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Kap 16 – Eine herrliche Lichtnatur; Gottes letzte Rede für den Stern der Hoff…

Eine herrliche Lichtnatur; Gottes letzte Rede für den Stern der Hoffnung; der Abend naht und das Final des Schöpfungstages der Liebe

16. Kapitel

Vor dem Tempelberg liegt ein Plateau. Auf die hochgelegene Ebene geht man gern, und nicht erst einmal, daß der Vater hier zu diesen Kindern kam. Es ist eine Zeit verstrichen, und die Fureana-Männer haben mancherlei hinzugelernt, obgleich ihr Glaube vielseits besser war, als die Gläubigen auf Erden allgemein besitzen. So war ihr Weg ins Jenseits eine lichte Straße, der Aufenthalt auf dem Stern der Hoffnung eine Himmelsfreude, ein Lohn für alle aufgebrachte Mühe während ihres Weltenweges.

Die Obersten merken es, wann der Vater kommt, auch den Ort, wo Er erscheinen wird und wissen, wer mitgenommen werden soll. Insgesamt gibt es bei ihrem Volke keinen Unterschied, selbst wenn nicht alle voll versammelt sind. Jeder hat viel Pflichten, und die Erfüllung solcher ist ein gleiches Gottbegegnen, wie wenn sie vor dem Vater stünden und Sein Wort vernehmen könnten.

Heute ist die Stadt versammelt. Diadjar, Olyanda und Malluredus gehn voraus, die Fureana-Männer hinter ihnen und die Stadtgemeinde schließt sich an, als Letzte alle Obersten. Keinem macht es Mühe, auf das Plateau hinaufzusteigen. Im Reich des Vaters ist der Aufstieg eine Freude und nicht anders, als wenn ein Irdischer auf ebenem Weg sein Ziel erreicht.

Oben tut sich eine wunderbare Weite auf. Kein noch so paradiesischer Platz auf Erden hält den Vergleich mit dieser Schönheit aus, mit der Lichtnatur, die auf allen Sterngefilden anzutreffen ist. Da gibt es keine erst zu zimmernden Bänke; die Lichtnatur hat sie schon hergestellt. Doch das ist ein Arbeitszeichen der Getreuen. So wie sie ihre Wege gingen, wie sie unentwegt dem Dienst sich widmen, wie sie zu jeder Zeit des Vaters Wort beherzigen, so zeigt es jede Himmelswohnung an.

Leicht terrassenmäßig, in geschwungenen Ovalen, bieten Rasenbänke einer großen Menge Raum. Über ihnen auch ein blauer Dom, die Wände sind die schönsten Wälder, und der Tempelberg schließt die Kulisse ab. Nach mancherlei Gesprächen wird man allmählich still. Man sieht hin zum Tempel, der die schönste Höhe krönt, ein von allen Seiten sanft ansteigender Berg, der höchste auf dem Stern, doch bis obenhin mit reicher Flora übersät.

Es ist ein Jubel ohnegleichen, der wie lebende Gestalten hin zum Berge eilt und am Ende des Plateaus verweilt. Die Gedanken dieser Lichtkindgeister sind wie Herolde, die ihren ‚königlichen Herrn‘ erwarten. Das ist UR für alle Treuen und vieles, vieles mehr, was kein Mensch sich je erträumen kann.

Selig sind sie, die ihr Werk vollendet haben und ist stets ein neues unerhörtes Glück, wenn Gott zu ihnen kommt, wenn Er sie ins Sanktuarium beruft. Allein, hier wie dort wo immer sie dem Vater UR begegnen können, ist die Kraft der Liebe groß, mit der sie Ihn empfangen, mit der sie vor Ihm knien und stehn. Denn wo

ER weilt, da ist auch Sein Sanktuarium!

Blauer als der Dom zu ihren Häupten, goldener als die Sonne, zu der ihr Stern gehört, leuchtender als alle glühsamtenen Blumen, deren Duft das weite Rund durchschwängert, im glänzenden Gewand der weißen Farbe, die die Welt nicht hat, so tritt UR aus des Tempels riesigem Portal heraus. Gestaltlich sieht es aus, als ob Er in der Pforte stünde; doch in Seiner ewigen Allmächtigkeit füllt Er nicht allein den Eingang, nicht den Tempel aus. Es ist die hehre Schau: was ist und lebt, ist vom Herrlichen, dem Heiligen, dem wunderbaren Gott umgeben, eingehüllt, von IHM getragen!

Nun schreitet Er herab, als Schöpfer und als Vater, der die Güte und die Sanftmut Seinen guten Kindern bringt, die Fernen mit der Gnade und der Langmut segnet, damit sie alle noch nach Hause kommen können, eines wie das andere. Das spüren die erwartungsfrohen Kinder. Sie standen auf, als der erste Funke sich am Tempel zeigte und sie wissen: der Vater kommt zu ihnen, um somit ihre Seligkeit und Freude weiterhin zu steigern.

Ist das nötig, und wie geht das zu? Sind sie nicht jederzeit von Seiner Liebe randvoll angefüllt? Wäre es nicht undankbar zu denken, der Vater müsse mehr und Neues bringen? Dennoch erhöhen die Gedanken ihre seligen Gefühle, wie unbekannt und doch ganz klar, wie neu und ewig alt! Ach, das Erdenwort ist arm, es reicht niemals aus, um das himmlisch Köstliche genau zu offenbaren.

O, auch Menschen sind befähigt, das Köstliche soweit als möglich aufzunehmen, sie können ebenfalls sich randvoll füllen lassen. Dann ist‘s nicht nötig, daß sie auf ihrem Wege alles wissen. Die Materie läßt nicht zu, das Höchste aus dem Lichtreich zu erkennen; und es genügt vollauf der Teil, den ein Mensch erfassen kann.

„Kinder Meiner Liebe!“ Das durchbraust die Seligen, das hebt sie bis ans Vaterherz. Und weiter braucht es nicht zu gehen, da ist der Ausruhort für den gesamten Schöpfungstag! Man fragt sich nicht: Wie ist UR den Berg so rasch herabgestiegen und unter sie getreten? Man sah ja Seinen Gang, wie Er ihn immer tut. Die Männer hegten diese Frage, denn nun sehen sie den Mächtigen, ihren FUREANA, der schon auf ihrer Welt ihr VATER war.

Sie fallen nieder, heben ihre Hände betend, dankend, bittend hoch, sie schluchzen, daß es beinah wie bei Menschen klingt. Erschüttert sind sie bis ins Tiefste ihrer Seele. Die andern jubeln, denn nun ist‘s gewiß, daß die Materie in ihrem letzten Atemzuge liegt, die meisten armen und — gesegneten Welten schon vergangen sind; und das gesamte Empyreum rüstet sich, in die Abend-Seligkeit des Liebe- Tages einzugehen. Die Worte werden sich als wahr erweisen:

‚Sie ruhen von des Tages Arbeit, Last und Plage aus!‘

„Kinder Meiner Liebe! Ich ging in Meinem Haus von Raum zu Raum; die Jüngsten habe Ich zuerst besucht und habe sie gesegnet, damit sie mit den Älteren die Abendseligkeit genießen können. Bloß die Heimfindlinge werden nicht das Herrlichste erhalten. Ich sagte ja: ihre eigentliche Wiedergutmachung ist zu ihrem Heil und Hilfe auf den Sabbattag zurückgestellt, womit dann erst ein Höchstes ihrer Seligkeit verbunden wird.

Die gnadenvolle Langmut, die Ich ihnen angedeihen ließ durch ihre lange gottesferne Zeit, wird sie auch zuerst bedecken und ihr seht: sie sind schon eingesammelt bis auf das Schöpfungskind. Eingesammelt ist es auch bereits; nur sein letzter Gang zu Mir ist zugleich der Höhepunkt des Abends. Ihr kennt schon diesen einen Schritt, der den Tag für Euch zum Abschluß bringt.

