Kapitel 22, 6-15
Der Offenbarung – an sich abgeschlossen – folgen vier Gespräche:
a) Dialog des Engelsfürsten und des Sehers. — ( V. 6-10)
b) Des Engelsfürsten Rede. — (V. 11-15)
c) Heiliger Aufruf URs als JESU (Hall-Jahr) — (V. 16-17)
d) Des Johannes Schlußwort. — (V. 18-21)
Die gesammelte Erkenntnis ist anhand der Reichsbotschaft nun zu beweisen. Denn das Wissen tut es nicht, sondern wer zur TAT gelangt, also ein rechtes Kind im Tat—, im Hall—Jahr wird, der hat Weisheit.
a) Dialog des Engelsfürsten und des Sehers.
‚Er sprach zu mir: Diese Worte sind gewiß und wahrhaftig; und der Herr, der Gott der Geister der Propheten, hat Seinen Engel gesandt, zu zeigen Seinen Knechten, was bald geschehen muß.‘ Der ‚er‘ ist der erwähnte Ernstträgcr, lür die Erde aber der Johannes als Prophet.
Der Herr, der Gott der Geister der Propheten. Als Hochpriester Melchisedek gab UR den geschöpflichen Dedanken eine Geistsubstanz hinzu. Davon das Zeugnis: ‚Ihr seid das königliche Priestertum‘ (1. Pet. 2, 9). Es folgte dem Gedanken so das Wort; auch JESU als Wort! ‚Der Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks‘ (Hebr. 5, 6).
Das Wort wurde Tat: GOLGATHA. Wer geisttätig ist, dessen Seele empfängt das Licht aus Gott. Daraus ersteht die Folge, die Kindschaft aus dem Vater. Denn ‚Gott ist nicht ungerecht, daß Er vergesse eures Werks und der Arbeit der Liebe, die ihr erzeigt habt an Seinem Namen‘ (Hebr. 6, 10). Das ist die Mitarbeit am Opferdienst, für URs Reich getan.
Was bald geschehen muß. — Hat sich der Engel nicht geirrt? Johannes übereifrig? Fast zweitausend Jahre fegten wie ein Sturnmwind über diese Welt, und noch immer ist das ‚Bald‘ nicht da. Das ist hart zu glauben; doch die Gnadenzeit trotz aller Tränen dieser Erde ist dein hingestürzten Kind gesetzt, damit es seine Heimkehr findet. Das ‚Bald‘ ist kaum ein Atemzug vom sechsten Schöpfungstag. Zuletzt werden viele schreien: Es kommt zu bald!, wie auch der Tod meist ‚zu bald‘ erscheint.
‚Siehe, ICH komme bald. Selig ist, der da hält die Worte der Weissagung in diesem Buch.‘ Diese Rede Gottes vermittelt der Engel nur an Johannes als ihm persönlich gegebene Zusicherung. Trotzdem hat der Seher mit Recht sie in seine Offenbarung einbezogen; denn wer die Worte der Weissagung hält, sie nicht heute erkennt, morgen bezweifelt und am dritten Tag sich wieder danach bückt, der hält sie = hält sie fest, tut danach; und der ist selig.
Das Seligsein erstreckt sich auf Geist und Seele, womit es unmittelbares Grundeigentum des Herzens, dem Sitz des Lichtes wird, zumal dann, wenn ein Kind sich dieses ‚WORT’ unauslöschlich einbrennen läßt, was sich an den Stirnen = Erkenntnis der Seligen zeigt: Der offenbare Name UR. Der nur vom Kinde eingeschriehene Namenszug kann verlöschen; der vom Geist des UR-Feuers eingebrannte niemals!
