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D) Weib und Sohn, Liebe und Glaube

— Rückschau —

Die Bedeutung der zwei Flügel, der Wüste, des Drachens, des Wassers, der 1260 Tage.

Eine Zeit, zwei Zeiten und eine halbe Zeit.

Kapitel 12  (Ps. 74, 19)

Wieder sind es vier Zeitbilder im vierten Teilgesicht des zweiten Hauptabschnittes, deren Folgen sich von vormenschlicher Existenz — auf die Menschen zugeschnitten — bis zur Umbruchzeit ergießen. Das erste Teilgesicht schließt den einmaligen Gnadenakt zwischen den Blitzen und Donnern mit ein und läuft von Luther ab bis 1914.

‚Es erschien ein großes Zeichen im Himmel; ein Weib, mit der Sonne bekleidet, und der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt eine Krone von zwölf Sternen.‘ Ungenügend wäre, ‚es erschien‘, nur als etwas Sichtbares anzusprechen; viel mehr ‚erscheint‘ eine ausübende Macht, die segnen und auch strafen kann; denn: ‚Ein großes Zeichen‘.

Das ist ein Siegeszug des Evangeliums trotz höchster Anstrengung der Finsternis. Ja — im Himmel, nicht am oder unter ihm erfolgt das Zeichen = unauslöschliche Wahrheitl Hier bedeutet außerordentlich der Himmel die ‚Ehre des Hohen Hauses‘, das das große Zeichen für sein Inneres wählt. Weil es jedoch auch außerhalb des Hohen Hauses Geltung haben muß, wird es durdi ‚es erschien‘ ausgewiesen.

Ein Weib, in vierfacher Deutung, mit der Werkschöpfung allerengst verknüpft. Zuerst stellt es die Tatliebe des sechsten Tages dar: Das unbegreifliche UR-Opfer mit der Auswirkung auf Golgatha. Ihre zweite Art ist des Himmels Gemeinschaftsliebe, die sich vom Reiche aus bis in den letzten Winkel der Materie ergießt. Die erste Art erfährt ein Symbol in Maria, JESU Erdenmutter, die zweite in Sadhana und ihrem Fall. Es stehen demnach den zwei wirklichen Arten zwei Sinnbilder gegenüber. In dem Zeichen Weib ist daher als ‚Liebe des Tages‘ die umfassende Erlösung anzusehen.

Mit der Sonne bekleidet = UR hat die Liebe wie ein Licht aus Seiner Gott-Herzkammer dem vollen Tagewerk geschenkt. ‚Das Licht scheint in der Finsternis‘ (Joh. 1, 5). O, welche Wahrheit! Ja: der Mond unter ihren Füßen = dieser Liebe wird die Materie unter ihre Füße gegeben, auch noch: sie betritt dieselbe als GOTT -Offenbarung.

Die Materie, entstanden durch den Ab-Fall, untersteht dem Weib = Liebe; auf ihrem Haupte eine Krone = hat ihr Ziel erreicht. Es ist zu beachten: unter = hinter ihr, die Weit überwunden; auf = vor ihr die Vollendung! Die Krone besteht aus zwölf Sternen, nicht, daß zu ihr irgendwelche gehören; und leicht erkennbar sind das die zwölf Gebote. Abschließend: In allen Lichtkindern wird die Tageliebe in Befolgung der Gebote als gekröntes Werk erhoben = zum Haupte URs!

‚Und sie war schwanger und schrie in Kindesnöten und hatte große Qual zur Geburt.‘ War während ihrer Wirksamkeit der später erst offenbarten tausendzweihunlertundsechzig Tage. Er ist kein kleiner Kampf, der um das Weib entbrennt. Noch ist die Geburt im Hinblick auf das Zeitbild nicht erkenntlich; aber der zuvor gelegte Same, der ‚Sproß Zemach‘ (Sach. 6, 12), kommt in Herrlichkeit hervor.