Wie bei allen Gruppen, so gibt es auch bei euch noch einiges zu lehren und die Bedenken zu beheben. Fürst Michael sagte: ‚Es ist an Erkenntnis nicht mehr viel, was bis zum letzten Glockenschlag des Tages aufzunehmen ist.‘ Merkt auf: Alle, die einst die Schöpfungsfreiheitsprobe gut bestanden hatten und den Mithilfsweg gegangen sind, sollen ihre eigene Vollendung vor sich sehen, die ICH dem Liebe Kindertag vorausbescherte. Dazu gehört, daß sogar kleinste Fragen ihre Antwort finden, Bedenken wegen dieser oder jener Offenbarung seine Klärung haben sollen — euch zur Abendseligkeit, Mir zu Meiner Schöpferfreude.“

Ich zeige euren ganzen Weg; Einzelnes ist nicht vonnöten. Es wird jeder seine gute Gasse sehen, die Halt- und Ruhstationen, hier und da — durch die Materie bedingt — die Kreuzwegstellen, manchen Schritt zurück. In derlei Fällen hat die Schöpfergüte und die Priestergnade gern ein Fehlendes bedeckt. Denn auch als Gott und Heiland stehe Ich den Treuen und den Abgewichenen zur Seite, weil ICH als Vater alle Kinder der Barmherzigkeit, dem Feiertage übergeben will.

Ich schuf am Anfang Meines UR-Bedenkens, von dem ihr kein Besinnen kennt. Nur für die Werke aus der Innerheit der UR-Gedanken gab es dieses zeitgemäß. Nie aber sieht ein Kind Mein UR-Beginnen! Denn Meinen Schöpferjubel, der jahrmillionen Ewigkeiten Meine Brust durchlohte und in jahrmillionen Ewigkeiten weiterhin durchglühen wird, kann kein Kindgeschöpf erfassen.

Denn mehr als Meine Werke bin Ich SELBST !

Von dem, jetzt offenbart, bleibt das Wesentlichste zugedeckt. Als Meiner Liebe letzter Ruf bleibt die letzte Lichtminute allen Kindern aufbewahrt, wenn sie bei Mir versammelt sind. Nur die Andeutungen sind gegeben; der Abend-Segen samt der Offenbarungsschau wird allen erst die vorbesagte ‚Lichtminute‘ schenken. Darum komme ich zurück auf euren Weg, und mit Meiner Andeutung werdet ihr den kleinen Rest vom Fehlenden verstehen.

Mitunter dachtet ihr, wenn Gruppen zu euch hergeleitet wurden, ob und wie Ich helfen könnte oder müßte, und dieses ‚kann und muß‘ ist zu bereinigen. In Meinen hehren Wesensdingen gibt es nichts, daß Ich nur manches könnte oder müßte, etwas nicht in Meine Hände nehmen darf. Das sind Gedanken stiller Fragen und der Abwehr, daß bei Mir doch nichts unmöglich sei. Dergestalt ist das Kann, Muß und Darf vom Lichte zu bestrahlen. Ihr spürt auch selber schon die Klarheit, die gegeben werden muß.

O, spreche Ich denn hier nicht selbst von einem ‚Muß‘? Ich zeige euch den Unterschied, den die Inkarnierten auf den Welten, auf jener kleinen Erde, die — wie ihr gesehen habt — in ihren letzten Zügen liegt, seltens klar erkennen. Sie schrauben alles auf den Stand des menschlichen Vermögens nieder, und so brennt denn ihre Lampe meist sehr trüb, bis in die letzte Menschheitszeit hinein. Sie könnten an der Himmelsleiter aufwärts steigen, würden sie den Lampendocht nach oben schrauben, also alle lichtgemäßen Dinge von des Geistes Warte aus betrachten.

Das vermögen einige, die sich auf Meine Wahrheit stützen und sich von MIR nach oben ziehen lassen, währenddes die meisten Gläubigen Mich auf ihre menschlich kleine Stufe niederzerren. Da muß Ich auch so wie sie selber sein. Ihre eigenen Gedanken schieben sie in Meine Lichtgedanken. Aber habt ihr jemals wahrgenommen, daß Ich Mich da beuge und der Menschen armes Denken unterstütze, indem Ich wäre, wie sie Mich gar oft zurechtgeschnitten haben ? — ?“

Einer von den Männern ruft: „Das ist nie geschehen! Du bist der Ewig-Heilige, Du tust alle Dinge nach der Schöpferfreiheit Deines Willens! Wie traurig wäre es für uns, wenn Du, Allmächtiger, auch bloß in einem Punkte Dich nach Deinen Kindern richten müßtest. Daß Du es tust, ist eine Sache ganz für sich und steht im Buche Deiner Liebe, auf der Seite Deiner herzlichen Barmherzigkeit.“

„Gut erkannt“, lobt UR. „Ihr drei Söhne“, Er meint die Fureana Männer, „habt den Grundbegriff der Lehre schon auf euerem Weltenweg gekannt, jenes Wissen über ein ‚geheimes Muß‘ (S. 131,2 – 132,2), das mit den armen Weltbegriffen nie verwechselt werden darf und nie so heißen wird: Ich wäre an das Muß gebunden, gleich wenn ich Mir es Selber stellte!

Mein geheimes Muß ist Mein UR-Schöpfertrieb, aus dem ICH Meine Werke hob und gab es nichts und niemand, der MIR den Impuls zuvor gegeben hätte, Mir zur Hand gegangen wäre, damit die Herrlichkeiten Meiner Werke sich auch zeigen könnten. In Meinem Muß offenbaren sich die sieben Eigenschaften. Diese wirken in der ewigen Allmächtigkeit des schaffenden Prinzips. —

Jetzt ist der Rest, aus den Welten mit zurück ins Licht gebracht, verweht, daß Ich weder könnte, dürfte oder müßte, sondern daß

ICH tue !!

Hierin wurzelt Meines Schöpferlebens edler Trieb, der unaufhörlich denkt, spricht und schafft, alle Dinge werden ließ, alle Dinge sich erhält und sie zu ihrer eigenen Vollendung führt, was sich besonders auf Mein Kindervolk bezieht.

Also ist der heikle Punkt geklärt, und ihr Austräger Meiner Hilfe könnt noch Inkarnierten offenbaren, wie sie den ‚Docht ihrer Lampe‘ aufwärts schrauben. Alsdann ist‘s Mein Wort, das ihr den letzten Fernen gebt. — Nun ein Nächstes, für die Materie zugeschnitten, denn ihr habt an all den armen Gruppen längst erkannt, ob sie ihre Last zu tragen hätten oder nicht.

Sind die Mitgefallenen selber schuldig? Was können sie dafür, daß Luzifer sie mit in seine Tiefe riß? Sie waren die Verführten, die Hinabgestürzten. So sieht es beinah aus, bedenkt man nur den ersten Abfallschritt, der Sadhanas Last alleinig ist. Vor der letzten Abendseligkeit ist mancherlei noch auszutragen, als ein ‚Anteil Meines Rufes aus dem All‘, der noch der Materie gilt. Als Beispiel wähle Ich Diadjars Erdenweg.

In seiner Jugend — teils entschuldbar — verführte ihn sein eigenes Ich. Da er gute Lehrer hatte, traf ihn so die Eigenschuld. Wohl trug die Umgebung zur Verirrung bei; doch wenn gewollt, auch als Junger, konnte er die Lehre, die ihm zuteil geworden war, beachten. Nun, es war fast leicht für ihn, schon als Jüngling eine gute Straße einzuschlagen. Da seht:

Die weltliche Umgebung, im Vergleich als Luzifer — Ich meine ihn jetzt nicht persönlich — ‚ hatte ihn betört. Nicht sehr lang“, UR sieht Diadjar herzlich an. „Von einem großen Austräger Meines Lichtes ließ er sich zum guten Wege leiten und war dann nicht schwer, seine Sünden abzutragen, Mich auf Erden zu erkennen, zu lieben und Mir nachzufolgen.

