Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Was des Herrn ist, wird im Worte genannt Überreste, und hier sind es vornehmlich Kenntnisse des Glaubens, die er von Kindheit an erlernt hat. Diese werden verborgen gehalten und liegen nicht offen zu Tage bevor er in diesen Zustand kommt. Dieser Zustand findet heutzutage selten statt ohne Versuchung, Unglück, Betrübnis, die machen, daß das, was des Leibes und der Welt ist, somit das, was Eigenes ist, ruht, und gleichsam stirbt. So wird, was dem äußeren Menschen angehört, getrennt von dem, was dem inneren angehört; im inneren sind die Überreste, die vom Herrn bis zu dieser Zeit und zu diesem Gebrauch verborgen gehalten werden. <HG 8>
Überreste kommt im Wort hin und wieder vor. Es sind Erkenntnisse des Wahren und Guten, die der Herr im Menschen verbirgt und nicht ans Licht oder an den Tag kommen, ehe das Äußere abgeödet ist. Diese Erkenntnisse werden auch Angesichte der Wasser genannt. <HG 19>
Die Schlange kann nur das unterste Natürliche verletzen, nicht aber, wofern es nicht Viperarten sind, das innere Natürliche im Menschen, noch weniger das Geistige und am wenigsten das Himmlische; diese erhält der Herr und verbirgt sie, ohne daß der Mensch darum weiß; was der Herr verbirgt, wird im Wort Überreste genannt. <HG 259>
Aber mit der Kirche hat es die Bewandtnis, daß sie im Verlauf der Zeit abnimmt und zuletzt nur unter wenigen übrigbleibt; diese wenigen, bei denen sie zur Zeit der Sündflut übrigblieb, sind Noach genannt worden. Daß die wahre Kirche abnimmt und bei wenigen bleibt, kann an anderen Kirchen erhellen, die gleichfalls abgenommen haben. Die, welche übrigbleiben, werden im Worte genannt Überbleibsel und Überreste, und zwar in der Mitte oder Mittelpunkt des Landes. Im allgemeinen verhält es sich wie im besonderen, d.h. wie mit der Kirche, so mit den einzelnen Menschen; wenn nicht bei jedem vom Herrn Überreste erhalten würden, so müßte er notwendig des ewigen Todes sterben. Denn in den Überresten ist geistiges und himmlisches Leben; ebenso im ganzen oder allgemeinen; wenn es nicht immer welche gäbe, bei denen die Kirche oder der wahre Glaube ist, so ginge das menschliche Geschlecht zugrunde; denn um etlicher willen wird, wie bekannt ist, eine Stadt, ja, ein ganzes Reich erhalten; es verhält sich damit, wie mit dem Herzen im Menschen, solange das Herz gesund ist, können die umliegenden Eingeweide leben; ist aber jenes matt, so ergreift die Abzehrung alles und der Mensch stirbt. Die letzten Überreste sind es, die bezeichnet werden durch Noach. <HG 468>
Was die Überreste betrifft, die bei dem Menschen insbesondere sind, je weniger es sind, desto weniger kann sein Vernünftiges und Wißtümliches erleuchtet werden; denn das Licht des Wahren und Guten fließt von den Überreste und durch die Überreste vom Herrn ein; wären keine Überreste beim Menschen, so wäre er nicht Mensch, sondern viel geringer als ein Tier; je weniger Überreste, desto weniger ist er Mensch, und je mehrere, desto mehr ist er Mensch; mit den Überresten verhält es sich wie mit einem Himmelsgestirn, je kleiner es ist, desto weniger Licht von demselben, je größer, desto mehr Licht von demselben. <HG 530>
