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zerteilen – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

“Und er legte jeden Teil davon dem andern gegenüber”, daß dies die gegenseitige Beziehung (den Parallelismus) und Entsprechung in betreff der himmlischen Dinge bedeutet, kann daraus erhellen, daß die Teile auf der einen Seite die Kirche bezeichnen, die Teile auf der anderen den Herrn. Und wenn diese einander gerade gegenüber gelegt werden, so ist es nichts anderes als eine gegenseitige Beziehung und Entsprechung. Und weil die Kuh, die Ziege und der Widder so geteilt und gelegt wurden, so erhellt, daß eine gegenseitige Beziehung und Entsprechung in betreff der himmlischen Dinge besteht, anders aber in betreff der geistigen Dinge. Himmlisch ist, wie oft gesagt worden, alles, was der Liebe zum Herrn und der Liebe gegen den Nächsten angehört. Der Herr ist es, Welcher Liebe und Liebtätigkeit gibt, die Kirche ist es, die empfängt. Was sie vereinigt, ist das Gewissen, dem Liebe und Liebtätigkeit eingepflanzt wird; daher der Zwischenraum zwischen den Teilen dasjenige beim Menschen bedeutet, was das Innewerden, das innere Sprechen, und das Gewissen genannt wird. Was oberhalb des Innewerdens, der Einsprache und des Gewissens ist, ist Eigentum des Herrn, was unterhalb ist, ist beim Menschen. Weil sie somit gegenseitig aufeinander hinsehen, so heißt es eine gegenseitige Beziehung, und weil sie einander gegenseitig entsprechen, wie das Tätige und das Leidende, so heißt es eine Entsprechung. <HG 1831>

“Und den Vogel zerteilte er nicht”, daß dies die geistigen Dinge bedeutet, bei denen keine solche gegenseitige Beziehung und Entsprechung ist, erhellt aus der Bedeutung des Vogels, sofern dieser das Geistige ist, und daraus, daß er den Vogel nicht in der Mitte zerteilte, folglich eine solche gegenseitige Beziehung und Entsprechung nicht stattfindet. Durch die geistigen Dinge wird, wie früher oft gesagt worden ist, alles bezeichnet, was dem Glauben angehört, demnach alle Lehrbestimmungen; denn diese werden Gegenstände des Glaubens genannt, obwohl sie nicht Bestimmungen des Glaubens sind, bevor sie mit der Liebtätigkeit verbunden sind; zwischen diesen und dem Herrn gibt es keine gegenseitige Beziehung und Entsprechung, denn sie sind solches, was nicht durch ein inneres Sprechen und durch das Gewissen einfließt, wie dasjenige, was zur Liebe und Liebtätigkeit gehört, sondern sie fließen ein durch den Unterricht, und so durch das Gehör, somit nicht von innen, sondern von außen her, und bilden so beim Menschen ihre Gefäße oder Aufnahmebehälter. Der größte Teil derselben erscheint als Wahres, und ist doch nicht Wahres, wie die Dinge, die zum buchstäblichen Sinne des Wortes gehören, und Vorbildungen des Wahren, und sinnbildliche Bezeichnungen des Wahren sind, somit an sich nicht Wahrheiten; einige sind auch Falschheiten, die jedoch zu Gefäßen und Aufnahmebehältern dienen können. Beim Herrn sind nur wesentliche Wahrheiten, daher es keine gegenseitige Beziehung und Entsprechung derselben mit diesen gibt. Dennoch aber können sie angepaßt werden, daß sie den himmlischen Dingen, welche die der Liebe und Liebtätigkeit sind, zu Gefäßen dienen. Sie sind das, was die Wolke des verständigen Teiles ausmacht, von der früher die Rede war,

und welcher der Herr Liebtätigkeit einflößt, und so das Gewissen macht; wie z.B. bei denen, die im Buchstabensinn des Wortes bleiben, und meinen, daß der Herr es sei, Der in Versuchung führt und dann das Gewissen des Menschen peinigt, und daß Er, weil Er das Böse zuläßt, auch die Ursache des Bösen sei; daß Er die Bösen in die Hölle verstoße, und dergleichen; dies sind Scheinwahrheiten, nicht aber Wahrheiten. Und weil sie nicht Wahrheiten an sich sind, so ist auch keine gegenseitige Beziehung und Entsprechung da; diese läßt dennoch der Herr unangetastet beim Menschen, und paßt sie in wunderbarer Weise durch die Liebtätigkeit an, daß sie den himmlischen Dingen zu Gefäßen dienen können. Ebenso ist es mit dem Gottesdienst, den Lehren und Sitten, ja den Götzen gutartiger Heiden, diese läßt der Herr gleichfalls unangetastet, und dennoch paßt Er sie durch die Liebtätigkeit an, daß sie ebenfalls zu Gefäßen dienen können. Ebenso verhielt es sich mit den allermeisten Gebräuchen in der Alten Kirche und nachher in der jüdischen Kirche, die an sich nichts anderes waren, als Gebräuche, in denen das Wahre nicht war, die aber geduldet und zugelassen, ja befohlen wurden, weil sie von ihren Eltern für heilig gehalten, und so ihren Gemütern von Kindheit an als Wahrheiten eingepflanzt und eingeprägt wurden. Diese und ähnliche Dinge sind es, die dadurch bezeichnet werden, daß die Vögel nicht zerteilt wurden; denn was einmal der Meinung eines Menschen eingepflanzt, und für heilig gehalten wird, das läßt, wenn es nur nicht gegen die göttliche Ordnung ist, der Herr unangetastet, und obwohl keine gegenseitige Beziehung und Entsprechung stattfindet, so paßt Er es doch an. Dies ist es auch, was in der jüdischen Kirche dadurch bezeichnet wurde, daß bei den Opfern die Vögel nicht zerteilt wurden, denn zerteilen heißt einander gegenüberstellen, so daß es gleichmäßig entspricht; und weil die Dinge, von denen die Rede war, nicht gleichmäßig entsprechend sind, so werden sie im anderen Leben bei denen, die sich belehren lassen, verwischt, und eigentliche Wahrheiten den Neigungen zum Guten eingepflanzt. <HG 1832>

“Ich will sie zerteilen in Jakob” bedeutet, daß sie aus dem natürlichen Menschen ausgetilgt werden müssen. Dies erhellt aus der Bedeutung von zerteilen, insofern es eine Trennung und Entfernung vom Wahren und Guten bezeichnet; mithin ein austilgen; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, insofern er der natürliche oder äußere Mensch ist. <HG 6360>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 442 →

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