Vergleich: Die von Sadhana Geschaffenen, die in dieser Hinsicht keine Kinder waren — für MICH waren sie es aber, die Verirrten, die Verwirrten, die Ich nicht minder unter Meine Obhut nahm wie all die Treuen, sie kannten Mich, kannten Meine Lehre, Meine gute Gasse. Es lag in der wenn auch eng gegrenzten Freiheit ihres Willens, dieser oder jener Seite zuzustreben.

Darin lag die Eigenschuld, die bereits zu einem Teile abgegolten ist. Was nun die Barmherzigkeit zu lösen hat, bezieht sich auf das urgeheime Muß, das nichts anderes für sie bedeutet, als: Aus dem Lebenstrieb, aus Meiner Schöpfer-Werkstatt über alle Meine Werke fließend, sind sie fähig, aus sich selbst den Kindsein-Anteil zu erwerben. Das läßt sich als ein ‚Muß‘ bezeichnen, wenn sie am Sabbat dann zur gleichen Seligkeit gelangen wollen, wie ihr am Abend Meines Liebe-Tages haben werdet.

Denkt nun nicht, da wären eigentlich die Hingefallenen für unsern Liebe-Abend weit zurückgestellt, wenn sie nicht mit euch auf jener einen Kinderstufe stünden, die Ich vor eurem Lebensanfang schon geschaffen hatte. O seht: sie sind noch kleine Seelen, sind unsere kleinsten Kindlein, und ihr Empfinden ist zum Teile noch gehemmt.

Meine Gnade läßt sie nichts vermissen; sie werden mit euch danken und ihre Seligkeit verspüren, wie ihr im großen Maße es vermögt. Am Sabbat zeigt es sich, wie unsere Kleinsten ebenfalls auf eine hohe Tageswarte hinzuleiten sind.

Das gerade läßt sie ihre Eigenschulden dann erkennen, obwohl das erste Kind der Schuld-Urheber war. Jedes geht aus seinem eigenen Willen seine Schritte; und hier stimmt wirklich dieses ‚Muß‘, das jedoch geschöpflicherseits auf der Basis der Vergänglichkeit beruht. Wie alles Materielle nach und nach versinkt, so nicht anders dieses eine Muß, das kleine für die Kinder!

Wer die Freiheit darin sieht, sich dabei auf Meine Willenshände stützt, der seht keinen Zwang, nur den ‚Wandel seines Lebens‘. Er geht unter Meinen Willenshänden hin, ganz gleich, wie ein Kind sein Leben richtet, hier jenes der Materie gemeint. — Wir gehen nun auf eine andere Sache über.

Ihr habt euch ob des wiederholten Segens oft gewundert, auch über Meine Freude oder Trauer. Eine Wiederholung gilt den Kindern und nie so, was ICH aufs neue geben müßte. Ich tue es, wohlgemerkt, allein zu eurer Freude und zur Hilfe. Während eines Weltenweges wird Mein schon gegebener Segen nicht beachtet, wird verloren, wird nicht mit ihm gerechnet. Man verläßt sich auf das menschliche Gegebene, auf das Schicksal, ‚was so die Tage mit sich bringen‘, — sagt zumal der Erdenmensch.

Soweit gut, wenn der Boden der Gedanken echter Glaube ist. Aber ob man das Gegebene einfach hinzunehmen hat, ob man im Gebet und in innigster Verbindung mit dem VATER etwas überwinden kann — ? O, da setzt stets Mein Segen wieder ein, der unaufhörlich seine Bahnen zieht. Er wird bloß aufs neue aufgenommen, was vom geschöpflichen Standpunkt aus ein ‚neuer Segen‘ ist.

Nun die Freude oder Trauer, die Ich auch empfinden könnte. Das gewiß, doch nicht so, wie ihr es und die Materiellen spüren. Meine Freude wurzelt in MIR SELBST als Anteil dessen, wie Ich die herrlich vielen Werke vor Mir sehe, inmitten stehe, sie umfasse, trage und durchpulse! Und da hinein auch senke Ich die Freude, die Mir Meine Kinder machen, und wird dies stets für sie ein Rückstrahl sein. In diesem heilig-wundersamen Hin und Her der Freude liegt ein gut Teil euerer eigenen Lebenskraft, mit der ihr haushalten oder wuchern könnt. Beides, das Haushalten und das Wuchern, ist werkgerecht.

Das Haushalten ist auf euch selber zu beziehen, damit ihr nichts vergeudet, nichts verliert; das Wuchern auf die Nächsten, Armen und die Feindlichen. Ja — den Feinden gegenüber soll man mit der Freude wuchern. „Freund, du tust mir leid, deine Feindschaft trifft dich selbst. Ich helfe tragen, indem ich dich vor Gott entlaste. Er gab mir Seinen Segen, den ich mit dir teilen will.“

Das kann man selten wirklich sagen, weil solch ein Wort am Feind vorüberweht, keinen Widerhall erweckt außer Hohn und neuen Haß. Da genügt es, wenn man MIR es sagt, und ihr habt erlebt, wie ICH Feinde wenden kann. Nun erst enthülle Ich: die meisten bösen Gruppen waren euere Feinde auf der Wanderschaft; aber weder ihr noch sie sollten das gleich wissen — euch zum Schutz.

Ihr fragt berechtigt, wieso für euch, da ihr unter Meinem Schutze stündet. Sehr richtig! Merket aber auf: Bei Mir ist ein Schutz kein solcher, wie er auf den Welten gültig ist. Hier ist‘s liebevolle Hege, als Innerstes; die äußerliche Wand ist die Barriere für alle jene, die sich an dieser Mauer stoßen müssen, um zur Einsicht und zur Umkehr zu gelangen.

Sagte Ich ‚für euch‘, so deshalb, daß die auch nach dem Tod noch Materiellen sich nicht an euch vergreifen können. Euer weiteres Verwundern streiche Ich rasch aus!: ‚sie könnten euch nichts rauben — außer einer Zeit, die extra aufzubringen wäre, um sie zur Einsicht zu bewegen.‘ Eben aber während dieser Zeit ginge euch das eine oder andere verloren. Doch das soll nicht geschehen; allein jene aus dem ‚Werke zugebilligte Dienstzeit, die sich auf die Abendseligkeit bezieht,‘ wird angesetzt.

Hier mein Wort, ‚daß hinfort keine Zeit mehr ist‘ (Off. 10,6), Ich nicht Meine, sondern ihre Zeit verkürze — zum Heil der Armen, zum Segen der Getreuen. Das ist der Schutz, der mit dem weltlichen keine Gleichheit kennt. Nachträglich wird euch dieses auch bewußt, was allerdings am Zeitempfinden liegt, denn die noch bösen Kinder spüren die verkürzte Zeit wie unendlich lang, was zur Heilung ihrer vielen Seelenwunden dienlich ist.

Nicht jede Krankheit läßt sich bei Menschen plötzlich heilen. Es kann geschehen, wo der Seelenboden durch die Lehraufnahme vorbereitet ist und selbst mithilft, des Leibes Krankheit auszuheilen. Wo die Seele keinen Glauben kennt, ist eine jähe Heilung stets zum großen Schaden, seelisch und auch leiblich. — —

Wir betrachten nächst der Freude noch die Trauer, die Ich gleich beseitige. Ich erklärte ja, wenn Ich über böse Kinder keine Trauer hätte, müßten sie Mir nebensächlich sein und sie in ihrem Abgrund liegen lassen. Den zwei Gemeinden (Kap. 13) sagte Ich: ‚Es ist alles zu bereinigen, was nicht in Gottes Reich hineingetragen werden darf.‘ Angemerkt: auch nicht die Trauer! Ja, warum denn nicht, wenn ICH sie sogar haben kann? — ?

Meine Trauer ist kein Traurigsein, wie sie Menschen haben. Meine liegt in Meiner Schöpfer-Liebe, heilig und besonders hoch, weil Ich kein Kind und nichts verlieren will! Solange eines abseits geht, ist es nicht von sich aus in die Schöpfer-Liebe eingeschlossen; und das bezieht sich auf die Schöpfer-Trauer.