Der Mensch kann ohne Überreste nicht leben. Damit man aber wisse, was die Überreste sind, so sind sie nicht bloß das Gute und Wahre, das aus dem Wort des Herrn der Mensch von Kindheit an erlernt hat und was so seinem Gedächtnis eingeprägt ist, sondern es sind auch alle Zustände von daher, wie die Zustände der Unschuld von der Kindheit an, die Zustände der Liebe gegen die Eltern, Geschwister, Lehrer, Freunde; die Zustände der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, wie auch der Barmherzigkeit gegen Arme und Bedürftige, kurz alle Zustände des Guten und Wahren; diese Zustände nebst dem Guten und Wahren, das dem Gedächtnis eingeprägt ist, heißen Überreste, die vom Herrn beim Menschen erhalten und aufbewahrt werden in seinem inneren Menschen, während er es gar nicht weiß und die wohl ausgesondert werden von demjenigen, was des Menschen
Eigenes, d.h. böse und falsch ist. Alle diese Zustände werden so vom Herrn beim Menschen erhalten, daß auch nicht das geringste von ihnen verlorengeht, was mir zu wissen gegeben worden daraus, daß ein jeder Zustand des Menschen von seiner Kindheit an bis in sein höchstes Alter im anderen Leben nicht bloß bleibt, sondern auch wiederkehrt, und zwar ganz so, wie sie waren, während er in der Welt lebte; so nicht bloß das Gute und Wahre des Gedächtnisses, sondern auch all die Zustände der Unschuld und der Liebtätigkeit. Und wann die Zustände des Bösen und Falschen oder der Bosheit und Einbildung wieder kommen, die alle und jede ebenfalls im allerkleinsten bleiben und wiederkehren, dann werden vom Herrn diese Zustände durch jene gemäßigt; hieraus kann erhellen, daß der Mensch, wenn er keine Überreste hätte, nirgend anders als in der ewigen Verdammnis sein könnte; man sehe, was oben HG 468 gesagt worden. <HG 560, 561>
Ohne die Überreste ist eine Wiedergeburt nicht möglich. <HG 628>
Daß am Ende der Tage der vorsündflutlichen Kirche alles Verständnis des Wahren und aller Wille zum Guten zugrunde gegangen sei, wird bezeichnet durch das, was im vorigen und in diesem Vers gesagt worden ist. Bei den Menschen vor der Sündflut, die von greulichen Beredungen und schnöden Begierden erfüllt waren, war dies so sehr der Fall, daß nicht einmal eine Spur davon sich mehr zeigte; aber bei denen, die Noach genannt werden, blieben Überreste, die jedoch kein Verständnis und keinen Willen darstellen konnten, sondern nur Vernunftwahres und natürlich Gutes; denn wie der Mensch, so ist die Wirksamkeit der Überreste beschaffen. Durch die Überreste konnten diese wiedergeboren werden, und keine Beredungen verhinderten und verschlangen das Wirken des Herrn mittelst der Überreste. Selbstberedungen oder eingewurzelte falsche Grundsätze hemmen alles Wirken, und wenn sie nicht vorher ausgerottet werden, so kann der Mensch durchaus nicht wiedergeboren werden. <HG 635>
Daß durch die Flut bezeichnet wird die Überschwemmung des Bösen und Falschen, erhellt aus demjenigen, was früher gesagt worden ist von der Nachkommenschaft der Ältesten Kirche, daß sie von schnöden Begierden besessen waren, und daß sie in dieselben versenkten die Lehren des Glaubens, daher sie Selbstberedungen von Falschem bekamen, die alles Wahre und Gute austilgten und zugleich den Weg für die Überreste verschlossen, daß sie nicht wirken konnten, und so konnte es nicht anders kommen, als daß sie sich selbst verdarben. Wenn der Weg für die Überreste verschlossen ist, dann ist der Mensch nicht mehr Mensch, weil er nicht mehr beschützt werden kann von den Engeln, sondern ganz wie er ist besessen wird von bösen Geistern, die nichts anderes suchen und begehren, als mit dem Menschen es Garaus zu machen; daher der Tod derer, die vor der Sündflut lebten, der beschrieben wird durch die Flut oder die totale Überschwemmung. Der Einfluß der Einbildungen und Begierden von den bösen Geistern ist auch nicht unähnlich einer Flut, daher er auch hie und da im Worte genannt wird eine
