Jesus: „Wahrlich, Ich sage euch: Wer seinen Bruder in der Not verläßt, der verläßt in einem Gott und Himmel! Und Gott wird ihn verlassen, ehe er sich‘s versieht.“
[Ev. Bd. 1, Kap. 125, 21]
Jesus: „Wer aus Liebe zu Mir in Meinem Namen seinem Nächsten etwas Gutes tut, der hat vor Mir das wahre Verdienst eines Arbeiters auf Meinem Acker und wird dafür seinen Lohn ernten. Denn was ihr in Meinem Namen den Armen tut, das werde Ich stets ansehen, als hättet ihr es Mir getan! Darum möget ihr Meine Person nun auch bald verlassen, so werdet ihr Mir deshalb weder ferner noch näher stehen als jetzt; aber wenn ihr in Meinem Namen den Menschen Gutes erweiset, so werdet ihr Mir im Geiste um vieles näher rücken.“
[Ev. Bd. 6, Kap. 142, 13]
Jesus zu einem strenggläubigen Altjuden: „Die rechte Nächstenliebe im Herzen eines Menschen ist das einzige wahrhaft geistige Lebenselement, durch das alle Sinnenwelt und auch alle Himmel in ihrer Bestandsordnung erhalten werden. Wenn ein Mensch die wahre Nächstenliebe hat und übt, so lebt er dadurch in der rechten Ordnung Gottes und gründet in sich das ewige Leben seiner Seele.“
[Ev. Bd. 10, Kap. 146, 11]
Jesus zu einem strenggläubigen Altjuden: „Wenn ein armer Heide vor deine Tür kommt, fleht um ein Almosen, und du enthältst es ihm darum vor, weil er ein Heide ist, so hast du dadurch vor Mir nichts Verdienstliches fürs ewige Leben getan. Wenn du dich aber auch eines armen, hungrigen und durstigen Heiden erbarmst und ihm gibst, wessen er bedarf, so hast du ein Mir sehr wohlgefälliges Werk der wahren Nächstenliebe getan!“
[Ev. Bd. 10, Kap. 146, 11]
Jesus: „Was immer für Sünder und Sünderinnen in euer Haus hilfesuchend kommen, so sollet ihr ihnen nimmer die Türe weisen, sondern ihnen helfen und dabei alles aufbieten, um sie zu bessern auf dem Wege der Liebe und jener wahren Weisheit, die aus der Liebe hervorgeht.“
[Ev. Bd. 2, Kap. 209, 7]
Jesu Mahnung an einige Jünger, welche die begeisterte Volksmenge durch Drohungen zum Schweigen bringen wollen: „Liebe und Geduld leite allzeit eure Schritte — und nie ein Drohen und Herrschen! Es ist ja doch ums nie Beschreibbare herrlicher, von den Menschen geliebt als gefürchtet zu sein!“
[Ev. Bd. 9, Kap. 26, 15]
Jesus: „Bedenket allezeit, daß in der Liebe, Geduld, Sanftmut und Erbarmung die größte Macht und Kraft des Geistes sich offenbart. Könnet ihr einen Narren mit Liebe und Geduld nicht zurechtbringen, so werdet ihr mit Ärger und Zorn dazu noch weniger imstande sein. Es ist wohl notwendig, dann und wann mit dem rechten Ernste aufzutreten, aber hinter dem Ernste muß dennoch stets die Liebe im Gewande des wahren Wohlwollens hervorleuchten, sonst ist der Ernst nur ein blinder Lärm.“
[Ev. Bd. 8, Kap. 153, 9]
Jesus: „Ich habe oft mit Menschen, die Mir lieb waren, so manches besprochen und ihnen Rat in häuslichen Dingen gegeben; dasselbe taten auch Meine Jünger, was sie bei vielen Menschen angesehen und sehr beliebt machte. Denn auch das ist Nächstenliebe, daß man den Bedrängten und Unkundigen in allerlei nützlichen Dingen mit gutem Rate beisteht.“
[Ev. Bd. 6, Kap. 22, 12]
Der Evangelist Markus im Himmelreich: „Es ist die wahre Ordnung der Nächstenliebe, wenn jemand seinen Bruder aus dem Herrn liebt. Im Gegenteil aber, wenn jemand den Herrn liebt aus seinen Brüdern, so ist das eine umgekehrte Ordnung! Warum? Weil es natürlicher ist, in Dem (im Herrn), in dem alles ist, auch alles zu suchen, als in dem Bruder, da noch bei weitem nicht alles ist, das vollkommenste Alles zu suchen. Es ist doch geordneter, in Gott alle seine Brüder zu suchen, als in seinen Brüdern den unendlichen Gott! In Gott wird jeder alles finden, aber in seinem Bruder das allerhöchste Wesen Gottes zu finden, das dürfte wohl sehr zweifelhaft sein!“