Schwer hat URs Liebe um den Erfolg gerungen! etwa keiner Schwäche wegen, oder weil der Gegner größere Kraft besitzt. Der Ausgleich ist es zwischen Bedingungen und freiem Willen. Immer muß die Liebe neu gebären, eine einzige urewige Frucht! Unter Kindesnöten schreit sie auf, von der Finsternis getreten

und verfolgt, wie alle, die sie und ihren Samen in sich tragen. Das kostet Kämpfe = Geburtsqualen; denn jederlei Verfolgung fordert von der Liebe eine Neugeburt. — ‚Es erschien ein anderes Zeichen im Himmel.’ Das zweite Zeitbild. Auch das erscheint = wird Tatsache; ebenfalls im Himmel Wahrheit. Doch der Unterschied? Das erste Zeichen ein ‚großes‘, das neue nur ein ‚anderes‘; in diesem Zusammenhang dem ersten nachgesetzt. Der tiefe Sinn, daß das ‚große Liebezeichen’ vorausgegangen ist, wird mit dem zweiten Zeichen zugleich erhellt.

‚Sieh, ein großer, roter Drache, der hatte sieben Häupter und zehn Hörner und auf seinen Häuptern sieben Kronen.‘ Der Kontrast ist fast zu groß, daß das Weib und der Drache im Himmel erscheinen. Müßte das zweite Zeichen nicht besser unter dem Himmel auftauchen? Aber nein: ‚im‘!  Diesem Tatbestand muß man ins Auge sehen. Doch die eine Frage, ‚wer ist der große, rote Drache wirft ein hellstes Licht in das abgrundtiefe Dunkel dieser Mystik.

Erschien der Drache im Himmel, so muß er ursächlich etwas anderes gewesen sein. Der Himmel bringt keine Finsternis hervor! Er konnte nur die reine Geburtsstätte des Zeichens gewesen sein. Hieraus jene Folge, daß es erst mit der bildverknüpften ‚Erscheinung‘ ein Drache wurde. Das deutet auf Sadhanas Luzifersturz.

Sadhana fiel im Lichtgehege, und erst nach dem Fürstenkampf wurde sie vom Lichte ausgewiesen (V. 8). Außerhalb desselben ist nie etwas geworden. Alles Gewordene kann sich da nur verändern, hinauf oder hinab, wie der freie Wille in Anspruch genommen wird. Der Drache ist Luzifer, auch die Finsternis in allem. Rot = Farbe der Liebe, gegensätzlich von Rache, Verderben, Krieg, Tod.

Der Drache hat sieben Häupter mit je einer Krone und zehn Hörner. Er ist der dem Tode unterworfene Widersacher; denn was außerhalb des Reichsgeheges lebt, das stirbt. Sterben ist zwar eine Auflösung, richtig Veränderung, aber keine Vernichtung. Wer inwendig stirbt, verliert seinen Lichtanteil. Diesen wieder zu erwerben, kostet mehr Qual, als das Weib bei ihrer ‚Kindsnot‘ hat.

Groß = dritter Teil des Lichtes, aus dem nebst dem UR-Anteil Stoff, Kraft und Geist in reiner Spiegelung der Eigenschaften entstanden sind. Und wie diese in sieben Häuptern = Fürsten ihre Manifestation besitzen, so zeigt der gewordene Gegenspieler auch sieben Häupter her, leider ohne Harmonie; sie stoßen ja zehn Hörner vor.

Die sieben Häupter des Gegenspielers sind vom Reiche aus gesehen ebenso die von Sadhana vor ihrem endgültigen Fall auf ihrer Sonne Ataräus geschaffenen sieben Hügel-Ältesten, die mit ihr und ihrem Anhang sich von UR lossagten. (in ‚UR-Ewigkeit in Raum und Zeit‘ bereits gesagt).

Die Häupter: Unordnung, Eigenwille, Klugheit, Hohn, Ungeduld, Haß und Unbarmherzigkeit (Chaos, Starrsinn, Bosheit, Hohlheit, Hochmut, Dummheit, Betrug); sie sind die Könige, Großen, Reichen, Hauptleute, gewaltigen, Knechte und Freien. Der Drache, die schwarze Königin, mußte schon im dritten Bild des dritten Teilgesichts das Feld verlassen. Nun herrschen seine Häupter = sieben Dämonen (Luk. 11, 26) als Dynastie der Finsternis. Noch hat UR aus höchster Güte nicht das ‚Schach‘ geboten, obwohl die schwarze Königin bereits in Seinen Händen ist!