Flut oder Überschwemmung. <HG 660>
Die in Unwissenheit leben können das Heilige nicht entweihen und so den Weg für die Überreste verschließen, folglich nicht die Engel des Herrn von sich abtreiben; Überreste sind, wie gesagt, alles von Unschuld, alles von Liebtätigkeit, alles von Barmherzigkeit, alles von Glaubenswahrheit, was der Mensch von Kindheit an vom Herrn gehabt und gelernt hat; alles und jedes von diesen wird aufbewahrt; wenn solches der Mensch nicht hätte, so könnte gar nichts von Unschuld, Liebtätigkeit und Barmherzigkeit in seinem Denken und Handeln sein, mithin auch nichts Gutes und Wahres, folglich wäre er ärger als die wilden Tiere; ebenso wenn er Überreste von solchem hätte, aber durch schnöde Begierden und greuliche Selbstberedungen vom Falschen den Weg verstopfen würde, daß sie nicht wirken könnten. <HG 661>
Mit den Überresten beim Menschen verhält es sich so, wie früher gesagt worden, daß nämlich die Grundsätze des Falschen und noch mehr die Selbstberedungen vom Falschen, wie sie bei diesen Menschen vor der Sündflut waren, die Überreste so völlig einschlossen und abschlossen, daß sie nicht zutage gefördert werden konnten, und sie, wären sie hervorgefördert worden, sogleich verfälscht worden wären; denn das Leben der Beredungen ist von der Art, daß es nicht nur alles Wahre verwirft und alles Falsche einschluckt, sondern auch das Wahre, das sich heranmacht, verkehrt. <HG 798>
Mit den Schwankungen nach der Versuchung hat es, wie gesagt, die Bewandtnis, daß der Mensch nicht weiß, was wahr ist, aber wie sie nach und nach aufhören, so erscheint das Licht der Wahrheit: der Grund davon ist, daß, solange der Mensch in einem solchen Zustand ist, der innere Mensch, d.h. der Herr durch den inneren, nicht wirken kann auf den äußeren; im Inneren sind die Überreste, welche sind die Triebe zum Guten, und daher zum Wahren; im Äußern sind Begierden, und hieraus Falschheiten; solange dieses Äußere nicht gezähmt und ausgelöscht ist, steht der Weg für das Gute und Wahre vom Inneren her, d.h. durch das Innere vom Herrn, nicht offen. <HG 857>
Jeder Mensch heißt eine lebendige Seele vermöge des Lebendigen das bei ihm ist; kein Mensch kann irgend leben, geschweige als Mensch, wenn er nicht etwas Lebendiges bei sich hat, d.h., wenn er nicht hat etwas Unschuld, Liebtätigkeit und Barmherzigkeit, oder von daher etwas dem ähnliches oder nachgebildetes; dies Etwas von Unschuld, Liebtätigkeit und Barmherzigkeit, empfängt der Mensch vom Herrn, wenn er noch Kind ist, und wenn noch im Knabenalter, wie man ersehen kann an dem Stande der Kinder, und an dem Stande des Knabenalters; was der Mensch alsdann empfängt, wird erhalten beim Menschen; was erhalten wird, das wird im Wort genannt Überreste, die allein des Herrn sind beim Menschen; eben dies, was erhalten wird, ist es, was macht, daß der Mensch, wenn er ins Erwachsenenalter kommt, Mensch sein kann.