Hätte Ich so nicht die Abgeirrten lieber als die Treuen? Frage: Welche Kinder liebe Ich am meisten?“ Da fliegt Li-Admia förmlich auf Gott zu, birgt sich in Seinen Schoß und ruft: „Vater UR, in Deiner Liebe gibt es keinen Unterschied! Du hast uns reich gemacht, unser Geist darf leuchten, unsere Himmelsseele ist gesund, wir sind bei Dir mit unserem gesamten Lebenssein! Aber das:

Die kranken Seelen brauchen mehr als wir. Deshalb geht uns nichts verloren. Im Gegenteil: Deine Güte, ich meine so . . .“ Sie sieht ins geliebte Angesicht und UR vollendet: „ . . . daß Mein Segen samt der Liebe niemals stärker wird; aber — köstlicher kann alles werden! Steigerungen, wie ihr sie fühlt, kommen nicht aus Mir, sondern aus der ‚Lebensbahn‘, die Ich für euch schuf! Sie zeigen sich in keiner Zunahme dessen, was ICH gebe, jedoch in der Zunahme eurer Seligkeit! Das wollte Meine liebe Tochter sagen.“

„Ja, mein Vater“, jauchzt Li-Admia. „Und darf ich gleich noch eine Frage stellen, die sich auf einen Unterschied bezieht?“ Ihr dürft alles fragen und Mir sagen, wenngleich mitunter eine Antwort nicht so ist, wie sie erwartet wird. Das ist euch aber nichts mehr neues, das ist altbekannt aus eures Lichtes Jugendzeit.“

Li-Admia beginnt: „Bei den zwei Gemeinden (S. 153, 4) hast Du eine Strenge walten lassen wie kaum bei all den wirklich Argen. Es waren Heimkehrkinder, die zur Erde gingen, um ihr Scherflein beizutragen, daß auch die Armen reich und selig würden. Gewiß Deine Strenge war vonnöten, weil sie noch im Jenseits sich so überheblich zeigten. Ein bißchen weiß ich ja, weshalb Du vom Examen (S. 150, 5) sprachst. Das wollest Du uns bitte noch erklären.“

„Allen, oder dir allein?“ fragt UR freundlich. Li-Admia erwidert:

„Mir; unsere Obersten . . .“ „ . . . zu denen du gehörst“, wirft Diadjar ein, „ . . . wissen es. Die Gemeinden taten mir ein wenig leid. Wohl verwirrt, dennoch zeugten sie von Dir und ertrugen manchen Hohn. Freudig nahmen sie ihn auf und wähnten, es für Dich zu tun. War dieser Wille denn nichts wert?“

„Das haben mehrere bedacht. Mein Examen ist die Lehre! Mancher muß sie so erhalten, was sie ist: die Belehrung; manchen muß man sie als Fragen stellen, wenn sie zwar die Lehre kannten, aber fälschlich ausgelegt und angewendet haben. Der Unterschied, den Ich bei den Gemeinden und den argen Gruppen walten ließ, bestand allein in deren Aufnahmefähigkeit.

Bei den Letzteren war ein Examen fehl am Platz, denn sie besaßen keine Fähigkeit, Meine Worte auch nur annähernd zu verstehen. Die Angst hätte sie verstockt. Dennoch gab es einen Unterschied, der sich als etwas anderes erweist, als man ohne tieferes Bedenken Meiner Handlungsweise es erkennt. Merkt wieder auf!

Mit den an sich Gläubigen bin Ich streng gewesen — ihr Verdienst! Aber nach der Abrechnung und dem Examen durften sie dafür besonders schnell den Himmelsort erreichen, den sie vor der Weltenwanderung besaßen. Meine ernsten Worte hatten ja das meiste der Verfehlung abgegolten. Anders bei den Bösen.

Die linderen Worte, durch euch geschehen, sorgten für die Möglichkeit, die Einsicht und die Umkehr zu erreichen. Hernach fing Mein Examen an. Das bestand im langen zugeschnittenen Heimfindweg. Also liegt der Unterschied bloß in den Anwendungen Meiner Hilfe, die in sich keinen Unterschied besitzt. So ist für manche erst die Gasse schmal, dann breit, für andere ist‘s umgekehrt, für jedes Kind, wie es zu seinem Besten nötig ist.“

Der erste Fureana-Mann fragt, ob er auch dem Vater etwas sagen dürfe. Noch traut er sich aus echter Demut nicht, zu Ihm zu gehen. „Das kommt darauf an“, sagt UR, „ob du aus der Ferne Mir es sagst oder aber ganz in Meiner Nähe.“ „Darf ich denn?“ So verwundert lieb gefragt, daß Olyanda ihm ein Stößchen gibt: „Jetzt geh‘ endlich hin!“ Er merkt es auch, sagt aber trotzdem: „Ich konnte Dich, o Herr, den wir auf unserer Welt verehrten, unsern FUREANA, niemals sehen, und so bin ich auch nicht würdig, vor Dir hinzuknien und mit Dir zu sprechen.“

„Wie wäre es, wenn Ich dich würdig machte?, was freilich aus der Ferne nicht geschieht, weil Ich da Meine Hand nicht auf dich legen kann.“ Welche Freude überfällt die Kinder; immer mehr zeigt sich das Vater-Kind-Verhältnis, je mehr des Liebe-Tages letzte Lichtminute näher rückt. Noch sagt der Fureana-Sohn:

„Deine guten Hände sind ja überall am Werk und keine noch so weite Ferne gibt‘s, wo nicht Deine Hände schaffen, auch über meinem Haupt. Darf ich diese Seligkeit genießen, vor Dir — o Gott — ich . . .“ Er faßt seine Brüder an und zu dritt laufen sie hinzu, wo UR auf einem Rasenstuhle sitzt. Sie beugen sich so andachtsvoll, oh — wer das miterleben kann — —

Gott legt Seine Hände auf die tief geneigten Söhne, richtet sie empor und sie sehen in die wundersam sanftdunklen Augen Gottes, Dem sie auf ihrem Wege viele Opfer brachten, aus der Inbrunst ihrer Seelen, aus der Geistverbindung mit dem Licht. Der Erste sagt: „Auf jener Welt, die Du uns gnädig zugewiesen hattest, war es fast so wie auf Erden. Auf dem Heimweg wußten wir, daß wir vom Lichtreich ausgegangen waren und wiederkehren konnten ins geliebte Vaterhaus. Dank, ewigtausend Dank dafür!

Wir erkannten, wieviel mehr wir hätten richten müssen, damit unser Leben gottgefällig war. Verzeihe uns, was wir versehen haben. Doch wir sind getrost: Du hast uns längst vergeben, wie sonst könnten wir vor Dir bestehen? Mich bedrückt nur das, Deinen ewigwahren Namen vorher nicht zu kennen.

Auf allen Welten, die Du zu Erlösungsstätten auserkoren hast, hat man viele Namen ausgedacht, wie unsere Altvorderen Dich ‚Fureana‘ nannten. Wie kommt es, daß der ewig-einzige Name ‚UR‘ nicht überall zu finden war? Vielleicht“, sinnt der Erste, „hätten wir den Namen UR gekannt, so wärest Du uns auch begegnet und dort schon hätten wir die Seligkeit erhalten, DICH, Dem die Sehnsucht galt, die Liebe und die Ehrfurcht, schon zu sehen.“

Hier offenbart sich eines Kindes Herz und mit ihm viele, im Licht und auf den Weltstationen, wo die Sehnsucht, Anbetung, die Liebe und die Ehrfurcht dominieren. Das sind Strahlen, die als Segen für die letzten Materiellen fließen, Ungutes dämmen und manches Unglück leichter machen — für die letzten Wanderer. Für alle Sternbewohner geht Diadjar vor und kniet neben den drei Söhnen nieder, nicht ohne große Danksagung. UR spricht:

„Meine Söhne, die Rede ist zu loben, wie euer Tun auf eurer Welt. Ich hatte sie für starke Himmelskinder vorgesehen, weil dort sich auch viel Finsternis gesammelt hatte, vom Anfang an, da sie von den ‚Sternen und dem Sand‘ (vergl. 1. Mo. 22, 17) bevölkert ward. Zumal in ihrer gleichfalls letzten Zeit setzte Ich die Hüter ein, wie ihr solche ja gewesen seid.