Die zehn Hörner entfallen auf zehn Weltreiche, von denen sieben der Zeit vor und drei der Zeit nach JESU angehören, jene, die im Schöpfungsausgleich eine Rolle spielen. Die Hornhäupter sind Ägypten, Syrien, Babylonien, Assyrien, Philister, Meder und Perser, die dem Zeitbild nach Rechtlosigkeit, Tyrannei, Sittenlosigkeit, Frevel, Machtwahn, Zwietracht und Aufruhr säen.

Die übrigen Hörner, ohne eigene Häupter, in ihrer Struktur ganz anders geartet und ein eigenwilliges Zusammenspiel zwischen rein völkischem gewolltem Bestand aufweisend, sind das Rom (Volk und Kirche), das Römische Reich Deutscher Nation (nicht Deutschland), und die gesamte Koalition der gegnerischen Völker des Abendlandes (Abend Ende). Ihre Ausübungen sind Zentralisierte Macht, Völkische Macht und Politische Macht.

Die Kronen kommen sieben Verbrüderungen gleich und zwar: Weltgesellschaften, mammonistische Zentren, Einfluß, Ehrgeiz, Gepränge, Habsucht und Bestechung. Sie entspringen genau in Reihenfolge den sieben Häuptern, bzw. deren Triebhaftigkeit. Die Kronen auf den Häuptern = erlangte Herrschaft ihrer Triebe.

‚Sein Schwanz zog den dritten Teil der Sterne des Himmels hinweg und warf sie auf die Erde,‘ Schwanz = Folgen, auch Ende; wegziehen mit Gewalt zerstören wollen, doch ist das Wollen stärker als das Gelingen. Immerhin: ein Drittel der Sterne Sadhanas Reichsdrittel, darum ‚Sterne des Himmels‘. Sonst bedeuten sie Licht, Erkenntnis und Weisheit, an deren Stelle das Weltwissen tritt. Auf die Erde werfen unterjochen, erniedrigen, aus dem Geiste die Materie machen.

‚Der Drache trat vor das Weib, die gebären sollte, auf daß, wenn sie geboren hätte, er ihr Kind fräße’. Vor das Weib treten = der Gott-Liebe in den Weg stellen; ihr Kind fressen = Liebewerk zunichte machen, guter Bemühung den Erfolg nehmen, Gläubigen die Hindernisse bauen. Man fragt um das ‚Warun’; doch das Ende zeigt, was diese Geist und Notgeburt erbringen wird.

‚Sie gebar einen Sohn, ein Knäblein, der alle Heiden sollte weiden mit eisernem Stab. Und ihr Kind ward entrückt zu Gott und Seinem Stuhl.‘ Gebären = die Liebe bringt ihre Frucht trotz Anfeindung; ein Knäblein Glaube! Noch ist es eine kleine Frucht, bescheiden liegt es in der lieben Hand. Allein, es lebt, es ist ein Zeugnis! Es soll alle Heiden weiden alle Menschen, niemand ist ausgeschlossen, der Erlösung ist jeder ewig an- auch eingeschlossen, eingehegt.

Weiden = freien WiIlen belassen, man kann glauben oder nicht. So gerade ist die Gott-Liebe über alle Dämonie gesetzt, denn das große Gegenspiel besteht. Die Heiden glauben auch, an Götzen, denen sie ihr Tun und Lassen opfern. Und der eiserne Stab = URs heiliger Wille im Zeichen des Schwertes, wie das nächste Zeitbild offenbart. Das Schwert herrscht auf der Weide = Erde und Materie (Matt, 10, 34). Die Geburt der Liebe = echter Glaube; wird zu Gott entrückt und zu Seinem Stuhl.

Entrückt wahrhaftig erhoben, erlöst; zu Gott = dem Reiche zugehörig nach Gottes Willen, der als das zweischneidige Schwert die Gläubigen schützt, die Ungläubigen schlägt; zu Seinem Stuhl = zur Rechtfertigung vorgebracht. Wird der Glaube aus göttlicher Liebe geboren, so gelangt er zu dem Rechts- und Gnadenstuhl Gottes, ‚So ihr Glauben habt wie ein Senfkorn …‘ (Gal, 3, 24; Joh. 1, 12; Luk. 17, 6).

