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Volk – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

In den ältesten Zeiten wohnte man geschieden in Völkerschaften, Familien und Häuser, wie früher gesagt worden, und dies darum, daß die Kirche auf Erden vorbilden möchte das Reich des Herrn, wo alle geschieden sind in Vereine, und die Vereine in größere, und diese wiederum in größere, und zwar gemäß den Unterschieden der Liebe und des Glaubens im allgemeinen und im besonderen, somit ebenfalls gleichsam in Häuser, Familien und Völkerschaften; daher bedeuten Häuser, Familien und Völkerschaften im Worte Gutes der Liebe und des Glaubens aus ihm, wo genau unterschieden wird zwischen Völkerschaften und Volk; durch die Völkerschaft wird bezeichnet das Gute oder das Böse, aber durch das Volk das Wahre oder das Falsche, und zwar so sich gleichbleibend, daß sie nirgends anders stehen. Weil Völkerschaften diejenigen heißen, die in der Liebtätigkeit, Völker die, welche im Glauben stehen, so wird das Priestertum des Herrn ausgesagt von den Völkerschaften, weil von Himmlischem, welches das Gute ist; Sein Königtum

von den Völkern, weil von Geistigem, welches ist Wahres, was auch vorgebildet war in der jüdischen Kirche; in ihr waren sie eine Völkerschaft, ehe sie Könige hatten, aber nachdem sie Könige bekommen hatten, wurden sie ein Volk. <HG 1259>

Weil die Völkerschaften in der Ältesten und in der Alten Kirche, Gutes oder das Gute bedeuten, darum bedeuten sie auch im entgegengesetzten Sinn Böses oder das Böse; ebenso die Völker, weil sie Wahres bedeuten, darum bedeuten sie auch im entgegengesetzten Sinn Falsches; in der ausgearteten Kirche nämlich verwandelt sich das Gute ins Böse, und das Wahre ins Falsche, daher kommt die Bedeutung der Völkerschaften und der Völker in diesem Sinne oft vor im Wort. <HG 1260>

Die Könige, Königreiche und Völker in den geschichtlichen und prophetischen Teilen des Wortes bedeuten die Wahrheiten, und was zu den Wahrheiten gehört, was durch vieles begründet werden kann; im Worte wurde genau unterschieden zwischen Volk und Völkerschaft; durch Volk werden Wahrheiten bezeichnet, durch Völkerschaft Gutes. Die Könige werden ausgesagt von Völkern, nicht so von Völkerschaften; die Söhne Israels waren, bevor sie sich um Könige umtaten, eine Völkerschaft, und bildeten vor das Gute oder Himmlische, nachdem sie aber einen König begehrt und erhalten hatten, wurden sie ein Volk, und bildeten nicht das Gute oder Himmlisches vor, sondern das Wahre oder Geistige, und dies war der Grund, warum es ihnen als Fehler angerechnet wurde. <HG 1672>

“Denn zu einem großen Volke will Ich dich daselbst machen” bedeutet, die Wahrheiten sollen zum Guten werden. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, von dem dies gesagt wurde, insofern er das natürlich Wahre bezeichnet. Völkerschaften und Völker werden oft im Worte genannt, aber allenthalben mit dem Unterschied, daß durch Völkerschaften Gutes oder Böses bezeichnet wird und durch Völker Wahres oder Falsches. <HG 6005>

“Und sprach zu seinem Volk” bedeutet das untergeordnete Wißtümliche. Dies erhellt aus der Bedeutung des Volkes, sofern es das Wahre bezeichnet, und im entgegengesetzten Sinn das Falsche; hier das Wißtümliche, das getrennt ist vom Wahren, weil es das Volk von Ägypten ist. Ägypten bezeichnet hier das Wißtümliche, das untergeordnet ist; dies hat den Grund, weil es heißt, der König sprach zu seinem Volk. Durch das Volk wird Wahres bezeichnet, weil im Wort ein Volk genannt wird, das unter einem König steht, und durch den König das Wahre bezeichnet wird. Durch das Volk wird Wahres bezeichnet, aber es werden zugleich diejenigen verstanden, die in Wahrem sind. Daß Wahres abstrakt gesagt wird, beruht darauf, weil die Geister und Engel so denken und reden; denn dadurch fassen sie die Sache in universeller Weise auf, und dann zugleich in besonderer Weise das, was zur Sache gehört, ohne auf ein bestimmtes Volk, das im Wahren ist, zu reflektieren, denn diese Reflexion würde

das Gemüt von der universellen Vorstellung, somit von der Ausdehnung der Anschauung, mithin von der Weisheit abziehen; denn die Richtung des Denkens auf ein Volk, sowie auch auf eine Person beschränkt und begrenzt die Vorstellungen, und hindert, die Sache so inne zu werden, wie sie von einem Endpunkt zum anderen beschaffen ist. <HG 6653>