Ihr habt im Ablauf eures Wanderweges es erkannt, daß eure Heimat hier bei Mir im Lichte war. Auch die Erkenntnis war am Platz, wieviel mehr zu tun gewesen wäre. Allein, Ich messe niemals bis zum letzten Scherf, wer würde sonst in der Materie bestehen können? Das sind die Lasten, die ICH tragen, austragen helfe und ist‘s nicht nötig, ein ‚wenn‘ und ‚aber‘ zu bereinigen. Das ist mit euerem Eintritt in das Vaterhaus geschehen.

Einiges wollen wir jedoch besprechen. Seid ihr in der Materie Mir nie begegnet?, habt Mich nie erlebt und nie gesehen?, nie Mein Wort gehört, was gleichfalls ein Begegnen wäre? Bin Ich nicht dort, wo Meine Hände wirken? Schüttet eure Herzen aus mit allem, was euch freut und — noch ein wenig drückt.“ Wieder dieses liebe Lächeln, das so tief ins Innerste der Kinder strahlt, sie weiterhin verklärt in der Klarheit väterlicher Liebe, jetzt gibt der zweite der drei Söhne Antwort und er sagt:

„Vater, heilig-hoher UR, Allgeliebter Deiner vollen Wesenheit! Aus den Fragen haben wir die Antwort, die wir geben können, schon erkannt. Darf ich auch von mir noch etwas schöpfen, so weiß ich es im vorhinein, daß Du das Unsrige gern mitbedenkst. Dafür will ich Dich erst loben und Deine Güte preisen.

Du bist uns oft begegnet, eigentlich vom Anfang bis zum Ende; denn ohne Dich — Herr, o Fureana — ‚ wie hätten wir bestehen können? Dein Begegnen ist nicht immer eine Schau, in der Materie allgemein sehr selten. So war das von uns gemeint, daß wir Dich mit unsres Leibes Augen nicht gesehen haben. Nun, durch Deine Fragen aufgerüttelt und rückwärts schauend aus der Lichterkenntnis, die wir jetzt empfangen haben, da sieht es freilich anders aus.

Wie herrlich — allewege bist Du uns begegnet, hast uns an Deiner Vaterhand geführt, mit Deinem Schöpfer-Odem uns belebt, mit guten Gaben förmlich überhäuft; denn sonst — wie hätten wir die vielen Widerwärtigkeiten auf dem Weltweg überwinden können? O, allein mit Deiner Hilfe, die uns stets zuteil geworden ist!

Du gehst auch zu den Seelen; ob sie es merken oder nicht, mindert nicht die Fußspur Deines heiligen Entgegenkommens. Hättest Du sie nicht von jeher mit der Allmachtshand getragen, wie Du unsre Lasten ge- und ausgetragen hast — längst wäre nicht ein einziges der armen Hingefallenen noch am Leben. Verweht, in die urgeheime Tiefe Deiner hehren Mitternächte wären alle eingesenkt! Die Allmacht hat die Herrlichkeiten Deines Liebe-Tages hergeschenkt!

So haben wir Dich stets erleben dürfen, Vater UR; wir wußten ja, an WEN wir uns zu halten hatten, wenn die Weltenwogen uns zu überspülen drohten. Und wie oft! Manches war sehr schwer. Dann spürten wir, wie Du in heiligstiller Weise kamst, uns mit Deiner Kraft zu stärken und zu trösten. Das Erleben Deiner heiligstillen Weise war das Köstlichste auf unserm ganzen Weg.“ Ein Jubellied, das durch die Sphären eilt.

„Nun ist das Nächste zu betrachten“, sagt der Zweite weiter, „die Anschauung. Hole ich die Antwort aus der Frage, dann darf ich gern bekennen: Wir haben Dich gesehen, denn Dein hehres Anbild war in unsre Herzen eingebrannt. Das war jene Kraft, die uns stets geholfen hatte, manche Mühsal durchzustehen. Doch so gesehen, wie man den Freund, die liebe Schwester sieht —

„Kein schweres Ding, Mein Sohn!“ URs Augen segnen alle. „In der Materie ist‘s nicht oft gegeben, Mich wie jetzt zu schauen. Sie ist eine dicke Decke, die den Geist wie unter sich begräbt. Ein Gleichnis: Wie dort der Schnee — wo nötig — eine dicke Decke webt, die Erde unter sich begrabend, damit sie nicht erfriert, damit das Köstliche der Lebenskraft erhalten bleibt, so ungefähr spielt es sich mit den materiellen Wanderwegen ab.

Eine Nichtschau ist der Segen Meiner Decke, weil ein Mensch rasch sagt: ‚Ah, ich habe mich getäuscht!‘ Das kann aus echter Demut wie aus Lauheit kommen, doch in jedem Falle ist‘s nicht gut und mindert eine Innigkeit, mit Mir im Herzen zu verkehren, auch in heiligstiller Weise! Um die Wanderkinder vor der Irrung zu bewahren, habe Ich ein anderes geschenkt: den wahren Traum.

Wenn die Seele sich vom Leibe löst, kann sie des Lichtes Straße ziehen und Mich sehen, wie ihr eben jetzt. Denn der Mensch im äußerlichen Sein kann Mich seltenst so ertragen; außerdem dient ein Mir-begegnen nicht dem Leibe, sondern nur der Seele, wenn sie sich von ihrem Geiste oder ihrem Führerengel leiten läßt.

Das ist dann ein wirkliches Erleben, das hält eine Seele in sich fest. Im echten Traum ist die Materie ausgeschaltet und die Seele schwebt ins Lichtgefilde, wo das Mir-begegnen immer möglich ist. — So, Mein Sohn, nun wirst du eine gute Antwort finden.“

„Ich hab‘ sie schon“, dankt dieser. „Wir berichteten es gern, wenn jemand solche Träume hatte und waren selig ob der Gnade. Aber das: Wenn wir Dich auch ganz genau gesehen hatten und sagen konnten, das hat Gott gesagt, Er war herrlich anzusehen — aber wie, das war uns niemals möglich. Darum meinten wir, es sei nicht wahr gewesen. Nun sehe ich‘s mit anderen Augen an.

Im Tagzustand war Deine hehre Wesenheit nicht zu beschreiben, wie wir es im Geist erlebten, was eine gnadenvolle Decke war. Ja, wie leicht hätten wir uns übersteigert und wer weiß was eingebildet, wie andere es taten. Davor hast Du uns bewahrt, hast des Lichtes gutes reines Samenkorn bedeckt, und nun ist der Winter einer Welt vorbei! Nun ist das ‚Samenkorn der Schau‘ herausgekommen aus der edlen Erde Deiner Gottes-Wesenheit!

