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d) Beginn des kommenden großen Gerichts (1914). Erste Auswirkung desselben

d) Beginn des kommenden großen Gerichts (1914). Erste Auswirkung desselben

Dem Seher wird das erste Teilgesicht der Weiteren Rechtsausübung in seinem Umfang vorausgezeigt, bevor die letzten drei furchtbaren Perioden zu enthüllen waren. Es ist eine beachtliche Rücksichtnahme auf den Empfänger der Offenbarung, die ihn zutiefst erschüttern mußte. Erst als er fähig ist, sichh mit dem Schrecklichen zu befassen, kann er das Einzelne davon erkennen.

‚Ich sah, und siehe, eine weiße Wolke. Und auf der Wolke saß einer, der gleich war eines Menschen Sohn; der hatte eine goldene Krone auf seinem Haupt und in seiner Hand eine scharfe Sichel.‘ Ich sah und siehe, ist wieder Doppelvergeistigung, Bild und Auswirkung zugleich. Weiße Wolke = helle Sache; saß einer = hat den Rechtssitz der Sache erhalten; wie eines Menschen Sohn = im Auftrag URs; goldene Krone auf dem haupt = Dokument der erhaltenen Herrschaftsgewalt; Sichel = Werkzeug, Zeichen der Gerichtsernte. Wo die Sichel zuerst mähte (Europa), gilt der August (1914) als Erntemond.

‚Ein anderer Engel ging aus dem Tempel und schrie mit großer Stimme zu dem, der auf der Volke saß: Schlag an mit deiner Sichel und ernte; denn die Zeit zu ernten ist gekommen, denn die Ernte ist dürr geworden!‘ Der andere Engel = der erste Wächter; vom Tempel ausgehen = von der UR-Vollmacht; schreien = den Befehl geben; schlag an mit deiner Sichel = Zeitbeginn; und ernte = zögere nicht mehr; die Ernte der Erde ist dürr geworden = das Menschenwerk ist vertrocknet — nicht etwa reif! ‚Und der auf der Wolke saß, schlug an mit seiner Sichel an die Erde und die Erde ward geerntet‘ = die Tatsachen vor den HERRN gebracht; auch: das irdische Scheinwerk ausrotten.

‚Ein anderer Engel ging aus dem Tempel im Himmel, der hatte eine scharfe Hippe.‘ Der Hippe-Engel folgt unmittelbar dem Sichelträger im Zeichen des Ernstes. Aus dem Tempel = wieder in UR-Vollmacht, aber aus seinem Bereich wie der Sichel-Engel, nicht als Auftraggeber, sondern als Ausübender eines gegebenen Befehls.

Der Hippe-Engel ist ohne Krone: Das Reich behält die Offenbarung seiner Herrlichkeit mit Beginn der Sichelernte ein, und nicht, weil etwa einer mehr als der andere gilt. Bis zum Wiedererscheinen des Weißen Reiters (19, 11) kommen nur noch große Stimmen pp. vor, aber keine Kostbarkeiten. Befehlsträger oder Ausübende treten schmucklos auf, wie in tiefster Trauer.

‚Ein anderer Engel ging aus vom Altar, der hatte Macht über das Feuer und rief mit großem Geschrei zu dem, der die scharfe Hippe hatte und sprach‘: Der andere Engel ist der zweite Wächter und vertritt die priesterliche Heiligkeit. Darum geht er aus vom Altar = Heiliger Herd, vom ‚Schutz‘,  zumal für die Getreuen.

Zweitens gilt der Schutz dem Reich. Zum Dritten wird in ihm der Befehlsträger eingeschlossen, weil am Ende die verdorbenen Seelen auch ein Anklagerecht erhalten. Wen werden sie verklagen? Sich? oder die Finsternis, der sie angehören? Nein — den ‚Himmel‘ machen sie verantwortlich (1. Mo. 3, 12); denn des Sichelträgers Wolke ist derselbe Tempelteil, aus dem der Hippeträger kommt. Und vom dritten Zeichen ist gleichfalls nur ein Ausgang aus dem Himmel zu erwarten.

Der vierte Schutz wird den Verlorenen zuteil. Eigenartig, daß sie neben dem Gericht ein Rechtsschutz überkommt. Das hat seine Wurzel in der Bündnisgnade, die für sie das ‚Äußerste‘, die Hülle zu einem Erlösungsanteil ist. So öffnet sich das geheime Zusammenwirken der vier bestimmenden Eigenschaften Ordnung, Wille, Weisheit und Ernst, wie alle in der Offenbarung aufgezeigten vier Dinge. Ja, Altar und sein Feuer = Schutz und Macht der Heiligkeit!

Mit großem Geschrei rufend = durchdringend, schrecklich für alle Welt: Ausbruch (Weinmond 1939), Verlauf, Ende und Folgen des zweiten Weltkrieges. Das teilweise fast wieder friedensmäßige Leben ist eine trügerische Decke über einem Moor, von den Weltführern zum Betrug gemacht. Für sich haben sie damit den Selbstbetrug gewoben.

