c) Drei Engel mit der Macht der Grundstrahlungen, ihr Erfolg
‚Ich sah einen Engel fliegen mitten durch den Himmel, der hatte ein ewiges Evangelium zu verkündigen denen, die auf Erden wohnen, und allen Heiden und Geschlechtern und Sprachen und Völkern, und sprach mit großer Stimme‘: Fürchtet Gott und gebet Ihm die Ehre; denn die Zeit Seines Gerichts ist gekommen! Und betet an Den, Der gemacht hat Himmel und Erde und Meer und die Wasserbrunnen.‘
Johannes sieht lichthell das gegenwärtige Tun von drei Engeln. In seiner weiteren Beschreibung muß er aber dann gewisserart wegen dem Anschluß des nächsten Zeitbildes wieder nach rückwärts greifen. Jede einzelne Handlung der drei Engel bleibt daher bis zum Ende in der Gerichtszeit enthalten.
Ein Engel fliegt = in Eile Raum und Zeit überwindend; mitten durch den Himmel = durch das Reich, und damit verbunden für die Materie wahrnehmbar, ob man ihn erkennen will oder nicht; hat ein ewiges Evangelium zu verkündigen = die vollgültige Wahrheit anzusagen. Nur zweitlinig wird auf das Bibel-Evangelium Bezug genommen, das ja auch ein Ansager des Gerichtes ist (Matt. K. 24 u.a.).
Die auf Erden wohnen = dem Einfluß der zwei Machttiere Verfallene; verkündigt wird = sollen durch den ‚Engelsakt‘ noch zur Erkenntnis kommen, um aus der Gerichtswahrheit eine Heilswahrheit zu machen. Aus dem Grunde erhalten es alle: Heiden = Ungläubige; Geschlechter = Mitläufer; Sprachen = Irregeführte; Völker = vereinigte Parteien. Es gilt freilich trotzdem auch den Glaubensgruppen.
Große Stimme = eindrucksvoll! Der Kriegsbeginn 1914 führte viele Leute in die Kirchen. Fürchtet Gott = fürchtet das Ende eurer Tage; Ihm die Ehre gehen = den alleinigen Schöpfer anerkennen; die Zeit Seines Gerichtes ist gekommen = Gnadenwaltung ist abgelaufen. Daher mitten durch den Himmel = Durchschneiden der Gnadenwaltung, zugleich die Aufforderung, DEN anzubeten, Der alles gemacht hat.
Himmel, Erde, Meer, Wasserbrunnen! Wieder eine vierfache Darstellung. Der Himmel = LICHT, schuf die Erde = LEBEN, dem das Meer = LIEBE gebracht wurde, ja ein ‚Meer von Liebe‘ durch CHRISTUS; dazu die Wasserbrunnen = WAHRHEIT (Joh. 4, 14). Doch die Erdbodenmenschen ersticken das gläubige Aufflammen; und die fortlaufenden Gerichtsepochen treten in gedrängte Zeitkürze, dafür weit wuchtiger ein. Das eigentliche Zeichen wird noch aufgetan (V. 14-17).
‚Ein anderer Engel folgte nach.‘ Der namenloses Elend bringende Zweite Weltkrieg folgt, der ausbleiben konnte, wären die vier vorgenannten Heilsgüter anerkannt worden. Es ist eine im Abschnitt bedingte aber nur wortmäßig vorgreifende Schau; denn erst später wird das dafür Zuständige zeitgerecht gedeutet (18, 2). Beide fast wörtlich klingende Stellen haben also miteinander weniger zu tun.
‚Sie ist gefallen, sie ist gefallen, Babylon, die große Stadt: denn sie hat mit dem Wein ihrer Hurerei getränkt alle Heiden.‘ Sie ist gefallen = ist dem Gericht anheimgefallen; mit dem Wein ihrer Hurerei = Betäubung durch die Machttiere; alle Heiden getränkt = alle Armen, Unwissenden, Leichtgläubigen verführt (Jer. 51, 6-8). Wahrlich, alle Folgen des zweiten Kriegsendes bleiben ungeschrieben! Und der Sieg der Sieger steht auf Papier! Die Daniel‘schen vier Winde (Dan. 7, 2) treiben es dem großen Meer = unaufhaltsam dem Untergange zu.
‚Der dritte Engel folgte diesem nach und sprach mit großer Stimme‘. Also eine dritte Last. Das Kriegsende ist der Schluß der zweiten End-Gerichtsepoche; die dritte stößt bald ihre gewaltige Tür auf. Was hindurchflutet, zieigt das weite, dritte und vierte Teilgesicht der Weiteren Rechtsausübung an (K. 15 bis 20).
‚So jemand das Tier anbetet und sein Bild und nimmt das Malzeichen an seine Stirn oder an seine Hand, der wird vom Wein des Zorns Gottes trinken, der lauter eingeschenkt ist in Seines Zornes Kelch, und wird gequält werden mit Feuer und Schwefel vor den heiligen Engeln und vor dem Lamm.‘ Bisher war alles genau gesagt; nun heißt es: so jemand … Der Himmel läßt der Welt freien Lauf. Darum klingt die Rede, als ob es gleichgültig geworden sei, was die Menschheit tut.