Wenn im Worte “das ganze Land” gesagt wird, so wird von den Engeln nicht Land, sondern das Volk darinnen verstanden, und wenn gesagt wird Volk, so wird die Beschaffenheit des Volkes verstanden in Ansehung seines Geistigen, d.h. in Ansehung dessen, was zur Kirche gehört. Daß die Vorstellung von der Beschaffenheit des Volkes sich einstellt, wenn das Land genannt wird, ist bekannt, denn dies geschieht auch bei den Menschen, und mehr noch bei den Engeln, die über alles Natürliche auf geistige Weise denken. <HG 8011>

“Die Völker hörten es” bedeutet, alle überall, die im Falschen aus dem Bösen waren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Völker, insofern sie diejenigen bezeichnen, die in den Wahrheiten aus dem Guten, und im entgegengesetzten Sinn, die im Falschen aus dem Bösen sind. Es wird gesagt “im Falschen aus dem Bösen”, um sie zu unterscheiden von denen, die im Falschen sind, und dennoch im Guten. Im Falschen und zugleich im Guten sind innerhalb der Kirche die, welche in Irrlehren sind und dabei ein gutes Leben führen, und außerhalb der Kirche alle, die im Guten sind. Aber das Falsche bei ihnen verdammt nicht, wenn es nicht ein solches Falsches ist, das gegen das Gute streitet, und das eigentliche Leben des Guten zerstört. Das Falsche aber, das nicht gegen das Gute ist, ist zwar an sich Falsches, aber in Beziehung auf das Gute des Lebens, gegen das es nicht ist, legt es die Beschaffenheit des Bösen fast ab, was durch die Anwendung auf das Gute geschieht; denn ein derartiges Falsche kann zum Guten und zum Bösen angewendet werden: wenn zum Guten, dann wird es gelinde, wenn hingegen zum Bösen, dann wird es hart. Das Falsche kann nämlich ebenso zum Guten angewendet werden, wie das Wahre zum Bösen, denn alle Wahrheiten werden verfälscht durch Anwendung zum Bösen. Als Beispiel diene Folgendes: Daß der Glaube allein selig mache, ist an sich falsch, besonders bei den Bösen, die so das Gute der Liebtätigkeit ausschließen, als ob es ganz und gar nichts zum Heil beitrage. Aber dieses Falsche wird bei denen gemildert, die im Guten des Lebens sind, denn sie wenden es zum Guten, indem sie sagen, der Glaube allein mache selig, aber ein Glaube, der nicht verbunden sei mit seiner Frucht, sei kein Glaube, folglich nicht ohne das Gute; so auch im übrigen. <HG 8311>

“Und das ganze Volk, in dessen Mitte du bist, wird sehen das Werk Jehovahs” bedeutet, daß alle, von denen das Wort aufgenommen wird, das Göttliche darin anerkennen werden.

Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das Wort darstellt. Daher wird durch das Volk, in dessen Mitte er ist, die Kirche bezeichnet, wo das Wort sich befindet, somit alle, von denen das Wort aufgenommen wird, denn andere erkennen das Göttliche nicht darin an. Und aus der Bedeutung von “sehen das Werk Jehovahs”, sofern es heißt, das Göttliche darin anerkennen. Daß es so ist, leuchtet ein, denn alle, die innerhalb der Kirche im Guten des Lebens sind, erkennen das Göttliche im Wort an; der Grund ist, weil bei ihnen das Heilige aus dem Himmel einfließt, wenn sie das Wort lesen, obwohl sie nicht wissen, daß dies mittelst der Entsprechungen geschieht. Wirklich wird das, was den Entsprechungen gemäß einfließt, nicht anders empfunden, denn als etwas allgemeines Heiliges, worin das Gemüt festgehalten wird; anders ist es aber bei denen, die nicht im Guten des Lebens sind, bei diesen ist das Innere, durch das der Himmel einfließt, geschlossen. <HG 10635>