Daß die Zustände der Unschuld, Liebtätigkeit und Barmherzigkeit, die der Mensch in der Kindheit und in den Knabenjahren hatte, machen, daß der Mensch Mensch sein kann, erhellt klar daraus, daß der Mensch nicht, wie die unvernünftigen Tiere, in irgendeine Lebensübung geboren wird, sondern alles und jedes erlernen muß, und daß das, was er erlernt, von der Übung her zur Gewohnheit und sozusagen zur Natur wird. Nicht einmal gehen kann der Mensch, wenn er es nicht erlernt, auch nicht reden, und so in allem übrigen; dergleichen wird ihm durch die Übung gleichsam natürlich; so verhält es sich mit dem Zustand der Unschuld, Liebtätigkeit und Barmherzigkeit, die ihm gleichfalls beigebracht werden von Kind auf. Würden diese Zustände beim Menschen fehlen, so wäre er viel geringer als ein Tier. Aber diese Zustände sind es, die der Mensch nicht erlernt, sondern zum Geschenk erhält vom Herrn, und die der Herr bei ihm erhält, und sie sind es, die samt den Glaubenswahrheiten Überreste genannt werden, und allein des Herrn sind. Inwieweit der Mensch im Erwachsenenalter diese Zustände austilgt, insoweit wird er tot: wenn der Mensch wiedergeboren wird, so sind diese Zustände die Grundlagen der Wiedergeburt, und in sie wird er eingeführt, denn der Herr wirkt, wie früher gesagt worden, durch die Überreste. Diese Überreste bei einem jeglichen Menschen sind es, was hier genannt wird lebendige Seele in allem Fleisch. <HG 1050>
Die Ordnung war, daß der Herr zu allererst von Kindheit an eingeweiht werden sollte in das Himmlische der Liebe; das Himmlische der Liebe ist die Liebe gegen Jehovah, und die Liebe gegen den Nächsten, und darin die Unschuld selbst, daraus als aus den eigentlichen Lebensquellen fließt alles und jedes. Denn das übrige ist nur Abgeleitetes. Dieses Himmlische wird dem Menschen hauptsächlich im Stande seiner Kindheit bis zum Knabenalter eingeflößt, und zwar ohne Erkenntnisse; denn es fließt ein vom Herrn, und regt an, ehe der Mensch weiß, was Liebe und Anregung ist, wie das erhellen kann aus dem Zustand der Kinder, und hernach aus dem Zustand des ersten Knabenalters; dies sind bei dem Menschen die Überreste, von denen einigemal die Rede war, und die vom Herrn eingeflößt und aufbewahrt werden zum Gebrauch seines folgenden Lebens. <HG 1450>
“Und er gab ihm den Zehnten von allem”, daß dies bedeutet die Überreste vom Sieg her, erhellt aus der Bedeutung des Zehnten, sofern dieser ist die Überreste. Die Überreste sind alle Zustände der Liebe und Liebtätigkeit, folglich alle Zustände der Kindlichkeit und des Friedens, mit denen der Mensch beschenkt wird. Diese Zustände werden dem Menschen geschenkt von Kindheit an, aber nach und nach immer weniger sowie der Mensch ins Erwachsenenalter tritt. Dagegen, wenn der Mensch wiedergeboren wird, so empfängt er zu den früheren noch neue Überreste, somit ein neues Leben; denn der Mensch hat es von den Überresten oder durch die Überreste, daß er Mensch ist; denn der Mensch ist ohne den Zustand der Liebe und Liebtätigkeit und ohne den Zustand der Kindlichkeit, die in seine übrigen Lebenszustände eingehen, nicht Mensch, sondern ärger als jedes wilde Tier.
