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verhaßt – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

“Daß ich verhaßt bin” bedeutet den Zustand des Glaubens, wenn ihm der Wille nicht entsprechend ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von verhaßt, sofern es heißt nicht geliebt; denn so beschaffen ist der Zustand des Glaubens, wenn nicht der Wille ihm entspricht. Es wird im inneren Sinn gehandelt vom Fortschreiten der Wiedergeburt des Menschen vom Äußeren zum Inwendigen, d.h. vom Wahren des Glaubens zum Guten der Liebtätigkeit. Das Wahre, das Sache des Glaubens, ist das Äußere, und das Gute, das Sache der Liebtätigkeit, ist das Innere. Damit das Wahre, welches ist Sache des Glaubens, lebe, muß es eingeführt werden in den Willen, um dort Leben zu empfangen, denn das Wahre lebt nicht vom Wissen, sondern vom Wollen. Durch das neue Wollen, das der Herr beim Menschen schafft, fließt Leben von Ihm ein: das erste Leben äußert sich durch den Gehorsam, der das erste des Willens ist; das andere durch die Neigung, das Wahre zu tun, das ein Fortschritt des Willens ist, der dann vorhanden ist, wenn man Lust und Wonne im Tun des Wahren empfindet. Kommt es nicht zu einem solchen Fortschritt des Glaubens, so wird das Wahre nicht wahr, sondern es wird etwas vom Leben Getrenntes, zuweilen ein Begründen des Falschen, und zuweilen eine Selbstberedung, somit etwas Unsauberes; denn es verknüpft sich mit der bösen Neigung des Menschen oder seiner Begierde, d.h. mit seinem eigenen Willen, welcher der Liebtätigkeit entgegen ist. <HG 3870>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 251 →

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