Im Wort werden öfter Völkerschaften und Völker genannt und wer nichts vom geistigen oder inneren Sinn des Wortes weiß, glaubt, daß Völker und Völkerschaften verstanden werden, aber unter Völkern werden diejenigen verstanden, die in den Wahrheiten sind oder im entgegengesetzten Sinn diejenigen, die im Falschen, und unter Völkerschaften werden die verstanden, die in Gutem oder im entgegengesetzten Sinn, die in Bösem sind. Und weil unter Völkern und Völkerschaften solche verstanden werden, so wird auch, wenn man von den Personen absieht, unter Völkern das Wahre oder das Falsche und unter den Völkerschaften das Gute oder das Böse verstanden. Denn der wahre geistige Sinn ist abgezogen von Personen, Räumen, Zeiten und dergleichen, was der Natur eigen ist. Der natürliche Sinn des Wortes, der sein Buchstabensinn ist, hängt mit jenen Gegenständen zusammen und der Sinn, der damit zusammenhängt, dient dem Sinn, der nicht mit ihnen zusammenhängt, zur Unterlage. Denn alles, was in der Natur ist, bildet das Letzte der göttlichen Ordnung. Das Göttliche aber bleibt nicht in der Mitte stehen, sondern es fließt herab bis zu seinem Letzten und hat dadurch Bestand. Dies ist der Grund, warum das Wort im Buchstaben so beschaffen ist, und wenn es nicht so beschaffen wäre, so würde es der Weisheit der Engel, die geistig sind, nicht zur Unterlage dienen. Hieraus kann man ersehen, wie sehr diejenigen irren, die das Wort seiner Schreibart wegen verachten. <EKO 175>

“Und Völkern und Völkerschaften” bedeutet die, welche der geistigen Kirche des Herrn und Seiner himmlischen Kirche angehören. Dies erhellt aus der Bedeutung des Volkes und der Völkerschaft im Wort, sofern durch Volk die bezeichnet werden, die im geistig Guten sind, und durch Völkerschaft die, welche im himmlisch Guten, somit die der geistigen Kirche des Herrn und Seiner himmlischen Kirche angehören. Daß zwei Reiche sind, in welche die Himmel abgeteilt sind, nämlich das himmlische Reich und das geistige Reich, und daß sich im himmlischen Reich die befinden, die im Guten der Liebe zum Herrn sind, und im geistigen Reich die, welche im Guten der Liebtätigkeit gegen den Nächsten sind, sehe man HH 20-28. Aber diese zwei Reiche sind nicht bloß

in den Himmeln, sondern auch auf Erden, und auf Erden werden sie himmlische Kirche und geistige Kirche genannt. Wenige wissen, was insbesondere durch Volk oder Völker, und was insbesondere durch Völkerschaft oder Völkerschaften im Wort bezeichnet wird, darum will ich einige Stellen aus dem Wort anführen, wo sie beisammen vorkommen, woraus erhellen wird, daß etwas Unterschiedenes durch Volk und etwas Unterschiedenes durch Völkerschaften bezeichnet wird; denn wenn nicht Unterschiedenes bezeichnet würde, so würden nicht beide zugleich vorkommen. Durch Völker und Völkerschaften werden alle verstanden, die zu Seiner Kirche gehören; denn alle Angehörigen der Kirche des Herrn sind entweder aus Seinem himmlischen Reich oder aus Seinem geistigen Reich; außer denjenigen, die in diesen beiden Reichen sind, gibt es keine Angehörigen der Kirche. Es gibt auch nur zwei Dinge, welche die Kirche machen: das Gute und das Wahre, beides vom Herrn. Durch Völkerschaften werden diejenigen verstanden, die im Guten, und durch Völker diejenigen, die im Wahren sind, und abgesehen von den Personen wird unter Völkerschaften das Gute der Kirche und unter den Völkern ihr Wahres verstanden. Im entgegengesetzten Sinn bedeutet Volk diejenigen, die im Falschen sind und Völkerschaft, die im Bösen sind. <EKO 331>

“Und allen Völkerschaften und Stämmen und Sprachen und Völkern” bedeutet für alle, die im Guten und Wahren des Lebens und der Lehre sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von Völkerschaft, insofern durch dieselbe diejenigen bezeichnet werden, die im Guten des Lebens sind, weil im Guten der Liebe; und aus der Bedeutung des Stammes, indem er diejenigen bezeichnet, die im Wahren aus dem Guten sind; ferner aus der Bedeutung der Sprache, insofern sie das Bekenntnis aus dem Guten des Herzens und somit auch aus dem Guten der Lehre bezeichnet; und aus der Bedeutung des Volkes, insofern es diejenigen bezeichnet, die im Wahren der Lehre sind. Hieraus geht hervor, daß durch: alle Völkerschaften und Stämme und Sprachen und Völker, alle bezeichnet werden, die im Guten und Wahren des Lebens und der Lehre sind, also die Einfältigen sowohl, als die Gelehrten, wo sie auch sein mögen, sei es innerhalb oder außerhalb der Kirche. Nach dem Buchstabensinn werden unter allen Völkerschaften, Stämmen, Sprachen und Völkern alle verstanden, welcher Religion sie auch angehören mögen, aber im geistigen Sinn werden alle verstanden, die ein gutes Leben führen und ein gutes Verständnis haben. <EKO 872>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 313 →

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