Die in den Versuchungskämpfen erworbenen Überreste sind es, die hier verstanden werden. Diese Überreste sind es, die durch den dem Melchisedek vom Abram gegebenen Zehnten bezeichnet werden, und sind alles Himmlische der Liebe, das der Herr Sich erworben hat durch fortwährende Kämpfe und Siege, durch die Er fortwährend vereinigt wurde mit dem göttlichen Wesen, bis daß Sein menschliches Wesen gleichfalls die Liebe oder das Sein des Lebens, das ist Jehovah, wurde. <HG 1738>
“Am Ende der zehn Jahre, seit Abram wohnte im Lande Kanaan”, daß dies bedeutet die Überreste des Guten und aus ihm des Wahren, die der Herr Sich erwarb, durch die jenes Vernunftmäßige empfangen wurde, erhellt aus der Bedeutung von zehn, sofern diese die Überreste sind. Die Überreste sind nämlich alle Zustände der Neigung zum Guten und Wahren, mit denen der Mensch vom Herrn von der ersten Kindheit an bis zum Ende des Lebens beschenkt wird, welche Zustände für ihn zum Behuf seines Lebens nach dem Tod aufbewahrt werden, denn alle seine Lebenszustände kehren im anderen Leben allmählich wieder, und alsdann werden sie durch die Zustände des Guten und Wahren gemildert, mit denen er vom Herrn beschenkt worden war. Je mehr Überreste er daher bei Leibesleben empfangen hat, oder je mehr Gutes und Wahres, desto angenehmer und schöner erscheinen seine übrigen Zustände wenn sie wiederkehren. Daß es sich so verhält, kann einem jeden klar werden, wenn er es erwägen mag. Wenn der Mensch geboren ist, hat er nichts Gutes und Wahres aus sich selbst, sondern er ist ganz wie er ist mit Erbübel befleckt, dagegen fließt alles Gute ein, z.B. daß er seine Eltern, seine Wärterinnen, seinesgleichen liebt, und dies aus Kindlichkeit. Dieses ist es, was vom Herrn durch den Himmel der Unschuld und des Friedens, welcher der innerste ist, einfließt, und so wird der Mensch, solange er ein Kind ist, damit ausgestattet. Hernach, wenn er heranwächst, tritt diese kindliche Güte, Unschuld und Harmlosigkeit zurück und je mehr er in die Welt eingeführt wird, desto mehr kommt er dadurch in Vergnügungen und in Begierden, somit in Böses hinein, und in demselben Maße fängt das Himmlische oder Gute des kindlichen Alters an zu verschwinden. Allein es bleibt dennoch zurück, und durch sie werden die Zustände gemildert, die der Mensch hernach annimmt und sich aneignet. Ohne dieselben kann der Mensch nicht Mensch sein, denn die Zustände der Begierden oder des Bösen, ohne Milderung durch Zustände der Neigung zum Guten, wären wilder als die irgendeines Tieres. Jene guten Zustände sind es, die Überreste heißen, und sind vom Herrn geschenkt und dem Charakter des Menschen eingepflanzt worden, und zwar dies ohne Wissen des Menschen. Im folgenden Alter wird er auch mit neuem beschenkt, aber diese Zustände gehören nicht dem Guten, sondern dem Wahren an, denn wenn er heranwächst, wird er mit Wahrheiten ausgestattet und diese werden gleichfalls bei ihm in seinem inwendigeren Menschen aufbewahrt. Diesen Überresten, die dem Wahren angehören und die aus dem Einfluß des Geistigen vom Herrn her geboren werden, hat es der Mensch zu verdanken, daß er denken, wie auch das Gute und Wahre, das zum bürgerlichen und sittlichen Leben gehört, verstehen,
