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Winde, vier – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

Matth.24/31: “Und sie werden Seine Auserwählten versammeln von den vier Winden, und von dem einen Ende der Himmel bis zu dem anderen”: bedeutet die Herstellung einer neuen Kirche. Die Auserwählten sind die, welche im Guten der Liebe und des Glaubens sind; die vier Winde, aus denen sie versammelt werden, bezeichnen alle Zustände des Guten und des Wahren; das eine Ende der Himmel bis zu dem anderen Ende, bedeutet das Innere und Äußere der Kirche. <HG 4060>

“Diese hielten die vier Winde der Erde” bedeutet den Nachlaß Seines Einflusses. Dies erhellt aus der Bedeutung der “vier Winde der Erde”, sofern sie alles Göttliche im Himmel bezeichnen, worüber folgt; und aus der Bedeutung von “sie halten”, sofern es heißt, Seinen Einfluß nachlassen. Was aber unter dem Nachlaß des Einflusses des Göttlichen im Himmel verstanden wird, kann niemand wissen, als wem es geoffenbart worden ist, und folglich kann man auch nicht wissen, was bezeichnet wird durch das Halten der vier Winde der Erde; ohne Offenbarung wird niemand anders denken, als daß unter den Winden hier die Winde verstanden werden, die von den Engeln zurückgehalten wurden, weil auch folgt, auf daß kein Wind blies über das Land, noch über das Meer, noch über irgendeinen Baum. Gleichwohl wird durch die vier Winde hier wie anderwärts im Wort, alles Göttliche bezeichnet, das vom Herrn im Himmel kommt, insbesondere das göttlich Wahre, und weil dieses vom Herrn als der Sonne in den ganzen Himmel und daher auf die ganze Erde einfließt, darum wird durch “sie halten” bezeichnet, den Einfluß nachlassen. Damit man aber dieses klarer verstehen möge, soll auch gesagt werden, wie es sich mit jenem Einfluß verhält: Der Herr ist die Sonne des Engelshimmels, von Ihm, als der Sonne, geht alles Licht und alle Wärme dort aus. Das Licht, das ausgeht, ist in seinem Wesen das göttlich Wahre, weil es ein geistiges Licht ist, und die Wärme, die ausgeht, ist in ihrem Wesen das göttlich Gute, weil es eine geistige Wärme ist. Diese beiden fließen vom Herrn, als der Sonne, aus in alle Himmel, angemessen der Aufnahme von seiten der Engel daselbst, daher bald schwächer, bald kräftiger. Wenn schwächer, alsdann werden die Guten von den Bösen getrennt, wenn aber kräftiger, alsdann werden die Bösen verworfen. Wenn daher das Letzte Gericht bevorsteht, alsdann fließt der Herr zuerst schwach ein, in der Absicht, daß die Guten von den Bösen getrennt werden. Weil in diesem Kapitel von dieser Trennung gehandelt wird, darum wird vorausgeschickt, was von der Zurückhaltung der vier Winde der Erde gesagt wird, wodurch bezeichnet wird der Nachlaß (die schwächere Wirkung) des Einflusses des göttlich Guten und des göttlich Wahren vom Herrn. Daß von der Trennung der Guten von den Bösen die Rede ist, erhellt aus dem Folgenden in der Offenb.7/3, denn es wird gesagt: “auf daß ihr nicht beschädigt das Land, noch das Meer, noch irgendeinen Baum, bis wir die Knechte Gottes auf ihren Stirnen versiegelt haben”; und hernach bis zum Ende des Kapitels wird von den Versiegelten gehandelt; d.h. von den Guten, die getrennt wurden von den Bösen. Der Grund, warum die vier Winde alles ausgehende Göttliche bedeuten, ist, weil

durch die Winde des Himmels die Himmelsgegenden bezeichnet werden, denn der ganze Himmel ist in vier Gegenden abgeteilt, nämlich die östliche, westliche, südliche und nördliche. In die östliche und in die westliche Gegend fließt der Herr mit dem göttlich Guten stärker ein als mit dem göttlich Wahren, aber in die südliche und nördliche Gegend fließt Er mit dem göttlich Wahren stärker ein, als mit dem göttlich Guten; daher sind diese mehr in der Weisheit und Einsicht, jene aber mehr in der Liebe und Liebtätigkeit. Und weil der ganze Himmel in vier Gegenden eingeteilt ist, und diese vier Gegenden durch die vier Winde bezeichnet werden, darum wird durch die vier Winde alles ausgehende Göttliche bezeichnet. Daß vier Winde der Erde genannt werden, beruht darauf, daß unter Erde alles Land in der geistigen Welt verstanden wird, aber im geistigen Sinn wird durch die Erde bezeichnet der Himmel und die Kirche. <EKO 418>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 153 →

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