‚Ich bin Johannes, der solches gesehen und gehört hat. Und da ich‘s gehört un! gesehen, fiel ich nieder, anzubeten zu den Füßen des Engels, der mir solches zeigte. Und er spricht zu mir: Siehe zu, tu es nicht! denn ich bin dein Mitknedit und deiner Brüder, der Propheten, und derer, die da behalten die Worte dieses Buchs. Bete Gott an!‘ Die Anbetung ist verständlich, denn Johannes fragte sich: ‚Was bin ich, kleiner Mensch? und was ist Gottes Engel?‘ Vor dem, was das Innerste erschüttert, darf man sich neigen. Die vom Reiche wissen ja, wohin die Anbetung zu tragen ist, was der Fürst bekundet. Bete GOTT an!
Das ist eine Lehre. Jemand, der das Wort erkennen darf, soll sich in Dank und Demut neben jene stellen, die es nicht gleich begreifen können. Nur so kommt der Segen über Geber und Empfänger. Die Scheidung zwischen Frucht und Blatt ist des Schöpfers Angelegenheit, ist keine Kluft mehr zwischen Mitarbeitern und nur Wandelnden im Licht. Wer sich anbeten läßt, d.h. wer sich über andere erhebt, hat seinen Lohn dahin. Denn dann ist‘s ihm ein pures Wissen, mit dem er sich umhüllen will. Dieses ist die ‚ernste‘ Lehre.
Der Fürst nennt sich einen Mitknecht des Johannes, dessen Brüder, der Propheten und die das Wort bewahren. Kann das ‚Vierfache’ noch wundern? Mitknecht = auch er hat seinen Erdenanteil UR geopfert und ist damit bestätigt, daß Johannes für die Erde ein gesandter Engel war. Die Worte dieses Buches = die Offenbarung, zweitsinnig das ganze Bibelbuch, das durch die Apokalypse seine Ver- und Entsiegelung erhält. Heiligst bedeutet es das Leben JESU‚ das ‚Lebendige Wort vom Anfang an‘, das UR—Wort der Erlösung!
‚Er spricht zu mir: Versiegele nicht die Worte der Weissagung in diesem Buch; denn die Zeit ist nahe!‘ Viele nennen die Offenbarung einen Mystizismus. Eigenartig aber, daß da Daniel befohlen ward: ‚Versiegele bis auf die letzte Zeit‘ (Dan. 12, 9) Weiter nicht. Nun werden alte Geheimnisse offenbar. Nicht versiegeln = nicht geheim lassen; ferner: eine Erkenntnis nicht für sich behalten (Matth. 5, 15). Sollte Gottes Wort versiegelt bleiben, so wäre es umsonst gebracht. Doch der Schöpfungsendzweck lautet: Anerkenntnis des UR-Opfers von Golgatha!
Der Seher hat mit dem, was er offenbarte, auch im persönlichen Gespräch mit seinem Himmelsbruder, ein gewaltiges Zeugnis abgelegt und ist — ebenfalls symbolisch — der einzige, der Geheimnisse, von denen sogar JESU nur verhüllt geredet hat Joh. 3, 12). nun offen bringen muß.
b) Des Engelsfürsten Rede.
Letztmals wendet er sich an die Welt. Abschnitt a) und b) sind keine Zeitbilder mehr und gehören nicht zur Himmlischen Herrlichkeit. Er steht im außerordentlichen Auftrag des All- Heiligen. Welch tiefer Ernst! Wer sich davon erstürmen läßt, wird Mitstürmer, ein Himmelsstürmer, der das Reich mit Gewalt an sich reißt.
‚Wer böse ist, der sei fernerhin böse, und wer unrein ist, der sei fernerhin unrein; aber wer fromm ist, der sei fernerhin fromm, und wer heilig ist, der sei fernerhin heilig.‘ Je zwei der meist unverstandenen, wieder vier Hinweise bilden ein Gegenüber. Mehr verborgen bedeuten sie die UR-Bedingungen und den freien Willen, wie auch die unwandelbaren und die wandelbaren Gesetze.
Würde das Wort Unendliches betreffen, dann müßte es heißen: Wer ist, der wird fernerhin sein. Dies als 1. Unabänderliches glauben viele Christen. Wer das von heiligem Ordnungsgesetz gebahnte UR-System nicht kennt, der redet von der ewigen Verdammnis, von dem ewigen Tod. Kann er aber Gottes Allmacht oder Seine Güte schmälern — —?