Damit ist das Weitere Deiner Fragen mit erkannt, ob wir Deine Worte niemals hörten, nie das Wirken Deiner Schöpfer-Herrlichkeit bemerkten. O lasse uns noch einmal ‚Fureana‘ sagen, als Dank und Anbetung und — als Frage ob Deiner vielen Namen überall. Immerhin — Du weißt, daß es uns bedrückte, weil wir auf unserer Welt nicht Deinen wahren Namen UR erkannten. Dieser — meine ich sogar noch jetzt — mußte überall in die Erscheinung treten, wenn mindestens ein Gott-Verbundensein vorhanden war.“

„Ich gebe gern Mein Wort dazu, dann werdet ihr es merken, wie weit ihr in des Vaterhauses Innerstes gedrungen seid. Der dritte Sohn wird eine Antwort wissen. Nun freut ihr euch, weil Ich Selbst den Namen nannte, der euer Inbegriff des Glaubens und der Gottes Liebe war. Meine Fragen lauten:

Wie groß bin Ich wirklich? Wieviel Unterschiede gibt‘s bei Mir? Besitze Ich ein einziges an Werken? Wenn ja, braucht dort nur ein Name seinen Widerschein zu haben?“ Die Obersten des Sternes und das Volk wissen längst Bescheid; sie leben allerdings schon lang im Vaterhaus und sind — will man Unterschiede machen — dem Innersten des Empyreums zugehörig, während die drei Fureana-Söhne aus der fast letzten materiellen Zeit ins Jenseits kamen. Um so besser gilt des Dritten Antwort, dem Herrn dargebracht.

„O Vater, des Lichtes Fülle strahlt in unser Herz und macht jetzt hell, was hie und da verdunkelt war. Tausendmal sei Dir gedankt! Das Tiefste Deiner Fragen werden wir erst nach und nach verstehen, hast jedoch die Lampen angezündet und Fureana so betont, daß wir in ihm den Namen UR erkennen können, nachträglich zwar; also haben wir in Wahrheit Deinen Namen auch gewußt.

Stimmt das nicht?“ fragt er seine Brüder. Sie jauchzen ‚ja‘ und die Sternenkinder jubeln mit, denn Gottes Lichtkindgeister lernen bis in Ewigkeit nicht aus. Welch unerhörter Segen liegt darin, die fortgesetzte Steigerung des Lebens, von niemand auszuschöpfen, weil der Schöpfer aller Dinge unerschöpflich ist und schafft. Weiter sagt der Dritte:

„Du hast gefragt, wie groß Du bist. Ach, da geht mir der Gedanke fehl. Nie ist Deine Größe festzustellen und — “ immer dieses liebe Zögern, ob das Gott zur Freude wäre, „ — vielleicht mißt Du Dich Selber niemals aus. Nicht, daß Du nicht kannst! Wie leicht aus Dir die Werke fließen in der Macht der Schöpfer-Herrlichkeit, so leicht siehst Du die Größe Deiner Selbst. An den unzählbaren Werken sieht man Deines Wesens herrliche, erhabene Gestalt!

Damit ist gesagt, daß es unmöglich, außerdem nicht dienlich ist, an Deiner herrlichen Erhabenheit herumzumessen, Hier gilt nur: Du bist !! Darin wurzelt unser Ungenügend wie ebenfalls die werdende Vollendung. Eines dürfen wir erfassen: In dem ‚Du bist’ sind wir mit eingeschlossen, besitzen wir das Anrecht an das liebe Vaterhaus. Und wie selig macht uns das!

Genauso sind auch Deine Unterschiede anzusehen. Mit dem einzigen ‚Du bist‘ gibt es bei DIR keine Unterschiede, weil Deines Wesens UR-Vollkommenheit sie gar nicht hat! Ist Deine Ordnung mehr als die Barmherzigkeit?, die Liebe mehr als Deine Weisheit?, der Wille größer als der Ernst und die Geduld im herrlich lichten Kranz der sieben Eigenschaften weniger als alle anderen — ?

Du hast die Ordnung Deinem Willen einst vorangesetzt, zum Heile Deiner Kinder, aus Weisheit und aus Ernst das Dokument geschrieben, daß uns nie das Vaterhaus verloren gehen soll. Die Geduld hat dann für jene, die das Vaterhaus verschmähten, die Erlösung aus der Macht der Gnade — vorgesehen, aber nicht vorausbestimmt — zur Wirklichkeit erhoben und ihr das Liebe-Zeichen aufgedrückt: den ewig-gültigen Stempel Deines Kreuzes!

Daß die Macht der Gnade allen Abgewichenen erhalten bleibt — auch nach langer Tageszeit, wie mir jetzt erkenntlich wird — ‚ hast Du im vorhinein die heilige Barmherzigkeit der Liebe beigestellt. Damit ist erwiesen, daß es bei Dir keine Unterschiede gibt. Du bist UR, der Ewig-Heilige, der Ewig-Einzige und Wahrhaftige,

Du bist !!

Anders sieht es bei den Werken aus, dem Born der Mitternacht als Perlgeschmeide der Unendlichkeit entnommen. Da gibt es ja so viele Unterschiede, als es Werke gibt, von den Zyklen angefangen bis zur Letzt-Sekunde jeden Schöpfungstages. Sie sind unzählbar, was wieder eine segensvolle Decke ist, unter der wir immerdar an Deinem Herzen ruhen können. Welch eine Flut der herzlichen Barmherzigkeit, welche königliche Fülle Deiner Schöpfer-Macht! Anbetend knien wir, o Herr Herr, unser Heiland, unser Ein und Alles!“

Ein Schauer hoher Seligkeit braust über die Versammelten, die sich selbst zum Opfer bringen. Und UR — ? Ist auch Er gerührt? Fühlt Er anders als die Kinder in der Seligkeit der Gnadenstunde? O, würde Er nicht auch so fühlen, dann würde es am Innigsten der Gaben fehlen, die man Ihm in Seine Vaterhände legt. Dennoch ist es bei Ihm ungleich höher, als es das gesamte Volk ermessen kann.

Doch den Teil, der aus Ihm Selber quillt, legt Er in das Mitternachtsgewässer, das den Tag der Liebe segensreich beschließt und dem das Morgenrot des Tages der Barmherzigkeit entsteigt. Aber was die Kinder geben und ein gutes Maß dazu, das ist soviel, daß alle ihre Häupter andachtsvoll zu Boden senken. Gott winkt jedoch und der dritte Fureana-Sohn soll weitersprechen.

„Noch jene Frage, Vater UR: Wäre nur ein einziges Werk aus dir hervorgegangen, ob auch nur ein Name seinen Widerschein zu haben brauchte. Alles, was Deiner Schöpfer-Macht entsteigt, ist insgesamt betrachtet bloß ein Werk aus der Ganzheit Deines ‚Wesens. In dieser Hinsicht ist Dein einer Name rechtsgültig von dem für uns gesetzten Lebensanfang bis zu eines jeden Tages letztem Abendziel.

Die Perlen des Geschmeides, Dir und uns zur Freude als unzählige Werke hergestellt (Ps. 104, 24), die Schöpfungstage samt den Jahren bis zum Vollmaß eines UR-Zyklus, und diese auch noch aus der Vielzahl schöpferischer Tat-Gedanken, forderten für jedes Einzelwerk je einen Namen. Ob wir alle wissen oder nicht, mindert nicht die Herrlichkeit des vielen aller Deiner Dinge (OJ. 12, 13).

Deine Namen sind Dein Wort, das einmalig gilt, aus welchem Deine Lehren als der Reichtum Deiner Sprache und der Werke uns gegeben sind. Das ist das unermeßlich Große, ist das Ganze Deiner hehren Wesenheit! Und daß ich das nun wissen darf, ist die Posaune Deines ‚letzten Gnadenrufes‘ an die Finsternis, soweit sie noch zur Löse kommen muß.

Aus diesem ist es zu entnehmen, daß im Namen UR alle andern ihren Ursprung haben. Bloß das Ende aus der offenbarten gnaden vollen Schau wollest Du uns noch enthüllen. Du allein siehst es, was uns noch fehlt, warum Dein hehrer Name wie verschlossen war und nur ein Strahl davon die Menschheit auf der kleinen Erde traf — auch erst in ihrer Welt-Endzeit.

Erkläre bitte noch, ob man auf den Welten, die zum Erlösungsring gehören, sich die Gottes-Namen selbst erdachte oder aus dem Geist gegeben worden waren. Du hast uns stets so überreich gemacht in der Offenbarung und der Güte, Dich in Deiner urgewaltigen Wesenheit, in dem EINEN und dem VIELEN zu erkennen, soweit es zu erfassen war: die Schöpfer-Macht und Priester-Kraft, die Gott-Gewalt als Heiland und Erlöser, auf der Erde als der Retter JESUS CHRISTUS, dargetan in Deiner Vater-Stärke!