Wer das Weltmachttier anbetet nur nach dem Irdisch-Materiellen lebt, das Malzeichen annimmt an die Stirn oder Hand = nach Belieben Kenntnis und Tat-Macht zu seinem Vorteil ausnutzt, hat sich aus des Höchsten Hand herausgewunden und steht außerhalb des Rechttsstandes oder Rechtsbeistandes des heiligen Reichs. Zorn = gerechte Abrechnung, keine willkürliche Strafe. Der HERR Selbst straft nicht, denn auch: ‚Vor dem Lamm‘! Das wird noch gedeutet.
Wein des Zorns = absolute Wahrheit. Zwei Weine stehen sich gegenüber: der Hurerei und des Zorns Gottes. Der heilige Zornwein lauter eingeschenkt = bringt erschreckendes Erwachen, die Erkenntnis: ‚Zu spät!‘ Seines Zornes Kelch = Seiner Wahrheit Werk: Gethsemane! Nach dem Zuspät kommt keiner an Gethsemane vorbei, ohne nicht von der Last der Wahrheits- abrechnung erfaßt zu werden.
Gequält mit Feuer und Schwefel = Reue und Verzweiflung; vor den heiligen Engeln und dem Lamm hat zwei Sichten. Erstens hat nicht der Reichsherr eine Qual hervorgerufen, sonst müßte es ‚von‘ statt ‚vor’ heißen. Den Zornwein trinken müssen hat jeder selber Schuld, der zuvor den Hurenwein getrunken hat. Hehre UR-Bedingung: Wer nicht in des Höchsten Hand sein will, muß unter ihr sein; im Gesetz stehen bringt Rechtfertigung, unter das Gesetz gestellt, Sich-beugen-müssen. Zweitens: vor den Engeln = vor der Zeit des Falles; vor dem Lamm = eingehegt in die Erlösung. Darum wird das Lamm hier auch nach den Engeln genannt.
‚Der Rauch ihrer Qual wird aufsteigen von Ewigkeit zu Ewigkeit; und sie haben keine Ruhe Tag und Nacht, die das ‘Tier haben angebetet und sein Bild, und so jemand hat das Malzeichen seines Namens angenommen.‘ Rauch ihrer Qual = Ruf nach Erlösung, der einmal Erhörung findet. Darum steigt er auf; andernfalls muß er unten bleiben. Von Ewigkeit zu Ewigkeit = von der Zeitgrenze des geistverlassenen Raumes bis zur Zeitdauer des heiligen Reichs; von der armen Welt-Ewigkeit bis vor den Gnadenstuhl; von Harmagedon bis nach Zion!
Gäbe es fortgesetzte Qual, wo bliebe die Barmherzigkeit? Gottes Zeit ist ohne Aufhören! Beträfe das auch die Qual, müßte sich das geschaffene Leben verzehren. Wenn so, wäre es kein Leben aus dem Schöpfer. Aber alle Dinge sind durch dasselbe (Wort-Leben) gemacht‘ (Joh. 1, 3). Es gibt einen Gnadenweg, sobald die Gnade wieder waltend wird.
Sie haben keine Ruhe Tag und Nacht = keine Erhörung (Hebr. 4, 1-3), bis sie ihre Schuld erkennen und sich unter URs Bedingung beugen. Auch hier das Gegenüber: Ruhe der Heiligen = Vollendung. Das Malzeichen des Namens angenommen hat außer dem Bisherigen — es wäre sonst nicht abermals erwähnt —‚ daß die früheren Anbeter die Urheber und Weiterträger sind, während die nun Bezeichneten als Betörte gelten können.
‚Hier ist Geduld der Heiligen; hier sind, die da halten die Gebote Gottes und den Glauben an Jesum.‘ Eine Erinnerung an den Kampfruf wider die Finsternis und der Zusage der Reichsbeständigkeit. Darum besonders das Halten der Gebote Gottes die zwei Berge; und den Glauben an JESUM = das hochheilige Christuswerk. Das vierte Bild ist offenbarungshaft zu Ende.
‚Ich hörte eine Stimme vom Himmel zu mir sagen: Schreibe: Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben von nun an. Ja, der Geist spricht, daß sie ruhen von ihrer Arbeit; denn ihre Werke folgen ihnen nach.‘ Das ist eine Sache ganz für sich, aber nicht bezuglos auf den Kranz schwerer Bilder, die es umranden. Stimme vom Himmel = Ansage, die durch den Schreibauftrag höchste Bedeutung erhält, die ihren Grund im heiligen Schöpfungstestament besitzt.
Wird ‚Selig sind die Toten‘ verstanden? Manche meinen, es seien die im Glauben an GOTT Gestorbenen. Das wohl auch; allein das ist nicht die Grundbedeutung. Selig = glücklich; wer ein Toter ist = von der Welt abgekehrt, nicht von ihr gefangen sein (kein Mönchstum). Gerade deshalb: Die in dem Herrn sterben = sich IHM mit ihrem ganzen Leben völlig überlassen im Himmel und auf Erden. Das ist die tiefere Deutung dieses Sterbens.
‚Von nun an‘ ist zeithedingt für jeden, speziell im Augenblick des erreichten Zieles. Dann setzt die Frucht des Mitopfers ( Tod) ein. Der Geist spricht = der All-heilige UR sagt es zu; ruhen von ihrer Arbeit = überschauen beruhigt ihre Werke, auch in Lichtruhe (Hebr. 4, 9-10). Die Früchte als ihre Werke folgen ihnen nach = sind ein ewig kostbares Gut, welches das Reich immerfort zu seinen Reichsgütern sammelt, was im Reich-Tum offenbarend bleibt (Hes. 47, 12 und Röm. 14, 8).
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