125. – 27. Juli 1879 "Will Mir jemand nachfolgen, der nehme Sein Kreuz auf sich und folge Mir nach!"
Liebe Kinder!
Diese Worte enthalten eine Hauptbedingung, welche zu Meiner Nachfolge gehört; denn wie Ich Selbst keinen andern Weg gemacht habe, als den Kreuzesweg, und noch in den letzten Stunden Meines irdischen Lebens Mein hölzernes Kreuz willig mit dem Bewußtsein trug, daß es für Mich zur Todesqual bestimmt war; und wie Ich deshalb als Mensch wie ihr darunter zusammengesunken bin, so kann auch Meinen Schülern das Kreuz nicht ganz beseitigt werden, sondern es wird als Beförderungsmittel zu ihrer Vollendung immer wieder sich einstellen.
Das Kreuz entspringt aus dem Materiellem; zum Teil sind es Verluste, Entbehrungen, Mißverhältnisse, Krankheiten, Armut, Enttäuschungen, welche dasselbe für euch zurecht zimmern, und durch das Auflegen desselben von andern wird seine Last noch schwerer, weil ihr dabei gegen Anklage, Lieblosigkeit, sogar gegen Haß kämpfen müsset; aber solche Kämpfe sollen euch gerade Sieg und Segen bringen.
Gleichwie Ich beim Niedersinken einen Kreuzträger erhielt, der bis zu dem Bestimmungsorte dasselbe Mir nachtragen, oder teilweise abnehmen mußte, so dürfet auch ihr glauben, daß wenn die Last euch zu erdrücken droht, Meine erbarmende Liebe eine Abhilfe schickt, sei es durch einen teilnehmenden Freund, der euch die Last des Kreuzes erleichtert, daß ihr den Weg gehen könnet, der zum Tode führt, d.h.: der das gänzliche Absterben des Natürlichen in euch bewirkt.
Gleichwie aber Ich Mein Kreuz auf verwundetem Rücken bei Spott und Hohn der Welt fortschleppen mußte, aber dabei innerlich recht beim Vater anhielt – Mir doch Meine Kraft zu vermehren, so sollet auch ihr, durch die Kreuztragung von der Welt euch abwendend, ganz eure Kraft beim Vater suchen, weil ihr wisset, "es ist der Weg, der zu Ihm führt, Er läßt mich nicht unterwegs liegen, sondern schickt mir einen Führer, der mich zu Ihm bringt."
Auch in dem Führer, der Mir Mein Kreuz trug und vom Felde kam, liegt für euch eine Entsprechung; es ist der Führer der Sämann, der den Samen aufs Feld trug und dasselbe bebaute, so ist auch der heilige Geist ein Führer und ein Sämann, der nach dem Säen und Bauen , wenn er seine Arbeit getan hat, durch geistigen Trost euch das Kreuz erleichtert, mit trägt und euch begleitet bis zur Stätte, da dem Fleische der Todesstoß vollends gegeben werden soll.
Darum, wer Mir nachfolgen will, der muß das Kreuztragen lernen, welches die Welt ihm auferlegt, mit der Zuversicht, daß, "so wie der Vater Christo Sein Kreuz nachtragen ließ, als Er niedersinken wollte, so wird Er auch mir, wenn ich mich nicht von Ihm abwende, den Geist und die Kraft zur rechten Zeit verleihen, welche nötig sind, das Ziel zu erreichen, wo der Tod zum wahren Leben, oder durch Nacht zum Lichte führt."
Liebe Kinder! Der Kreuzesweg ist geheiligt durch Meine Fußstapfen, wollt ihr also mit den Meinigen in Verbindung kommen, so suchet sie auf dem Kreuzeswege, dort ist der Sammelplatz, wo auch meine Diener vom Jenseits sich zuerst gelagert haben, und bereit sind jedem Wanderer so viel als möglich Hilfe zu leisten, wenn er müde des Kreuzes beim Vater um Abnahme fleht; und so rufe Ich euch zu: nehmet das Kreuz auf euch, mit der festen Zuversicht, daß dem Kreuztragenden nach Meinem Willen die Siegeskrone bestimmt ist. Amen
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„Will Mir jemand nachfolgen, der nehme Sein Kreuz auf sich und folge Mir nach!“
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