‚Das Weib entfloh in die Wüste, wo es einen Ort hat, bereitet von Gott, daß es daselbst ernährt würde tausendzwei hundertundsechzig Tage.‘ Daß das Weib keine Person darstellt, ist leicht einzusehen, Entfliehen = die Liebe zieht sich zurück; nur erleidet sie im Heilsplan dadurch keine Einbuße, denn sie wird dem Bildakt nach in dieser Zeit ernährt = gestützt, in ungeschmälerter Kraft erhalten.

Nur in dieser Bildzeit wendet sich die Liebe von der Erde ab, weil ihr das Kind = Glaube genommen ist. Damit haben die im vorigen Bild zwischen Blitzen und Donnern eingeschobenen Stimmen hierorts keine erlolgreiche Ausübung. Warum Liebe und Glaube im Zeitbereich des siebenten draachenhauptes und seines zehnten Hornes von der Erde weggenommen Werden, bedarf keiner Auslegung.

Weshalb eine Flucht in die Wüste? an einen von GOTT zubereiteten Ort? Wüste = Einsamkeit, der Liebe wird auf Erden kein Wohnrecht eingeräumt. Hier haust der Drache. Nun aber vom irdischen Standpunkt aus gesehen wäre die Liebe in der Wüste = Welt verlassen, vom Drachen dorthin getrieben in seinem Götzenglauben, daß sie daselbst Hungers sterben müßte. Und wäre Gottes Liebe daselbst tot, — siebenköpfig, zehn hörnig wäre sein Triumph!

Den erstrebten Sieg vernichtet der All-Heilige; denn der bereitete Ort heißt GOLGATHA! Von dieser Stätte strömt unentwegtes Opferbtut durch Raum und Zeit. Wer von ihm trinkt, wird in seiner Einsamkeit und Verlassenheit, in Angst und Not ernährt = gestärkt. Selbst die Finsternis muß davon trinken. Das ist die höchste UR-Bedingung, die der Sich Opfernde an die Schänder Seiner Schöpfung stellt! Mit der unbedingten Erfüllung der Forderung wird die Liebe ernährt in den tausendzweihundertundsechzig Tagen = Hochflut der Gnadensegnung. —

Das dritte Zeitbild: der große Himmelsstreit! Wohl ist es eine Rückschau auf den Kampf, unmittelbar nach dem Fall. Wäre das aber nur gemeint, dann hätte es der Seher eingangs seiner Offenbarung festgehalten. Die Rückschau zeigt die sich daran anschließenden Folgen, den fortgesetzten Kampf zwischen Licht und Finsternis.

‚Und es erhob sich ein Streit im Himmel: Michael und seine Engel stritten mit dem Drachen; und der Drache stritt und seine Engel, und siegten nicht, auch ward ihre Stätte nicht mehr gefunden im Himmel.‘ Der Feind wird vom Feuer aus der Ernstfakel verfolgt; er flieht in dunkle Räume, ein Teil der UR-Ewigkeit, der noch nicht dem Tag der Liebe, noch dem Tat-Jahr übergeben war.

Die Zeitbild-Deutung gilt dem laufenden und künftigen Kampf. Es erhebt sich ein Streit = eine Unstimmigkeit wird vorgebracht; im Himmel = Forum der UR-Wahrheit; Michael und seine Engel = Gottes Wille und jene Helfer, die ihren Ordnungsplatz erhalten; Drache und seine Engel = das böse Prinzip, unterstützt von Untugenden, Lasterhaftigkeiten, Einflüsterungen und sonstiger Verführungen.

Das ‚nicht Siegen‘ klingt unwahrscheinlich, weil auf Erden, dem Hauptbannort der Finsternis, das böse Prinzip kaum noch vorstellbare Gewalt angenommen hat. Dem Böen ist ja Tür und Angel aufgetan, um sich durch die ‚Breite der Gasse‘ zu wälzen und seine äußerste Kraft anzuwenden. Es hat so seine äußerste Schneiligkeit erreicht; doch nicht zum Sieg, sondern zur Verausgabung der letzten Kraftreserve. Auf dem Standort, wo sein Prinzip ‚Herr der Erde‘ ist, waltet das Licht unentwegt weiter. Den Siegeszug des Evangeliums hielt keine finstere Zusammenballung auf. Dem geheimen, einsamen Ort (Golgatha) entströmt die Fülle göttlicher Heilswahrheit.