Wer ‚ist‘ = es gab und gibt Böse, Unreine, Fromme, Geheiligte; das ‚sei‘ entspricht dem freien Willen. Es ist nicht abgemacht, daß der Böse unwandelbar böse bleiben muß. wäre ‚sei ferner‘ wirklich das, — unverständlich bliebe, wenn Gott solches Muß den Lebenden zum Fallstrick macht, und sie dafür ewig abzustrafen. Wer das glaubt, hat Gottes Liebe nicht begriflen; leer, bitterarm wird er einst in ein für ihn leeres Jenseits kommen.
URs Güte ist die erste Monatsfrucht auf Seinem Allmachtsbaum, die Er dem Tage als Samen übergab. Aus ihm entspringt ‚wer ist, der sei‘. Wer sich nicht wandeln will, den wird Harmagedon wandeln, bis er sein ‚Gewand der Welt‘ wie einen Bettlerfetzen von sich wirft. Bedingung ist: Selber muß sich jeder der Erkenntnis beugen, bis ihm die Güte-Frucht gegeben werden kann. Derselbe Sinn entfällt auf die Frommen und Geheiligten. Wer ist, der sehe zu, daß er nicht falle (1. Kor. 10, 12).
‚Siehe, Ich komme bald und Mein Lohn mit Mir, zu geben einem jeglichen, wie seine Werke sein werden. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende, der Erste und der Letzte.‘ Lieber sprach der Herr vom Lohn als vom Gericht (Joh. 12, 47). Mit dem Öffnen der Bücher und des Lebensbuches zeigt sich der Lohn, auch in dem heiligen ICH-BIN! Wer nach Gottes Lebensworten tut, der hat seligen Lohn am Anfang und am Ende, im Ersten und im Letzten, in UR-Ewigkeit!
‚Selig sind, die Seine Gebote halten, auf daß sie Macht haben an dem holz des Lebens und zu den Toren eingehen in die Stadt. Denn draußen sind die Hunde, Zauberer, Hurer, Totschläger, Abgöttischen und alle, die liebhaben und tun die Lüge.‘ Auch das legt man als dauernden Tod und Hölle aus. Schafft denn Gott auch Wesen, die für immer tot zu bleiben haben? Wo wäre Sein UR—Lebenstrieb?! Da es nichts gibt außer Ihm, müßten Tod und Hölle ein UR—Teil sein! —? Wer möchte das vor Seinem Angesichte behaupten? Ein Unversöhnlichkeitszustand — und das wäre eine dauernde Verdammnis oder Tod — läßt sich mit GOLGATHA niemals vereinigen!
Nichts, was nicht ursächlich aus dem Schöpfer kommt! Das setzt voraus, daß jeder geschöpfliche Gedanke in der Allheit bleibt. Da in UR nur Aufstieg ist, entnommen der Vierwesenheit und den sieben Eigenschaften, kann ein frei-bewußt-lebendes Geschöpf nicht ins Unpersönliche versinken. So ist der neue Himmel, die neue Erde als Licht-Heilig, als feste Zuversicht für alle Kinder offenbar.
Das gehört zur letzten Warnung. Solang noch welche Golgatha nicht anerkennen, solange sind draußen = außerhalb der segnenden Erlösung; die Hunde = hetzer; Zauberer = Falschdeuter; Hurer = Erraffer, was ihnen dienlich ist; Totschläger = Leben, Lebensmöglichkeit, Ehre und zumal den Glauben töten; Abgöttische = Gefesselte ihrer Ansichten; Lügner = Verleumder, Ungläubige. Wenn die nicht anders wollen, so müssen sie bis zum letzten Harmagedon-Tag draußen bleiben. Lang und bitter wird ihr Rückweg sein. Aber dann — ? Gott ist gut !
