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Zoar – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

“Wie das Land Ägypten, wo man kommt gen Zoar”, daß dies bedeutet Wißtümliches aus Neigungen zum Guten, kann erhellen aus der Bedeutung von Ägypten, sofern dieses im guten Sinn nach die Wissenschaft ist, und aus der Bedeutung von Zoar, als die Neigungen vom Guten. Zoar war eine Stadt nicht weit von Sodom, wohin auch Lot floh, als er durch die Engel dem Brand Sodoms entrissen wurde; und weil die Neigung zum Guten, so bedeutet es auch im entgegengesetzten Sinn, wie gewöhnlich die Neigung zum Bösen. <HG 1589>

“Sie führten Krieg mit Bera, dem Könige von Sodom, und mit Birscha, dem Könige von Amora, Schineab, dem Könige von Adma, und Schemeber, dem Könige von Zeboim, und dem Könige von Bela, das ist Zoar”, daß diese bedeuten ebenso viele Arten von Begierden des Bösen und Beredungen des Falschen, gegen die der Herr kämpfte, kann ebenfalls erhellen aus der Bedeutung dieser Könige und dieser Völkerschaften, die genannt werden, wie auch aus dem Folgenden. Welche Begierden des Bösen, und welche Beredungen des Falschen durch sie im einzelnen bezeichnet werden, wäre ebenfalls zu weitläufig auseinanderzusetzen; von der Bedeutung Sodoms und Amoras, sodann Admas und Zeboim, wie auch Zoars, ist schon früher mit wenigem gehandelt worden; es sind die allgemeinsten und am meisten durchwaltenden Arten des Bösen und Falschen, die im inneren Sinn

bezeichnet sind und hier in ihrer Reihe aufeinanderfolgen. <HG 1663>

“Darum nannte er den Namen der Stadt Zoar”, daß dies die Neigung zum Wahren bedeutet, erhellt aus der Bedeutung derselben, sofern sie ist die Neigung zu einem Guten, nämlich demjenigen des Wissens, d.h. die Neigung des Wahren; und aus der Bedeutung von “den Namen nennen”, sofern es ist die Beschaffenheit kennen, nämlich hier, daß es wenig Wahres sei, denn durch Zoar wird in der Grundsprache wenig oder ein kleines bezeichnet; denn die in der Neigung zum Wahren sind, haben wenig Wahres, weil wenig Gutes im Verhältnis zu denen, die in der Neigung zum Guten sind. Daß auch die Wahrheiten, die an sich wahr sind, bei dem einen mehr wahr, bei dem anderen weniger wahr, bei einigen gar nicht wahr, ja sogar falsch sind, kann man beinahe an allen ersehen, die an sich wahr sind, denn sie gestalten sich beim Menschen, bei dem sie sind, verschieden, je nach seinen Neigungen. Wie z.B. in Beziehung auf das Tun eines guten Werkes oder des Guten der Liebtätigkeit ist an sich wahr, daß man es tun soll, es ist aber bei dem einen ein Gutes der Liebtätigkeit, weil es aus der Liebtätigkeit hervorgeht, bei dem anderen ist es ein Werk des Gehorsams, weil es aus dem Gehorsam hervorgeht, bei einigen ist es etwas auf Verdienst Berechnetes, weil sie dadurch verdienen und selig werden wollen, bei einigen aber ist es etwas Heuchlerisches, darauf berechnet, so zu scheinen, und so fort. So in allen übrigen, welche Wahrheiten des Glaubens genannt werden. Hieraus kann auch erhellen, daß viel Wahres bei denen ist, die in der Neigung zum Guten sind, und weniger Wahres bei denen, die in der Neigung zum Wahren sind, denn diese sehen auf das Gute als etwas von ihnen Entfernteres hin, jene aber auf das Gute als etwas ihnen Gegenwärtiges. <HG 2439>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 469 →

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