dann auch das Geistige oder Glaubenswahre aufnehmen kann. Allein dieses vermag er nur durch die Überreste des Guten, die er in der Kindheit empfangen hat. Daß es Überreste gibt, und daß dieselben dem Menschen in seinem inwendigeren Vernunftmäßigen aufbewahrt werden, weiß der Mensch gar nicht, weil er glaubt, es fließe nichts ein, sondern es sei alles etwas Natürliches, ihm angeboren, somit sei alles in ihm selber, schon als Kind, während es sich doch ganz anders verhält. Von den Überresten ist hin und wieder im Worte die Rede, und es werden durch dieselben diejenigen Zustände bezeichnet, durch die der Mensch Mensch wird, und dies allein vom Herrn her. Die Überreste aber, die sich beim Herrn befanden, waren alle göttliche Zustände, die Er Sich erworben, und durch die Er das menschliche Wesen mit dem Göttlichen vereinigt hat; sie sind nicht zu vergleichen mit den Überresten beim Menschen, denn diese sind nicht göttlich, sondern menschlich. Jene Überreste sind es, die bezeichnet werden durch die zehn Jahre, die Abram im Lande Kanaan wohnte. Wenn die Engel das Wort hören, so wissen sie nicht von Zehn, sondern sogleich, wenn diese vom Menschen genannt werden, stellt sich bei ihnen die Vorstellung der Überreste ein, denn durch zehn und Zehnten werden im Wort die Überreste bezeichnet; und wenn sie vernehmen, daß es gewesen sei am Ende der zehn Jahre, seit Abram im Lande Kanaan wohnte, so stellt sich die Vorstellung des Herrn ein, und zugleich Unzähliges, was durch die Überreste beim Herrn, solange Er in der Welt war, bezeichnet wird. <HG 1906>
Die Überreste bezeichnen beim Herrn das göttlich Gute, das Er Sich durch eigen Kraft erwarb, und durch das Er das menschliche Wesen mit dem Göttlichen vereinigte. <HG 1988>
Gutes von dreierlei Art wird durch die Überreste bezeichnet, nämlich Gutes der Kindheit, Gutes der Unwissenheit, und Gutes der Einsicht. Gutes der Kindheit ist, was dem Menschen gleich von seiner Geburt an bis zu dem Alter eingeflößt wird, wo er anfängt unterrichtet zu werden und etwas zu wissen beginnt. Gutes der Unwissenheit ist, wenn er unterrichtet wird, und etwas zu wissen anfängt. Gutes der Einsicht ist, wenn er darüber nachdenken kann, was wahr und was gut ist. Das Gute der Kindheit ist von der Kindheit des Menschen bis zu seinem zehnten Lebensjahr, das Gute der Unwissenheit von diesem Alter bis zu seinem zwanzigsten Jahr: mit diesem Jahr fängt der Mensch an vernünftig zu werden, und die Fähigkeit des Nachdenkens über das Gute und Wahre zu haben, und sich das Gute der Einsicht zu verschaffen. Das Gute der Unwissenheit ist es, was bezeichnet wird durch zwanzig, weil diejenigen, die im Guten der Unwissenheit sind, in keine Versuchung kommen, denn niemand wird versucht, ehe er nachdenken und auf seine Weise innewerden kann, was gut und wahr ist. Mit jenem Guten, nämlich der Kindheit, der Unwissenheit und der Einsicht verhält es sich so: das Gute der Einsicht ist das beste, denn dieses ist das der Weisheit. Das Gute, das vorhergeht, nämlich das der Unwissenheit, ist zwar auch gut, weil
aber wenig Einsicht darin ist, so kann es nicht Gutes der Weisheit genannt werden. Das Gute der Kindheit aber ist zwar an sich gut, dennoch aber ist es weniger gut, als die vorigen, denn es findet sich bei ihm noch nichts Wahres der Einsicht, somit ist es nicht zu irgendeinem Guten der Weisheit geworden, sondern es ist nur die Grundlage da, daß es dazu werden kann. Die Erkenntnisse des Guten und Wahren machen, daß der Mensch weise wird wie ein Mensch. Die eigentliche Kindlichkeit, durch welche die Unschuld bezeichnet wird, gehört nicht der Kindheit, sondern der Weisheit an, wie noch besser erhellen kann aus dem, was von den Kindern im anderen Leben, am Ende dieses Kapitels gesagt werden wird. Durch zwanzig wird in diesem Vers kein anderes Gute bezeichnet, als das Gute der Unwissenheit; und dieses Gute wird nicht bloß von denen gesagt, die unter zwanzig Jahren sind, sondern auch von allen, die im Guten der Liebtätigkeit sind, und zugleich in der Unkenntnis des Wahren, wie dies diejenigen innerhalb der Kirche sind, die im Guten der Liebtätigkeit sind, und, aus