01] Joseph behieß aber dann seine Söhne, daß sie ihr allfälliges Geschäft noch beenden sollten und darauf zur Ruhe gehen.
02] Er selbst aber, da er auch schon eine Müdigkeit in seinen Gliedern zu verspüren anfing, begab sich darauf sogleich zur Ruhe.
03] Also ward dieser Tag, der reich an Erscheinungen war, beschlossen. –
04] Am nächsten Tage aber war unser Joseph, wie gewöhnlich, schon eine geraume Zeit vor dem Aufgange der Sonne auf und weckte auch seine Söhne zur Arbeit.
05] Denn er sprach: »Golden ist die Morgenstunde; was wir in ihr tun, ist gesegneter als des ganzen folgenden Tages Mühe!«
06] Und so ging er mit Ausnahme des Jakob, welcher beim Kindlein verbleiben mußte, mit den älteren vier Söhnen alsbald hinaus auf einen Acker und bestellte ihn.
07] Der älteste Sohn aber arbeitete am fleißigsten und wollte den andern dreien vorkommen.
08] Siehe aber, als er so recht emsig mit dem Spaten in die Erde stach, da hob er auf einmal eine sehr giftige Schlange aus dem Boden!
09] Und die Schlange bewegte sich schnell gegen ihn und biß ihn in den Fuß.
10] Wohl eilten die drei jüngeren Brüder herbei und erschlugen die Schlange; aber dessenungeachtet schwoll der Fuß des Bruders zusehends. Ein Schwindel befiel ihn, und er sank bald in den Tod dahin.
11] Joseph und die drei jüngeren Brüder fingen an zu wehklagen und flehten zu Gott, daß Er ihnen doch den Joel wieder erwecken möchte.
12] Und Joseph verfluchte die Schlange und sagte zu den dreien: »Nun soll ewig nimmermehr eine Schlange diesen Boden bekriechen!
13] Hebet den Bruder aber auf, und traget ihn nach Hause; denn es muß also dem Herrn gefallen haben, daß Er mir den Stammhalter nahm!«
14] Und die drei Brüder erhoben weinend den Joel und trugen ihn nach Hause, und Joseph zerriß sein Gewand und folgte ihnen wehklagend.
15] Im Hause angelangt, kam, durch das Wehklagen erschreckt, ihnen alsbald Maria mit dem Kinde entgegen, und Jakob folgte ihr.
16] Beide aber stießen einen Jammerschrei aus, als sie den entseelten Joel und den Joseph mit zerrissenem Gewande erblickten.
17] Auch die drei Priester kamen alsbald herbei und erschraken nicht wenig über den Anblick des Leichnams.
18] Und einer sprach zum Joseph: »Nun erst glaube ich dir völlig, daß du auch nur ein Mensch bist; denn wärest du ein Gott, wie könnten da, deine Kinder sterben, und wie möchtest du sie nicht alsbald erwecken?«
19] Das Kindlein aber sprach: »Ihr irret euch alle! Joel ist wohl betäubt und schläft; aber tot ist er nicht!
20] Bringet eine Meerzwiebel her; leget sie ihm auf die Wunde, und es soll alsbald besser mit ihm werden!«
21] Eiligst brachte Jakob eine solche Zwiebel herbei und legte sie dem Joel auf die Wunde.
22] Und er kam in wenigen Augenblicken wieder zu sich und fragte alle, was denn mit ihm vorgefallen sei.
23] Die Umstehenden aber erzählten ihm alsbald alles und lobten und priesen Gott für die Rettung; die drei Priester aber bekamen eine große Achtung vor dem Kinde, – aber eine noch größere vor der Zwiebel.
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88. Arbeit auf dem Feld, Joels Tod, Heimkehr und der Schrecken zu Haus, Trost
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