O laß uns Dir in heiligstiller Weise danken, daß wir die letzte Lichtminute Deines Liebe-Tages seligst mit erleben dürfen!“ Rasch scharen sie sich alle um den Rasenstuhl, um bei Ihm zu sein, Den ihre Herzen preisen, Dem ihr Geist in Andacht dankt, ihre Seele dient und ihr Gemüt in Freuden jauchzt. Solche weihevolle Stunde ist nicht zu beschreiben, das Unnennbare der Verbindung ‚Vater-Kind-Vater‘, was Er an Lichtglück ihnen für des Tages Abend aufgehoben hat. Wenn die Materie versunken ist und allein des Himmels Lampen leuchten, wenn das Vaterhaus für alle offensteht, dann erst kann man es begreifen, was es heißt: die

Abend-Seligkeit !

Da steht Er auf. „Kinder Meiner Liebe! Nun ist‘s hier ein letztes Wort, aber nicht Mein letztes an Mein liebes Volk. Bald kommen sie herzu ins Heiligtum, und die Mauern öffnen sich, daß man sie nicht sieht (OJ. 21, 22), daß Mein Firmament vom Zentrum bis zur letzten Kinderreihe als das VATERHAUS sich zeigt, darin alle ihre Wohnung haben werden, zu dieser Abendzeit und fernerhin in Schöpfungstagen, die Ich noch in Meinem Born verwahre. So höret, was für euch noch sowie für den materiellen Rest zu sagen ist.

Zuerst ein Wort an Meine Sternenkinder, die noch der Überzeugung sind, ohne Muriel der argen Schar nicht hätten helfen können. Der Träger Meines Ernstes lächelte und wies darauf hin, ob ihr ohne oder mit ihm samt der breiten Front den Sieg erfochten habt. Eine Perle ist‘s, in echter Demut von dem Wanderwege her — im Licht bedarf‘s der Demut nicht — darin eben zu verharren.

Ich stellte zwar der geballten Finsternis, die sich über euch entladen wollte, Meinen Ernst-Fürst gegenüber, nicht euretwegen. Ich erklärte euch den Schutz (S. 186, 5; 201, 5-6), was da besonders galt. Nun, Diadjar, was sagst du für die dir Anvertrauten, wie für dich selbst zu Meinem Wort?“

Diadjar birgt sich an Gottes Brust. „Dank, Vater UR, für alle Güte, die Du uns erwiesen hast. Schau ich auf unsres Lebens Anfang hin, auf die Lichtstationen, auf den Wanderweg durch die Materie, auf die Rückkehr in das Vaterhaus, dann habe ich nichts anderes zu sagen als das eine: Vater UR, nimm unsern Dank in Deiner Liebe an und laß daraus durch Deine Güte in der letzten Lichtminute all den späten Heimfindlingen eine Sondergnade werden.

O, Sondergnaden gibt es bei Dir nicht; doch senke unsern Dank in Deinen Segensstrom, der die Hingefallenen erlöst, errettet hat. Und wenn die Abendröte ihre Flügel über Deinen Liebe-Tag zusammenfaltet, dann erst werden wir des alles inne, was uns Dein Kindertag gegeben hat! Wir“, Diadjar umfaßt die Fureana-Söhne, „legen nun in Deine guten Vaterhände unseren Dank für jene, die Du über unseren Stern geleitet hast.“

„Der Dank ist annehmbar“, UR sieht nach rechts und links, wo plötzlich Muriel und Rafael erschienen sind. „Meine Fürsten, tragt ihn in das Heiligtum als die erbetene Sondergnade, die wir“, zwei goldene Kronen übergibt Er beiden Fürsten, „walten lassen. Alsdann kommt, ihr Cherubime und die Seraphinen; es ist soweit, daß Meine guten und die armen Kinder ihren Einzug halten können.“

Wie oft hat sich die feierliche Stille gleich einer Schöpfungsruhe eingestellt, daß die Getreuen, wo immer sie versammelt waren, kaum zu atmen wagten — aus Andacht, Anbetung und Freude, aus einer Hingebung an UR, die keine materielle Welt, keine materielle Zeit jemals erleben konnten. Der Ausdruck, der die Kunde geben soll, ist arm. Nur ein Herz, das sich der Herrlichkeit erschließen kann, auch als Mensch, wird ein wenig davon ahnen. — —

Als leuchtend helle Spuren eilen Muriel und Rafael dahin. Die Fureana-Söhne staunen. Sie wissen nicht, daß sie durch die einst erfüllte Freiheitsprobe, durch ihr Mitopfer gleichfalls dazu fähig wären. Das Volk ist überselig. Nie — so meinen sie — ist ihnen solche unerhörte Freude überkommen. Zwei Kronen hat der Vater für sie in das Heiligtum geschickt.

Schon kommen die Gerufenen von URs Herrschaftsstuhl; und hier ist zu sagen: die Herrlichkeit hat sich vermehrt, sie widerstrahlt von jener Stätte, die LICHT-HEILIG heißt, die Stadt des lebendigen Gottes (OJ. 3, 12)! Hinter UR haben sich die vierzehn hehren Geister in einem sanften Bogen aufgestellt und vor Ihm steht und kniet das Volk. UR sagt:

„Jetzt hört das weite Infinitum zu, und was nötig ist, das tragt hinab zur Erde, die einzige, auf der noch Menschen leben, gute und viel böse, der ausgefegte Rest aus aller Niedrigkeit. Ob es wenige vernehmen, die meisten gar nicht wollen — es gilt Mein Sondersegen um der Treue willen, die Meines Lichtes Edelinge durch den Tag der Liebe trugen!

Mit Recht gefragt, warum bloß auf jener Erde in deren ‚dritten Zeit‘ Mein Heilandsname JESUS CHRISTUS sich enthüllte und erst am Ende jener ‚halben Zeit‘ (u. a. Dan. 7, 25; OJ. 12, 14) der ‚UR‘ verkündet ward. Ich habe Meinem treuen jünger, der die Zukunft schauen durfte (Johannes), sagen lassen: ‚Mein Name, der neue, den niemand weiß‘ (OJ. 2, 17), was sich aber auf Mein Empyreum nicht bezog.

Die Wanderer auf Erden kannten insgeheim die Namen ‚UR-Zebaoth-Jesu-Imanuel‘, bloß nicht nach ihrer Sprache. ihr GEIST war der Wissende, mit MIR Verbundene. Das war auf dem Wege ungleich mehr als jedes äußerliche Wissen. Das entlastet alle, die die Namen während einer Weltzeit nicht erfahren hatten.

Jetzt verstehen sie, daß wegen Meines Lustrums, Meines selbst geheiligten Kreuznotopfers, nach dem Rettungsnamen JESU auch Mein Name UR gegeben ward, der Erde, die ICH aus Meinem dritten Element so nannte. Ich stellte sie auch auf die dritte Bahn der Sonne, die ihr äußerlicher Lebensspender war. Das ist und bleibt zugleich das Zeichen, daß aus Meiner dritten Wesenheit, als GOTT, sich daselbst Mein Kreuznotopfer zu gestalten hatte, dort ausgetragen wurde und deshalb dort die Offenbarung Meines Namens UR, in dem alle andern widerstrahlen, noch zuletzt geschah.

Allein — alle Meine Träger-Namen, die sich die Menschen auf den Welt-Erlösungsstätten prägten, kamen aus dem Licht und hatten auch ihr eigenes Symbol. Da kam es vielseits weniger auf die Buchstaben an, als einzig auf den Sinn, der in ihnen lag. Bloß wenige waren ausgedacht. Wo dies aus echtem Glauben sich ergab, hatte ICH die Namen samt den Gebern mit gesegnet.