[GS. Bd. 2, Kap. 5,9-10]
Der Evangelist Johannes: „Nach dem Maßstabe der natürlichen Eigenliebe in der göttlichen Ordnung — (aufgezeigt im 7., 9. und 10. Gebot Mosis) — ist auch die Nächstenliebe einzuteilen. Denn so jemand einen Bruder oder eine Schwester über dieses Maß hinaus liebt, so treibt er mit ihnen Abgötterei und macht sie dadurch nicht besser, sondern schlechter. Früchte solcher übermäßigen Nächstenliebe sind Habgier und Herrschsucht!“
[GS. Bd. 2, Kap. 103, 4-5]
Der Evangelist Johannes: „Den Nächsten wie sich selbst lieben heißt: den Nächsten in der gegebenen göttlichen Ordnung lieben, also in jenem gerechten Maße, welches von Gott aus jedem Menschen von Urbeginn an zugeteilt ist.“
[GS. Bd. 2, Kap. 103, 13]
Ein erleuchteter Geist im Paradiese: „Wo die wahre Bruderliebe Gesetze über Mein und Dein gibt, da kann es ewig keine Grenzstreitigkeiten geben. Denn kein Gesetz sichert jedem das Seinige so treu und mächtig wie das heilige und lebendige Gesetz der Nächstenliebe, demzufolge ein jeder das Seinige stets allen freudigst zur freiesten Benutzung stellt!“
[Rbl. Bd. 1, Kap. 121, 7]
Eine durch Gottesliebe erleuchtete Seele im Jenseits: „Die Liebe ist der Himmel größter Reichtum, nach ihr muß man geizen. Die Nächstenliebe ist zwar gleich der Gottesliebe, aber sie muß sich nur Gottes wegen in Werken betätigen; denn sonst schwächt sie die Liebe zu Gott. Man muß zuvor in der Liebe zu Gott völlig feststehen, dann erst läßt sich alles andere in der göttlichen Ordnung ergreifen!“
[Rbl. Bd. 2, Kap. 246, 8, Kap. 247, 4]
Beim Anblick mehrerer elender Seelen regt sich in dem einstigen Bischof Martin die Barmherzigkeit. Auf die Eröffnung Jesu, des Herrn, daß sie lutherischer Konfession sind, erwidert Martin: „Das ist mir freilich ein wenig zuwider; aber nun ist schon alles eins, ob Luther, Mohammed, Jude oder Chinese! Kurz, was Mensch ist, dem soll Hilfe werden! Denn nichts liegt daran, was man auf der Welt war, — sondern alles liegt daran, was man auf der Welt getan hat, wie und unter welchen Bedingungen!“
[BM. Kap. 23, 1-4 und 11]
Der Herr: „Das ist Mein Wunsch für euch alle, daß ihr eine besondere Freude habet an Meinen armen Brüdern und Schwestern und gerne teilet euren Vorrat mit ihnen. Solange ihr noch Arme habt, so lange habt ihr auch Mich und Meinen Segen. Wohl den Barmherzigen, sie sollen auch bei Mir Barmherzigkeit finden. — Wer Mich sonach suchen will und finden, der suche Mich unter den Armen!“
[Hi. Bd. 1, S. 305, 2. 5. 8. 10]
Der Herr: „Tuet den Menschen alles, was ihr wollt, daß sie es auch euch tun sollen! Siehe darin liegt alle Rechtfertigung einer guten Handlung! — Und zur rechten Tugend gehört, daß man die Betrübten tröste, die Zerschlagenen aufrichte in ihrem Gemüte, den Notleidenden helfe, die Gefallenen aufhebe, die im Geiste Gefangenen erlöse, die Schwachen stärke, den Irrenden den rechten Weg zeige und alle Ärgernisse vermeide.“
[Hi. Bd. 2, S. 289, 1-2]
Der Herr in einem eigenhändigen Antwortbrief an den Fürsten Abgarus Ukkama in Edessa: „Sei fortan sehr barmherzig, so wirst auch du eine große Erbarmung finden! Vergiß die Armen nicht! Diese sind allzumal Meine Brüder! Was du ihnen tust, das tust du Mir, und Ich werde es dir vergelten hundertfältig!“
[Bw. 4, Antw. Abs. 6]
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