Dieses Sehnen und Suchen ist bei jedem einzelnen nach seiner Art. Der eine sucht in der Natur, der andere in den Büchern, wieder ein anderer bei verschiedenen Gemeinschaften, wo noch verschiedene Glaubensansichten herrschen; alles dieses Suchen führt erst zum wahren Ziele, und es sind Vorarbeiten, Mich im eigenen Herzen zu fühlen (und zu finden), weil Ich dort Meinen Sitz habe, und so mit euch verkehre, es ist das Höchste, was einem Kinde Gottes zu Teil wird.
Ich komme aber oft schwachen Seelen zu Hilfe durch außerordentliche Zeichen und Kundgebungen, welche nur ihnen vernehmbar sind, und dies ist etwas, was in jetziger Zeit häufiger geschieht; auch da ist es wiederum der gleiche Zweck, daß sie Mich in ihr Herz aufnehmen sollen; darum auch alle solche Kinder von Mir sich einer Gnadenführung rühmen dürfen, weil Ich ihnen zu Hilfe komme. Meine Weisheit ist es, welche dieselbe ermittelt, und nach der Fassungsgabe eines jeden Suchenden, sie auf den Weg stellt, welcher zu Mir führt.
Leider ist auch hierin die große Gefahr der Sicherheit mit verbunden, wo manche glauben dadurch schon am Ziele zu sein, und Meinen direkten Verkehr mit ihnen als Bestätigung Meiner Zufriedenheit betrachten. Oh, da geschieht großer Irrtum, im Gegenteile sollen dann erst die Fähigkeiten hervorgerufen werden, welche dem Menschen verliehen sind, um Mich ganz zu erfassen! – – –
Das (eigentliche) Lernen nimmt da erst seinen Anfang, und soll durch wahre Demut und stille Ergebung fortgesetzt werden, und keine Anmaßung stattfinden, andere unter sich zu stellen, deshalb immer wieder ein tiefes Dunkel über diesen Verkehr mit Mir eintritt. Ich lasse zu, daß solche Seelen von außen durch ihre ebenfalls suchenden Mitmenschen mit Zweifeln angetastet werden, damit sie bei Mir ihre Zuflucht nehmen, und dadurch erst das wahre Licht ihnen gegeben werden kann.
Darum auch ihr bei all diesen Erscheinungen annehmen dürfet, daß es Meine Gnadeneinwirkungen sind; doch die Form dabei, welche Ich nach Meiner Weisheit anordne, hat wenig Wert für euch, sondern erkennet in solchen Personen eure Nahegestellten durch den Vater Selbst, und verkehret in Liebe mit ihnen. Teilweise sollen sie von euch erhalten, teilweise sollet ihr auch von ihnen bekommen.
Es gehört so zum großen Ganzen nach Meiner ewigen Ordnung, daß ihr gegenseitig euch beeinflusset; denn so erkennet in allen, welche mit Mir verkehren, eure Geschwister; freuet euch, wenn sie ihre freudigen Gefühle euch mitteilen über ihre Erlebnisse, danket mit ihnen, daß auch sie dieser außerordentlichen Gnadeneinwirkungen teilhaftig werden, und grübelt nicht über Wahrheit und Täuschung.
Euer Kennzeichen soll sein: Wer von ganzem Herzen zu Mir hält, dessen Vater bin Ich, und verkehre mit ihm väterlich, auf die Art, wie es Meine Weisheit für gut findet. Traget alle mit Liebe und Geduld, wenn auch Widersprüche gegen eure eigenen Anschauungen euch entgegentreten; unterstützet einander mit Fürbitte, und tut auch im Äußern so viel Handreichung als vorerst verlangt wird; denn so lange Ich verborgen bleiben will, sollet auch ihr es so halten, und wenn die Zeit kommt, wo nach außen mehr getan werden soll, wird es euch angezeigt werden.
Das Wachstum geschieht zuerst durch Ruhe, die Stürme können erst nützen, wenn eine Wurzel schon festen Boden gefaßt hat. So sind es jetzt noch erst zarte Pflanzen in den Herzen, die Ideen über Mein Kommen und Erscheinen, aber pfleget sie, daß das Verlangen danach groß wird, und machet die Wohnungen rein, wo Ich Einzug halten will, und so habt ihr Arbeit genug! Euer Vater!
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