Am Feiertage werden sie zwar keine Werkfrucht sein, kein Holz des Lebens, das Macht erhält, wohl aber Blätter = Schmuck. Auch genießen sie die Himmelsfrüchte mit; denn Golgatha hat alle eingehegt. Nur Lohn und Gabe bleiben zweierlei. Doch die Seligkeiten von beiden schmeckt – aus der Güte kommend – den freien und befreiten Kindern gleich. Alle werden satt = selig!
URs Bedingungen, vom ersten Herrschaftskinde Sadhana und von den Engelsfürsten am Tag des Ernstes anerkannt, vollenden das Jahr der Tat in unsäglicher Herrlichkeit. Und doch wird erst im Folge-Jahr die TAT ‚es ist vollbracht‘ allen Kindern heiligklar erkenntlich werden. Ein klein wenig darf der gesegnete Seher davon verspüren. Gewaltig ist, was das Heilige Hall-Jahr unter Einfluß der zwölf persönlichen UR-Früchte als Grundstrahlungen wachsen lassen wird. — Mit der gnadenvollen Schau ist die Offenbarung als Seherbotschaft beendet. Doch URs Güte fügt aus Seinem Bündnisbogen ein wunderbares Schlußwort an. ER wird wohl wissen, warum Er Seinem Gnadenmaß noch eine Elle schenkt. Mag die Menschheit davon aufgerüttelt werden; denn nun spricht die HEILIGE STIMME SELBST. Der All-Heilige UR, der Ewig-Einzige und Wahrhaftige, wendet Sich an Sein Himmelsvolk, und an die ‚verlorenen Schafe aus dem Hause Israel‘. Aus dem Hall-Jahr dringt URs heiliger Ruf herab.
Schluß
DIE HEILIGE STIMME — IHR RUF
Vollgültige Ankündigung des Kommens des Herrn.
a) Heiliger Aufruf URs als JESU.
Kapitel 22, 10-21 (Psalm 150)
‚ICH, JESUS, habe gesandt Meinen Engel, solches euch zu bezeugen an die Gemeinden. Ich bin die Wurzel des Geschlechts David, der helle Morgenstern.‘ Wer das unbeachtet läßt, steht wirklich auserhalb des Reichs. Das knappe Wort enthült die UR-Gewalt des Liebetages, dessen Anfang das Schöpferwort ‚ES WERDE’ kennt, und am Ende ‚ICH ‚JESUS‘! Jener, der sprach: ‚ICH bin der Herr, dein Gott!‘
Und dieser HERR offenbarte einst: ‚Ich will Meinen Engel senden, der vor MIR her den Weg bereiten soll (Mal. 3, 1). Vorweg aus Gnade zeigt UR Sich nun als das, was Er war, ist und bleiben wird. Daß Er als JESU ruft, besagt, Daß Er in der Aufgabe als Opfersohn Golgatha zu dem alles überstrahlenden Juwel des Reichs gestaltet hat.
‚Ich aber erwecke einen von Mitternacht, und Er kommt vom Aufgang der Sonne. (Jes. 41, 25). Die Wurzel des Geschlechts David kommt aus URs Mitternachtsquell, als heller Morgenstern vom Aufgang der Sonne. Er hat Sich einen Topf gemacht = Gottes Menschentum als HEILAND; und auch alle Kinder sind ‚der Ton in Seiner Hand.‘ (Jer. 18, 6).
Als GOTT ‚die Macht Seines Zorns an den mißratenen Töpfen zeigen wollte, hat Er die Gefäße des Zorns mit großer Geduld ertragen.‘ Als JESU! ‚Auf daß Er kundtäte den Reichtum Seiner Herrlichkeit an den Gefäßen der Barmherzigkeit, die Er bereitet hat zur Herrlichkeit!‘ (Röm. 9, 11-23). Noch einmal sei erwähnt, daß der Lichtengel als Gesandter nur dem Seher gilt, dieser aber das Bezeugen an die Gemeinden und an die ganze Welt auszuführen hat. Auch wird so am Ende abermals auf die geistigen und irdischen Gemeinden aufmerksam gemacht.