‚Es ward ausgeworfen der große Drache, die alte Schlange, die da heißt der Teufel und Satanas, der die ganze Welt verführt, und ward geworfen auf die Erde, und seine Engel wurden auch dahin geworfen.‘ Ausgeworfen = fallen lassen, nicht mehr würdig sein. Aber die vor dem Fall verliehene schöpferische Gabe ist nicht zerstört, sie ist nur gebunden. Daher große = Kraftimpuls; alte = Erst-sein, Erstgeburt für das Werk; in Verbindung mit Schlange = das erste Abfällige.

Dieser Alt-Gefallene betrifft in Person Sadhana-Luzifer, in Kraft Teufel, Satanas, die gesamte Finsternis. Ward auf die Erde geworfen = sein Fall ist Tatsache; seine Engel = Anhänger. Nachfolger. Gemäß der Finsternis kann das Wort ‚Engel‘ wegfallen, zumal Johannes den einstigen Himmelskampf rückschauend sah, doch den immerwährenden meint. Das bezeugt das Abschluß-Zeitbild der Rechtsausübung, deren Aufgaben trotzdem bis zum Ende der halben Zeit weiterlaufen. — ‚Ich hörte eine große Stimme, die sprach im Himmel: Nun ist das Heil und die Kraft und das Reich unseres Gottes geworden und die Macht Seines Christus, weil der Verkläger unserer Brüder verworfen ist, der sie verklagte Tag und Nacht vor Gott,‘ Große = keine Einzelstimme, sondern die offenbare Darstellung der Allmächtigkeit: Das Wort vom Kreuz! Ja: Heil, Kraft und Reich ist Gottes geworden = das Kreuzblut vollzieht die Heilung der schrecklichen Schöpfungswunde, womit sich das Reich der Herrlichkeit zum ersterhaltenen Stand erhebt, nämlich  —  zu GOTT, zu UR!

Macht seines Christus = das am Abend des Liebe-Tages vollendete Heils—, CHRISUS—Werk! Heil = Heilandsopfer; Macht = Erlösungsform, und beide sind über Golgatha zwei Urgrundsteile des Reichs. Dadurch ist JESU nach Seiner vollbrachten Opfer-Tat wieder UR_IMANUEL, der Hochpriester MELCHISEDEK! In Offenbarung! Das Reich ist Ihm geworden = der abgefallene Teil ist dem Reiche wieder urkundlich durch das Testament einverleibt.

der Verkläger unserer Brüder ist verworfen. War nicht Mose als der Kläger angesagt? Oder sind Kläger und Verkläger zweierlei? Ja, den Personen nach bestimmt; denn Mose klagt auf Grund der ungeachteten Gesetze an, während der Drache der Hauptangeklagte ist. Aber das Verführtwerden, das Mit-hinab-in-die-Tiefe-gerissen-sein steht als überwältigende Anklage vor dem Allmächtigen. In diesem Sinne wird der Drache als auftretender Verkläger verworfen.

Tag = gute Taten unterlassen; Nacht – trotz Erkenntnis Bosheit ausgeübt; zu jeder Zeit steigt die Anklage vor Gott = alle Taten unverborgen. Unsere Brüder = jedes kindgeschöpf, das vom Reich zum Zwecke einer Lichthilfe (Erntearbeit) zur Materie geht. Das grundsätzliche Verwerfen vor Gott: Erbsünden und jenes unter schlimmsten Verfolgungen erwachsene Ungute werden wegen des gebrachten Mitopfers nicht angesehen, erlösend um so weniger, wenn ein Kind aus seinem Herzen nicht das hohe Ziel verliert.

‚Sie haben ihn überwunden durch des Lammes Blut und durch das Wort ihres Zeugnisses und haben ihr Leben nicht geliebt bis an den Tod.‘ Sich zum Reich bekennen, erfordert eine Überwindung, was weltlich selten zu erlangen ist. Soweit aber jemand des Himmels Kräfte in sich walten läßt, soweit nimmt er seinen Höchststand ein. Das kann zeithaft nur durch Golgatha und das damit verbundene Wortzeugnis geschehen, noch vielmehr aber durch die Handlung nach dem Wort.

