Man kann nicht erwarten, mit rein materiellen Methoden samt ihren Apparaturen in die Mysterien des Lebens einzudringen.
Hier bleibt der Mensch stets auf die innere Schauungsgabe, auf die Sehkraft seines geistigen Auges angewiesen. Es ist kein Zufall, daß gerade die kontemplative Betrachtungsweise des Ostens uns in zahlreichen, vor allem altindischen Schriften eine Anatomie des feinstofflichen Menschenleibs überliefert hat: jenes Ätherkörpers, der das vegetative Leben des physischen Daseins regelt und dessen Strahlorgane (indisch Chakras) das Bindeglied zwischen dem primären Seelenleben des Menschen und dem von ihm miterregten Körperleben bilden. Die Ablehnung dieser Tatsachen durch die westliche Schulmedizin ist der Grund, warum diese im Prinzip kaum mehr über das bisher Erreichte hinauszugelangen vermag.
Höher noch als diese seelische Innenschau stehen jene seltenen Kundgaben des Geistes, die dem Erdenmenschen zuweilen durch das inspirative "innere Wort" vermittelt werden. Der bisher bedeutendste Träger dieser göttlichen Gabe war der Mystiker Jakob Lorber. In seinen Schriften finden sich mehrfach bedeutende Hinweise auf das Wunderwerk des menschlichen Körpers mit der Vielfalt seiner kunstreichen Organe und deren Bestimmung im Gesamtverband des Zellenstaates. Grundlage dieser Eröffnungen ist die Lehre von der Dreieinheit des Menschen: seinem innersten Geiste als dem leitenden Gottesfunken, seiner seelischen Wesenheit als der leben- und gestaltvermittelnden Kraftwelt, und seiner fein- und grobstofflichen Körperlichkeit als der Trägerin von Idee und Kraft.
In diesem Sinne drückt ein jedes Körperorgan eine stofflich gestaltgewordene geistige Schöpfungsidee aus, die — vom Kraftstrom der Seele durchwirkt — so lange organisches Leben zeigt, bis sich das Kraftpotential der Seele wieder aus dem Stoff zurückzieht. Man sagt dann, das Leben sei aus dem Körper entflohen. Es wirkt nunmehr allein im Seelenleib weiter, während das irdisch-stoffliche Kleid zerfällt und in die undifferenzierte Elementarmaterie zurückkehrt, aus der es durch Geistwillen und Seelenkraft einst gebildet wurde.
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