Die Welt-Gemeinden als des Zornes Tongefäße werden abgelöst, erlöst; die Wurzel ist UR, Davids Geschlecht die Lichtkinder. Das Reis JESU, aufgegangen im Versöhnungszeichen Kreuz, hat das im Opfer bereitete ‚Kundtun des Reichtums Seiner Herrlichkeit an den Gefäßen der Barmherzigkeit‘ als Himmlische Herrlichkeit gebracht.
Die nun vergeistigten Gemeinden werden in Verknüpfung des arbeitsreichen Tages der Kinderschaffung und des hehren Feiertags den ersten Himmel sechsten Tag als Freilösungszeit des Gefallenen (auch ihren Bilderhimmel — enge Anschauung —) als ‚es ist vergangen‘ sehen, dazu Erde und Meer als den Grundstein, der den Licht-Gemeinden als ein ewiges Fundament zu dienen hat. Dann ist allen Kindern die Wurzel das UR-Licht, der Morgenstern das Heiligtum geworden. Ja aus diesen beiden erstand in Himmlischer Herrlichkeit die hochgelobte Stadt
Licht-Heilig als erlangte Freistatt!
Ein Heiliges: Ich-Jesu UR-Imanuel stellt über Sich — damit eine Einladung verbindend — das letzte Zeugnis Selber aus. Viermal ruft Seine Stimme. ‚Der Geist und die Braut sprechen: Komm! Wer es hört, der spreche: Komm! Wen dürstet, der komme! Wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst.‘
UR ist der Geist, Sein Kindwerk die Braut. Seine Macht führt das Geschöpf zurück zum Schöpfer, der es durch den ersten ‚Komm-Ruf’ wieder mit dem Reich verbindet. Aus der Kraft des Priesters, die Gebotslehre erhellend, folgt das zweite ‚Komm‘. Ihm nach geht das aus Gottes Gewalt (Matth. 7, 29) bewirkte dritte ‚Komm‘, in dem zusätzlich das ‚Wen dürstet‘ liegt. Da soll das zu Geist und Seele gewordene Geschöpf hören und sprechen = aufhorchen und gehorchen.
So erreicht das Kind die dritte ‚Komm-Stufe’ seiner Seligkeit. O du herrliche Offenbarung, gekommen aus Gottes Liebe und Geduld am hochgesegneten Schaffenstag! O du ewiger Lebenshorn aus dem Wort: Also hat Gott die Welt geliebt, daß Er Seinen eingeborenen Sohn gab! (Joh. 3, 16).
Jedes Kind muß sein Kreuz auf sich nehmen und dem Heiland folgen. Das bringt der hohen Liebe Lohn! ‚Denn Ich will Wasser gießen auf das Durstige und Ströme auf das Dürre; Ich will Meinen Geist auf deinen Samen gießen und Meinen Segen auf deine Nachkommen‘ (Jes. 44, 3).
Als viertes aber, daß das Kind nicht kommen muß, sondern nur, daß es gut ist, wenn es kommt. Dieser Ruf ist der des Vaters! Hat eines das dreimalige ‚Komm‘ aufgenommen und befolgt, soweit es mindestens willensmäßig möglich war, dann wirkt des Vaters Stärke in: ‚Da er aber noch ferne von dannen war, sah ihn sein Vater, und es jammerte ihn, lief und fiel ihm um seinen Hals und küßte ihn.‘ (Luk. 15, 20).
‚Wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst!‘
Die Freien bringen aus dem dreimaligen Kommen* ihre Frucht am Holz des Lebens; die Befreiten sind Teile vom verlorenen Sohn. Aber alle erhalten das letztwillige UMSONST ! Das ist ja die Herrlichkeit der Gefäße der Barmherzigkeit. Gefäß = Kind in Hinsicht der Erlösung; in der Schau der siebente Schöpfungstag, an dem UR als Vater herrschen und regieren wird. An diesem Jubeltag wird alles umsonst gegeben.
Das ist das VOLLBRACHT der Barmherzigkeit!
