Vaterbriefe Band 3 / Überhebung und Eigenliebe wollen regieren, 491. – 6. Januar 1886 „Wo ist der neugeborne König der Juden?“
„Wo ist der neugeborne König der Juden? „Wir haben Seinen Stern gesehen im Morgenlande, und sind gekommen Ihn anzubeten.“ Da das König Herodes hörte, erschrak er, und mit ihm das ganze Jerusalem. ( Matth. 2, 2.)
Liebe Kinder!
Wo ist der neugeborne König der Juden? diese Frage könnte oder sollte in der Jetztzeit also heißen: Wer ist nun Herrscher über die Menschen? oder wie werden die Menschen beherrscht? und die Antwort wäre nicht schwer zu geben, sie heißt: Überhebung und Eigenliebe wollen regieren – in allen Schichten der menschlichen Gesellschaft. Darum würden nun ebenfalls die Herodese, welche nach äußerem Ansehen und Besitz trachten, erschrecken, wenn sie von den Weisen nach dem König gefragt würden, Welcher erschienen ist, um nur durch die Liebe zu regieren.
Die Weisen sagten: „wir haben Seinen Stern gesehen im Morgenlande! Hier sind unter den Weisen in der Entsprechung für den geistigen Zustand der Jetztzeit Diejenigen verstanden, welche durch die Wahrheit erkennen, wie die Liebe zur Herrschaft gelangen muss, damit der König das Friedensreich einnehmen kann. Es wird ihnen durch den h. Geist die große Macht und Herrlichkeit aufgedeckt, welche durch Mein kommen den Menschen zu Teil geworden ist, und die durch Mein zweites Kommen nun ganz regieren wird.
Die Weisen oder Seelen sind überzeugt, daß Ich schon auf Erden bin, und die Wahrheit oder der Stern leitet sie an, Mich zu suchen und zu finden in der Bethlehemshöhle, oder in ihrem Herzen, wo der Weltverstand Mich nicht findet. Wenn daher solche Seelen mit den Weltmenschen zusammenkommen und von Mir zeugen, da erschrecken dieselben; denn ihr Gewissen wird wachgerufen, und sie führen und fürchten dann ihre Niederlage; darum meinen sie durch List solchen Seelen den Untergang bereiten zu können, welche von Mir zeugen, gleichwie es vom Herodes heißt:
„Da berief Herodes die Weisen heimlich und erlernte mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre!“ Sie forschen aber fleißig unter dem Scheine, als ob sie das Kindlein anbeten wollten, aber nur um es besser zu verderben; denn sie setzen sich Allem entgegen, was göttlicher Einfluss heißt, um ihr Ansehen und ihre Herrschaft nicht zu verlieren.
Wenn ihr nun merket, daß auch ihr den Weisen gleichet, die nach Mir suchen, um Mich ehren und lieben zu können, so befraget euch nicht zuvor bei den Weltmenschen und Schriftgelehrten, sondern folget dem Stern oder der Wahrheit im Stillen, welche ganz sicher euch zu Mir leitet, und euch vor den Verfolgungen zu beschützen weiß, welche ihr euch oft durch Unvorsichtigkeit oder Unwissenheit selbst zuzieht.
Wer Mich verehret, wie einst die Weisen, durch Liebe und Gehorsam, über Diese will Ich Meine schützende Segenshand ausstrecken, und sie vor Gefahr behüten, auf daß sie sicher in ihrer ewigen Heimat anlangen!
Amen! Euer Vater.
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