Ihr Leben = bereits erlangte Kindschaft; nicht geliebt bis an den Tod = Abstieg zur Materie, Opferung der Kindschaft, um den Gefallenen aufzuhelfen. Das ist wahr ihr Leben nicht geliebt. Sie kennen das UR-Opfer, im Kreuz-not-opfer symbolisiert Freiwillig gehen sie zur Tiefe = Tod, um Stück für Stück des verschleuderten Kraft-Reichtumes in mühseligster Anstrengung zur hohen Reichseinheit zurückzutragen. Das Leben in einer Welt ohne Rückerinnerung und ohne Gott-Anschauung wird als Mitopfer gewertet. Außerdem gilt ein Erdentod vom Zeugnis her als Perle einer Kindeskrone.

‚Darum freuet euch, ihr Himmel und die darinnen wohnen! Weh denen, die auf Erden wohnen und auf dem Meer! denn der Teufel kommt zu euch hinab und hat einen großen Zorn und weiß, daß er wenig Zeit hat.‘ Ihr Himmel = die sieben Reichssfären sind voll Freude über den Erlösungsausgang; die darinnen wohnen = ihr Reichsanrecht durch Treue bei der Schöpfungs-freiheits-probe und im Mithilfsweg (Erntearbeit) für das Verlorene erworben haben. Der HERR spricht stets nur von einem Sohn, einem Schaf, oder einem Groschen, was verloren war.

Weh denen = ein Teil des dritten Wehe; auf Erden wohnen = materiell verhaftet, dienstbar; und auf dem Meere wohnen = in weltmachtmäßige Triebhaftigkeit verstrickt, ein geistloses Wrak, ohne Steuermann auf trügerischen Wassern von Vergänglichkeiten treibend.

Teufel kommt hinab = böses Prinzip im Bunde mit den Weltlingen. Die Offenbarung zeigt noch an, daß mit dem ‚Es ist vollbracht‘ Luzifer als Person nicht mehr handelnd wirkt, wohl aber seine Dynastie, die erst im letzten Ablauf des Gerichtes ihrer Hölle zu entreißen ist, während der ‚Kopf’ der Schlange mit Golgatha zertreten = vom Leib der Schlange (Hölle) abgetrennt wurde (1. Mo. 3, 15). Die sieben Drachenhäupter haben dafür eine siebenfache Dämonie auf die Welt geworfen.

Und die Höllendynastie samt ihren Hörigen sind zornig; auch der Allmächtige hält Seinen Rechtszorn nicht zurück. Alles drängt der knappen Zeit wegen zur Entscheidung. Die Dämonie ballt sich mit Wucht zusammen, um zu einem noch möglichen Durchbruch zu gelangen. Doch das Bild sagt weiter aus:

‚Da der Drache sah, daß er verworfen war auf die Erde, verfolgte er das Weib, das das Knäblein geboren hatte.‘ Sah = Grimm, Wahrnehmung der Machtlosigkeit; auf die Erde verworfen = nur noch auf den kleinen Weltkreis Einfluß habend, außer den Inkarnierten, deren Urwesen vom Himmel kommt, die nicht dem Einfluß wohl aber dem Angriff ausgesetzt sind. Doch der Enderfolg blibt der Finsternis versagt.

Der Fortkampf gilt dem Weib, der LIEBE, in der Welt wie in Eis und Schnee erstarrt. Allein — der GOTT, der kraft Seines Bundes der Erde die vier Jahreszeiten gab, der durch einen Föhn den Winterfeind zur Streke bringt, der gleiche Gott ließ diesen harten Weltenwinter zu; aber unter dessen rauher Hülle baut ER die Herrhchkeit des Auferstehungsmorgens als Bezwinger jedes Todes und der Hölle auf. Nichts hemmt den Siegeszug Seiner Glorifikation! Das Wort fällt in den Sinn: ‚Bittet, daß die Zeit verkürzt werde!‘ (Matt. 24, 20 —22).

Daß diesem ‚Winter‘ der Schöpfungsfrühling, der heilige Sabbat (1. Mo. 2, 2) folgt, wird dem Seher wundersam gezeigt. ‚Und es wurden dem Weibe zwei Flügel gegeben wie eines großen Adlers, daß sie in die Wüste flöge an ihren Ort, da sie ernährt würde eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit vor dem Angesicht der Schlange.‘

Wüste, Ort und Ernährung  wurden schon erklärt. Vom andern sei noch gesagt: Zwei Flügel = Kraft und Gnade; gegeben = ständiger Beistand; Wahrzeichen der Flügel = die Liebe erhebt sich über die zusammenstürzende Trümmerwelt; wie ein Adler = die Materie unter sich zu lassen; dazu ein großer = der die Jungtiere, schwankende Gläubige, barmherzig auffängt und sie trägt. Der Ort bedeutet noch = in GOTT eingehegt sein, in Seinem Allmachtsschutz sich geborgen fühlen.

