198. – 17. Oktober 1880 "Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden!" Matth. 5. 4
Liebe Kinder!
Diese Verheißung hat vielerlei Auslegung; zuerst ist dadurch ein Trauern oder eine Reue über das sündige Wesen gemeint, worin ihr euch selbst erschauet, und aus diesem Zustande soll euch herausgeholfen werden, wenn ihr Leid traget; dann ist aber auch noch ein anderes Leid damit gemeint, nämlich dasjenige, das durch die Liebe zu Mir erzeuget wird.
Wenn ihr Mich als Vater wirklich ernst liebet, so könnet ihr doch nicht so ruhig zusehen, wie Ich von euren Mitmenschen verkannt werde, wie sie Mich verachten, und keine Spur von Liebe zu Mir zu finden ist, ja, wenn es hoch kommt, so fürchten sie Mich, und suchen so sich desto mehr von Mir zu entfernen und sich zu verbergen vor Mir, so daß Ich ganz und gar von ihnen zurückgestoßen werde.
Wer diesen erbärmlichen Zustand einsieht und dafür um Abhilfe zu Mir kommt, den will Ich erhören und ihm Rat schaffen; Ich will bei Ihm sein und ihn trösten durch Meinen Geist. Ich sage hier – durch Meinen Geist, weil nicht immer gleich Meine Hilfe auch äußerlich wahrzunehmen ist, sondern es ist oft mehr ein geistiges Beistehen, das euch tüchtig und stark machen soll, dem Strome des Verderbens einen Damm zu setzen, und zuerst durch`s Gebet und kindliches Vertrauen zu Mir , durch gewissenhaftes Festhalten an Allem, was ihr als geistige Güter von Mir ausgehend erkannt habt; und dann will Ich schon Selbst euch Diejenigen zuführen, die euch angereiht werden sollen, d.h. die Reifen.
Denn das ist euch Menschen selbst oft nicht möglich, weil der Hauptwert einer Seele und ihre Aufnahmefähigkeit häufig so tief verborgen sind bei einem Menschen, da der äußere Charakter eine undurchsichtige Schale darüber bildet, so daß der betreffende Mensch sich selbst zu wenig kennt, bis Ich der große Herzenskündiger, dieselbe zu entwickeln anfange durch allerlei Verhältnisse und Gemütseindrücke.
Habe Ich dadurch die Vorarbeit getan, dann wird es sich auch so fügen, daß ihr eure Liebe anbringen könnet, um Mir diese Seelen vollends zuzuführen.
Tritt dieser Fall ein, so befleißiget euch der wahren Demut, die da einsieht, daß Meine Gnade es ist, die euch Hand anlegen läßt, und seid nicht der Meinung, als ob ihr jetzt sozusagen Mir einen großen Dienst tun wollt, wozu ihr oft mit großem Gefühls-Recht Meinen Segen verlanget.
Auf letzterem Wege gebe Ich bloß Meinen "Knechten" nach, um sie zu größerer Treue zu locken, aber ihr wollet Meine "Kinder" sein, und Kinder wollen und sollen mit dem Vater teilen. Darum so teilet denn mit Mir – die Liebe, die Geduld, die Selbstentsagung und Alles, wovon ihr schon genug Einsicht habt, was Alles Mir aufgebürdet wird, und Ich will als Vater euch immer trösten, und euch, wenn gleich nicht äußerlich, so doch innerlich mit Übermacht gegen unsere Gegner ausrüsten.
Die Zeit dazu ist sehr günstig. Schauet umher, wie viele die Ohnmacht des Reichtums, des Ansehens und der Macht an sich zu erfahren haben, wie enttäuscht die Menschen überall werden, wenn sie ihre Zuflucht abermals zu Menschen nehmen, wie sie bei den großen Überschwemmungen, Feuersbrünsten und Mißwachs erkennen müssen, daß sie von Jemanden abhängen, Der ihnen im Verkehr noch ganz unbekannt ist. Wahrlich! man könnte da gleich Paulus in die Welt hineinrufen: "Suchet den euch unbekannten Gott!"
So segne Ich euch auch heute wieder mit Meinem vollen Vatersegen, nehmet ihn hin mit gläubigen Herzen! Amen! Euer Vater-Jesus.
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„Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden!“ Matth. 5. 4
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