‚Schlag an mit deiner scharfen Hippe und schneide die Trauben am Weinstock der Erde; denn seine Beeren sind reif.‘ Schlag an = Befehl zum anfangen; mit deiner Hippe = übertragene Rechtskraft; scharfe Hippe = unnachsichtlich; die Trauben schneiden (.Joh. 15, 6) am Weinstock der Erde = den Menschen ihre Macht und Fähigkeiten nehmen. Wenig Friede ist trotz mancher guten Anstrengung gebracht. Seine Beeren sind reif; im Gegensatz zur ‚dürren Ernte‘ steht reif = fällig, überfällig, auch von GOTT, dem heiligen Weinstock, abgefallen.

‚Der Engel schlug an mit seiner Hippe an die Erde und schnitt die Trauben der Erde und warf sie in die große Kelter des Zorns Gottes.‘  Der erste Satzteil braucht keine Deutung. Aber: Gute Dinge wirft man nicht, man gibt sie an ihren Ort. Für Wertloses lohnt es keiner Mühe. Deshalb: und warf sie weg. Trotzdem — wohin —? „in die große Kelter des Zorns Gottes!“

Kelter ist das Zeichen des Ernstes. Im Zeitbildsinn stellt sie das Rechtsmittel = auch Mittler, nicht die Rechtskraft dar, die durch ihre ‚vermittelnde Art‘ erst wirksam wird. So ist das Gericht die Kelter, seine Folgen die Wirkung an den Trauben; und Gottes Zorn ist die Anwendung des Mittels (Matt. 13, 38-43). ‚Die Kelter ward draußen vor der Stadt getreten; und das Blut ging von der Kelter bis an die Zäume der Pferde durch tausendsechshundert Feld Wegs.‘ Hier spiegelt sich das zweite Massenmorden. Warum aber draußen vor der Stadt? Der HERR ward hinausgestoßen und draußen, vor der Stadt, gekreuzigt (Hebr. 13, 12-14).

Welche urgerechte Vergeltung, die jede Anklage dagegen zunichte macht! Die Gnadenwaltung ist jetzt während der drei Engel-Zeiten versiegt. Vor der Stadt = vor dem Hag, der Stätte freier Bürger. Die Welt hat Gottes treue Hände ausgeschlagen, also werden ihre Trauben aus der geistigen Umfriedung nun hinausgeworfen. Nur außerhalb der Heils-Freistätte wird das Rechtsmittel an ihnen wirksam sein.

Das Blut ging von — — bis! Johannes sah fluten von Tränen, Leid und Tod. Dafür hat er nur ein mysteriöses Bild. Doch nicht nur das Leibesblut und die aus Rechtsmißbrauch verübten Drangsalierungen sind gemeint, auch der Verlust weltlicher Werte und Machtbereiche. Im großen Rahmen bedeutet dieser Akt das A bis Z des Gerichts.

Im Einzel aber: Kelter und Pferde (nicht Rosse 9, 17) sind Lichtsymbole, hier unter Vorritt des weißen Reiters Treu und Wahrhaftig. Vom Zornbeginn bis da, wo der Bogen des Bundes und der Gnade wieder leuchten wird, hält die Bildzeit an. Auch steht die Kelter auf dem Boden = Tatsache; mit dem Zaum lenkt man das Pferd = der Gnadenbund bewahrt trotzdem alles. Nicht höher steigt das Blut. Ungelenktes, über die Zäume hinaus, gibt es nicht! Das ganze Gericht wird von UR gelenkt! Hat es sein SOLL erreicht, wird es ab—, auch heim – gelenkt; durch den Zaum = Führung, Leitung; der Pferde = der Schöpfungs- und Erhaltungskräfte. Alsdann wird das Gericht beendigt sein.

Tausendsechshundert Feld Wegs = vier Zeiten: drei Gerichtsengel, und ihr Finale. Die ‚4‘ ist aufgeschlüsselt und ‚100‘ gilt als Einheit. Jede Zeiteinheit hat somit vierhundert Feld Wegs. In tieferer Deutung: Es wird alles einheitlich von der UR—Vier— wesenheit als die Schöpfermacht, Priesterkraft, Gottgewalt und Vaterstärke geleitet. Heiliges Symbol, auch Bedingung! Diese Zeiteinheiten der Gerichte und Abrechnung sind einheitlich bewertet. Außerdem sind in ihnen die jeweils sechszehn Tagstunden, geistig und materiell, anzusehen.

Feld = in Verbindung mit dem Bild die Verwüstung; Weg = Richtung, wohin die Verwüstung führt, der freie Spielraum, wo sich die Mächte austoben können. In himmlischer Darstellung gilt das Feld als guter Acker, der Weg als Heilslehre; beides UR Selbst (Joh. 14, 6), Der die gute Lehre bringt. Im Zeitbild geschehen ist das Feld zusätzlich der Boden des Verrats, der Blutacker (Matt. 27, 8); der Weg jener Welt, das Unrecht. Aber dieser Blutacker wird durch das Rechtsmittel und seine Anwendungen zum heiligen Feld und die Sündenstraße zum Heilsweg werden, denn:

Nur bis an die Zäume der Pferde, nicht darüber hinaus;

Nur bis zum Gerichtsende, von UR gesetzt, nicht länger;

Nur bis zur Vermahlung des Weizenkorns, nicht bis zur Zerstörung;

Nur — O welch heiliges, erlösendes, allerbarmendes GNADENWORT !

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