Wo jedoch ein Wort nur zur Verhüllung angewendet wurde, um nicht unmittelbar Mich zu benennen, aus Scham und Überheblichkeit, da ging der Segensteil verloren. Die ausgedachten Namen waren ohnehin nur Dunst. Namensgeber haben erst im Jenseits die Verfehlung eingesehen und war es für sie nicht ganz leicht, das Verlorene zu suchen, zu finden, Versäumtes wieder aufzuholen.

Das Wichtigste, warum Ich Meinen Namen UR solang verborgen hielt, lag im Rahmen Meines Rückführwerkes der Verirrten, aller derer, die sich selbst verloren hatten.

Denn MIR ging ihrer keins verloren !

Sie waren in das Opfer Meiner Liebe eingeschoßt! Deshalb nur ertrug Ich auch so lang ihr böses Tun und Treiben.

Aber etwas noch: Die Mich nicht erkannten, dennoch gut gewesen waren, schloß Ich in den für andere ‚verlorenen Segen‘ ein. Gut, soweit es jemand weltlich war; ‚ein‘, nicht ‚das‘ gut. Letzteres bezieht sich pur auf Mich, auf Meine Güte, an der alle guten Kinder ihren rechtsgemäßen Anteil haben.

Jeder Name spiegelt sich in Meinen Kronen (OJ. 19, 12) als Zeichen Meiner Werke. Im Traum der Nacht, die den Liebe-Tag beschließt, der Barmherzigkeit die ‚Werde-Pforte‘ öffnet, darf jedes einmal in die urgeheime Bundeslade sehen, wo Ich Meine Köstlichkeit verwahre. Diese Schau werdet ihr dann beim Erwachen, wenn das Morgenrot den Feiertag verkündet, als euren Kronschatz in euch tragen. Was damit verbunden ist, schenkt der Tag des hehren Friedens. — —

Nun ist die halbe Zeit der Erdenwelt verstrichen. Deren letzten armen Seelen fällt es schwer, die Stätte der Behausung zu verlassen. Die Mitgehilfen gehen froh von dannen. Seht, wie aus dem siebenten Sonnenring die Nacht das Firmament erfaßt und alles Traurige, alles, Schreckliche, alles Unheil, aus dem ‚Sturz‘ entstanden, mit ihrem sanften Tuch bedeckt. Für euch sieht‘s aus, als ob ein Stern nach dem anderen erlischt, als ob die Sonnen ihre Strahlen an die Nacht vergeben, als ob es wirklich dunkel wird.

In Hinsicht der Vollendung mit des Tages reichem Auf und Ab und Auf stimmt das auch: es wird dunkel; allein es wird nicht finster! Der große Unterschied bezieht sich auf das Ende. Im Dunkel ist das Beste Meiner Gaben vorbereitet, die ‚Königskinderstraße‘, die dem Feiertage vorbehalten ist — euch zur neuen Freude. —

Nun seid auch ihr von eurer Stätte fortgegangen, von Mir geführt, von Meinen Fürsten treu umgeben — — und habt es nicht gemerkt. Der Tag des Friedens öffnet euch das Auge, wie sich das zugetragen hat. Seht die Straßen, Gassen, Wege, Pfade, auf denen all Mein Volk zum Zentrum strebt; und alle, alle führe

ICH !

Da sind noch manche Mühselige, die sich ihr Dasein selber mühsam machten, auch hie und da ein Himmelskind, daß auf der Welt zum Teil den Weg verfehlte. Nicht ganz, weil auch kleinste Opfer in Mein großes LUSTRUM aufgenommen wurden — im vorhinein; denn unsre lieben Kleinen sollen ihrer Art entsprechend große Kinder werden.

Ihr fragt, was dann die Ersten würden, oder ob es hernach keinen Unterschied mehr gäbe. Nun, indes wir weiterschreiten“, UR zeigt auf Seines Lichtes Berg, wo im sanften Abendgold das Heiligtum erglänzt, „wird mit dem Näherkommen die Erkenntnis sich gestalten, was sich mit auf das ‚Ewig-bei-Mir-sein‘ bezieht.

Im Dienen bleibt ein Unterschied, sonst würde alle Seligkeit ersterben, damit das eigentliche Leben, alles Herrliche aus Meiner Truhe. In dieser gibt es keinen Boden, von dem ein Letztes etwa aufzuheben wäre. So wie Ich unendlich bin, so auch Meine Schätze, Meine Ewigkeiten! Eben darin liegt der Fortgang eueres Lebens.

Zwar habt ihr einen Anfang für euch selbst, doch der Impuls von jedem Kindesleben lag in Meiner UR-Unendlichkeit! Durch das, was euch persönlich wurde, seid ihr an Mich angebunden, weswegen Ich die Bundeslade schuf — auf der Welt nur ein Symbol für alle Welten, in Meinem Reich die Darstellung des Bundes und der Gnade!— —

Nun sind wir auf der halben Höhe Meines Berges von Licht-Heilig angelangt und ihr könnt das von ‚Ewig-bei-Mir-sein‘ betrachten. Da frage Ich: Möchtet ihr das gern?“ Ein Schein ergießt sich auf die Gruppen, die von allen Seiten nahen. „Meine Frage gilt dem letzten Stieg hinan, und jeder kann Mir Antwort geben.“

URs sanftdunkle Blicke gleiten über das Gefilde, und so weit ein Auge reicht, sieht man Gottes Volk, die Scharen, die niemand zählen kann (Dan. 7, 10; OJ. 7, 9). Dennoch ist‘s, als sei die Riesenmenge eng vereint, als ob die nahen und die noch entfernten vor Ihm stünden, der Seines Liebe-Tages Last und Plage in die höchste Schöpferfreude senkt, in das

‚und siehe da, es war sehr gut!‘

1. Mo. 1, 31

Ein Ruf, dessen Anfang niemand kennt, dessen Ende niemand hört — außer UR! — ‚ so braust es zu Ihm auf. Er hat Sich umgewendet und steht nun höher als das Volk. „Wir sind bei Dir, ewig-heiliger Vater UR, Du Ewig-Einziger und Wahrhaftiger! Welche Stätte Du uns auch bereiten wirst, dort fernerhin zu dienen, da bist Du bei uns, da sind wir bei Dir!“

UR wendet Sich an Seine Fürsten zeigt hinüber auf den Platz, wo das Schöpfungskind allein verharrt und sagt: „Ihr sollt für Mein Volk die Antwort geben, wenn auch Sadhana ihr Letztes selbst vollenden muß, wie ICH die Erlösungstat vollbrachte: ‚Wird Sadhana ein Heimfindling, wird sie Mein Heimkehrkind‘?“ Das hört sie nicht, weil sie ihren Rest zu opfern hat (s Urwerk S. 269, r. Abs. 2), auch nicht die Antwort, die an des Tages weiteste Grenze dringt, vom Aufgang bis zum Niedergang, vom ersten Morgenrot bis zu jenem Abendglanz, in dem der Liebe-Tag verglüht. Und das ist es, was sie rufen: „Vater UR, Sadhana wird jetzt ein liebes Heimkehrkind!“

Ein Strahl, so unfaßbar, selbst für Gottes liebe Großen; trotzdem spüren sie die ungeheure Segnung, die sich daraus ergossen hat. UR geht hinauf, Sein HEPHATHA öffnet sich — für alle! — ‚ Er berührt die Mauern, daß sie sich dehnen (Jes 40, 22) und alle eingeschlossen sind in das Gehege dieses ewig-wahren Heiligtums. Der Seher hat einst recht geschrieben: ‚Und ich sah keinen Tempel‘ (OJ. 21, 22), weil auch er im Innenraum desselben stand.

Jubilate! Preis, Dank, Lob und Ehre! Jubilate!

UR bettet Seine Kinder in den sanften Frieden Seiner Nacht in der ER aus dem urgeheimen Quell die Segensstunden für den neuen Tag, dem Tage der Barmherzigkeit, dem Feiertage schöpft. Und ein neues

JUBILATE

wird erschallen.

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