* dreimaliges Kommen auch jenes der Lichtkinder zur 1. Erde und 1. und 2. Zeit der 2. Erde. Das 4. Kommen nach V. 17 entfällt erstens auf den Erlöser, zweitens auf die zusätzliche Gnadenzeit, die Johannes die ‚halbe‘ nennt, auch eine ‚halbe Stunde‘ (K. 8, 1; 12, 14, und Dan. 7, 15).
b) Des Johannes Schlußwort.
‚Ich bezeuge allen, die da hören die Worte der Weissagung in diesem Buch: So jemand dazusetzt, So wird Gott zusetzen auf ihn die Plagen, die in diesem Buch geschrieben stehen, Und so jemand davontut von den Worten des Buchs dieser Weissagung, so wird Gott abtun sein Teil vom Holz des Lebens und von der heiligen Stadt, davon in diesem Buch geschrieben ist.
Sein eigenes Zeugnis spricht der Seher mit frappanter Klarheit aus. Er bezeugt wohl die ihm gegebene Schau, doch in hohem Ernst das heilige Buch des Lebens: UR als JESU! Für ihn ist das Letztgenannte überhaupt das einzige, zu dem er Sich bekennt, weil das Bibelbuch wohl das Zeugnis ist, nicht der Bezeugte Selbst!
Aus diesem Grunde kann er hohen Rechts sein Zeugnis fast zu einer Drohung Formen. Wer die Mahnung merkt, kann nach seinem Teile auch ein Zeuge für die ‚Helige Stimme‘ sein. Dabei hört die Gnade noch nicht auf. Denn obwohl Johannes nun als Mensch sein Zeugnis vor aller Welt mit außerordentlicher Zuversicht und furchtlos spricht, die Staunen und Ehrfurcht abverlangt, folgt noch ein Segen.
Zwar sagt Johannes ihn, weil mit der Heiligen Stimme sein Buch geschlossen ist = in heiliger Obhut verwahrt; außerdem ist er das Rückzeugnis für Johannes selbst, und eine Rechtsgeltung für jene, die auch ein Zeuge sind nach der Art, wie die UR-Jahre dies des Gedankes, Wortes und der Tat in ihrer Herrlichkeit zum Jahr der hohen Folge führen, zu einem ersten Hall-Jahr URs, Das Rüchzeugnis lautet:
‚Es spricht, der solches bezeugt: Ja, ich komme bald. Amen.‘
O Wunderbar! Wenn sich ein Kind zum Uwig-Heiligen UR bekennt, der aus erhabener Bündnisgnade als Heiland und Erlöser JESUS CHRISTUS kam, hebt ER Seine Schwurhand hoch und bezeugt das Zeugnis Seiner Kinder. Ja — Der dem Seher das bezeugt, ist kein anderer als UR. Nur ER allein kann sagen: ‚Ja, Ich komme bald! Amen,‘
Damit gehen Gottes Kinder in das Schlußerleben ein, das ihnen ganz persönlich gilt. Und sie setzen ihren Glauben, ihre Hoffnung, Liebe und Gewißheit auf des Himmels heilsbotschaft: Ja, Ich komme bald! Johannes fügt in seiner schlichten Einfalt eine letzte Bitte an:
‚Ja, komm, Herr Jesu!
In den vier Worten liegt das, was mit ihnen gesagt, getan, gehofft, geglaubt, bestätigt, geliebt und — vollbracht werden soll aus Geist und Braut, aus Werkmeister und Werk.
Es tut jedem not, die Heilige Stimme zu hören, Licht—Heilig zu erstreben, zur Gnadenquelle zu gelangen, um aus der Verbindung von ‚UR-Vater und Urkind‘ ebenfalls zu bitten: Ja, komm, Herr Jesu!
Das letzte Segenswort des Gottes-Sehers ist auch ein Wort der Ewigkeit für alle, in deren Herzen die Pfingstflamme loht; in denen es wie eine Fackel brennt vom hohen und erhabenen Stuhl, dessen Saum den Tempel füllt; wie ein Licht, angesteckt am Feuer des heiligen Herdes im Dome zu Licht-Heilig, in URs eigenem herzen. Ja, Amen!
Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi sei mit euch allen! Amen.
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