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„Die Liebe nur ermöglicht die volle Hingabe“

106. – 11. April 1879 (Zum Karfreitag)  "Die Liebe nur ermöglicht die volle Hingabe"
 
Liebe Kinder!
Sehet wie Ich dort in Gethsemane zuerst die willige Hingabe des Fleisches vollends auskämpfen mußte, dann kamen erst die weiteren Aufgaben zu lösen, welche notwendig waren, um ganz mit dem Vater Eins zu sein.
 
Alle Leidenschaften mußten getötet und eine Liebe errungen werden, welche willig den Tod auf sich nahm. Alle Leiden der Seele, alle Schmerzen des Leibes, und allen Spott und Hohn konnte Ich nur ruhig tragen, weil die Liebe Mich dazu stark gemacht hatte. Sie war der stärkende Engel aus dem Himmel, welcher Mir zur Seite ging, und war auch das Band, das Mich so innig mit dem Vater verknüpfte, so daß es dem Toben der Hölle nicht gelingen konnte, dasselbe wieder aufzulösen, sondern das Wort sich bestätigte: "Was ihr auf Erden binden werdet, das soll auch im Himmel gebunden sein". Es mußte so dem Satan gezeigt werden, daß Nichts scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu Sich geoffenbaret hat.
 
Die tiefste Erniedrigung, das schwere Kreuztragen bei schwacher Kraft, das Entgegensehen einem martervollen Tode änderte Meine Liebe zu Gott und den Menschen nicht mehr; denn Ich hatte Meinen freien Willen, als Geschenk vom Vater, in Seinen Willen versenkt, und so blieben wir Eins.
 
Liebe Kinder, Mein ganzes Leben ist als ein Beispiel für euch dargestellt, von der Geburt in der Höhle bis zum Tode am Kreuze. Jeder Akt in demselben ist eine Entsprechung auch für euern innern Lebensgang, und besonders wichtig ist da Meine Lebenszeit. Auch ihr wisset, daß wer Mir nachfolgen will, das Kreuz auf sich zu nehmen hat; aber ehe dieses euch aufgeladen wird, gehet nach Gethsemane; erflehet auch ihr euch dort, wenn auch unter schweren Kämpfen, die Kraft dazu, welche in wahrer Liebe zu Gott und den Menschen besteht.
 
Wenn ihr diese Liebe zum Begleiter habt, so könnet auch ihr Spott, Hohn und Verachtung ertragen. Sie wird, statt Rache und Empörung, Mitleid und Erbarmen in euch hervorbringen, und dadurch auch euer Fleisch immer mehr tüchtig machen sich nach dem Geiste  zu bilden. Eure Sehnsucht nach Gutem und Göttlichem wird gestillt werden; auch in den schwersten Stunden, wo das Kreuz euch den Nacken beugt, sollet ihr erkennen, daß der Vater der Liebe durch Mich  euch ein Vorbild übergeben habt, und um der Einigung willen mit Mir den Kampf übernehmen wollet, dann ist euch der Sieg über Hölle und Tod zugesichert.
 
Darum, wenn ihr euch allein fühlet, und es dunkel um euch her ist, so daß euch die Angst überfällt, und ihr euch zu schwach vorkommet, den Kampf zu übernehmen, und ihr also im Geiste in einem Gethsemane seid, wo eure Mitbrüder auch schlafen, ohne alle Teilnahme an eurem Seelenleiden, dann rufet auch ihr: "Vater ist`s möglich, so nehme diesen Kelch von mir!" und denket an Mich, damit auch ihr am Ende noch sagen könnet: "Nicht mein, sondern Dein Wille geschehe! Amen!" – und auch Ich werde Mein großes "Amen" hinzutun zu der Verheißung: "Was ihr auf Erden binden werdet, soll auch im Himmel gebunden sein", es soll bleiben das Band der Liebe zwischen euch Menschenkindern und dem Vater in Ewigkeit. Amen!

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