Tiefgeistig: Die Liebe (Weib) kommt zur Erde (Wüste), erhält die Vollendung des sechsten Schöpfungstages (wird ernährt), woraus die Urkindschaft erworben, auch zurückerworben wird. Die wieder zitierte dreiundeinehalbe Zeit ist die gesamte Fallzeit, beglaubigt mit ‚vor dem Angesicht der Schlange‘ = innerhalb des ihr belassenen Raumes und der Zeit, auch: muß der Waltung hochheiliger Liebe zusehen.

Das Außerste wird versudit: JESU TOD! ‚Die Schlange schoß nach dem Weibe aus ihrem Mund ein Wasser wie einen Strom, daß er sie ersäufte.’ Schießen = Heimtücke Hinterhalt; aus ihrem Mund =  falsche Sprache; ein Wasser = Weltobrigkeit; Strom Zusammenballung starker Macht. Es sieht aus, als ob die Liebe untergeht, denn ersäufen = gerechten Widerstand zunichte machen.

Dem Drachen, den sieben Häuptern und zehn Hörnern mißlingt, die Liebe zu verderben. Alles muß in unabwendbarer Wieder-gut-machung abgetragen werden. Worauf die Dämonie sich stützt, kommt dem Weib zu Hilfe. Ja: ‚Die Erde half dem Weibe und tat ihren Mund auf und verschlang den Strom, den der Drache aus seinem Munde schoß.’

Erde als Welt bedeutet entweder die gesamte Finsternis oder eine Tatsache; in höchstem Licht jedoch das dritte UR-Element. Und dieses tut dem Bilde nach de Mund auf = bekundet Recht und Unrecht. Diese ‚Kunde‘ widersteht dem Strome aller Übel! Darum bleibt die Liebe an ihrem Ort unter dem Schutze des Allmächtigen. Geschieht das auch nicht immer während einer Lebenszeit, so wird dennoch die Tatsache für die Gläubigen ausgetragen. Dafür ist das Lichtreich höchster Bürge seiner Bürger! Und die Erde ist die Erlösungsstätte – GOLGATHA! Das verschlingt den Strom vom Drachenmund = Tod, Geistlosigkeit.

‚Der Drache ward zornig über das Weib und ging hin, zu streiten mit den übrigen von ihrem Samen, die da Gottes Gebote halten und haben das Zeugnis Jesu Christi.‘ Warum zürnt der Drache nicht über die Erde, die sein Vorhaben zu nichte macht? Nun, sofern es überhaupt die Welt beträfe, würde er sich selbst zum Feind (Luk. 11, 18-19). Und Golgatha, das UR-Symbol der Gottesliebe abzustreiten, ist ihm gleich gar nicht möglich, zumal es ursächlich nur der Gefallenen wegen geschah! Die Gerichtssegnung wird es herrlichst unter Beweis stellen.

Der Kampf gegen Gottes Liebe und die Gottgeliebten hört einmal auf, weil das Kreuz ihr Schirmherr ist. JESU und Sein KREUZ — Liebe und Wille sind der Hölle Zwingherr. Bildmäßig gibt der Drache sich noch nicht geschlagen und wendet sich dem Samen aus dem Weibe zu, eindeutig jenen, die Gottes Gebote halten und haben das Zeugnis CHRISTI =  haben den Glauben, das Knäblein.

Liebe ist der Dominant des sechsten Tat-Jahr- Tages; aus ihr geht hervor, was der Tag bedarf: Die Vollendung als das Siegel Christi! Wer das hat, ist der Finsternis ein Feind. Die Menschheit tritt ihr letztes Erbe an: ‚Die Weitere Rechtsausübung‘! Es ist gleicherweise der Weg nach ‚Emmaus’ und nach ‚Harmagedon‘. Dem Zeitende der offenbarten Rechtsausübung sei daher die eindringliche Bitte angefügt:

‚HERR, bleibe bei uns, denn es will Abend werden und der Tag hat sich geneigt.‘

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