irgendeiner Ursache, nicht wissen, was das Wahre des Glaubens ist, wie bei weitem die meisten von denen sind, die heilig von Gott, und gar vom Nächsten denken. Dann sind es auch alle außerhalb der Kirche, die Heiden genannt werden, und gleichfalls im Guten der Liebtätigkeit leben. Diese und jene, obwohl sie nicht in den Glaubenswahrheiten sind, sind dennoch, weil im Guten, auch in der Fähigkeit die Wahrheiten des Glaubens aufzunehmen im anderen Leben, gerade wie die Kinder, denn ihr Verstand ist noch nicht angesteckt von Grundsätzen des Bösen, weil sie nicht wissen, daß es falsch und böse ist, und das Leben der Liebtätigkeit bringt es so mit sich, daß das Falsche und Böse der Unwissenheit leicht zum Wahren und Guten gelenkt werden kann. Nicht so bei denen, die sich in dem, was dem Wahren entgegengesetzt ist, bestärkt, und zugleich ihr Leben in dem, was dem Guten entgegengesetzt ist, hingebracht haben. <HG 2280>
Bekannt ist, daß es nichts Gutes und nicht Wahres gibt, das nicht vom Herrn wäre, sodann daß das Gute und das Wahre fortwährend vom Herrn beim Menschen einfließt, daß es aber auf verschiedene Weise aufgenommen wird, und zwar dies je nach dem Leben des Bösen, und nach den Grundsätzen des Falschen, in denen der Mensch sich bestärkt hat, diese sind es, die das vom Herrn fortwährend einfließende Gute und Wahre entweder auslöschen oder ersticken oder verkehren. Damit nun nicht Gutes mit Bösem und Wahres mit Falschem vermischt werde (denn wenn sie vermischt würden, ginge der Mensch ewig verloren), scheidet der Herr dieselben und verbirgt das Gute und Wahre, das er (der Mensch) angenommen hat, in dessen inwendigem Menschen, und der Herr wird niemals zulassen, daß es daraus hervortrete, solange er (der Mensch) im Bösen und Falschen ist, sondern nur dann, wenn er in einer heiligen Stimmung oder in einer Angst oder in Krankheiten und dergleichen sich befindet. Dieses, was der Herr so beim Menschen verborgen hat, ist es, was Überreste genannt wird, und dieser geschieht im Worte sehr häufig Erwähnung, allein es ist noch niemanden bekannt, was sie bedeuten.
Je nach der Qualität und Quantität der Überreste, d.h. des Guten und Wahren bei ihm, genießt der Mensch Seligkeit und Glück im anderen Leben. Denn sie sind, wie gesagt in seinem inwendigen Menschen verborgen und kommen nur dann zutage, wenn der Mensch das Leibliche und Weltliche verlassen hat. Der Herr allein weiß, welche Qualität und Quantität des Menschen Überreste haben; der Mensch kann das gar nicht wissen, denn heutzutage ist der Mensch von der Art, daß er Gutes lügen kann, während doch inwendig nichts als Böses ist. Dann auch kann der Mensch, als böse erscheinen, während er doch inwendig Gutes hat. Daher dem Menschen durchaus nicht erlaubt ist über einen anderen zu urteilen, wie er seinem geistigen Leben nach beschaffen ist; denn, wie gesagt, der Herr allein weiß dies. Dagegen darf ein jeder über den anderen urteilen, wie er seinem sittlichen und bürgerlichen Leben nach beschaffen ist, denn dies liegt im Interesse der Gesellschaft. <HG 2284>
Es ist bekannt, daß der Mensch nur im herangewachsenen Alter wiedergeboren werden kann, weil er dann erst Vernunft und Urteilskraft gebrauchen, und so das Gute und Wahre vom Herrn aufnehmen kann. Ehe er in diesen Zustand kommt, wird er vom Herrn dadurch vorbereitet, daß solches in ihn hineingelegt wird, was ihm als Boden zur Aufnahme der Samen des Guten und Wahren vom Herrn dienen kann, und dies sind mehrere Zustände der Unschuld und Liebtätigkeit, dann auch Erkenntnisse des Guten und Wahren, und die Gedanken daraus, was mehrere Jahre lang, ehe er wiedergeboren wird, geschieht. Wenn der Mensch in solche eingeführt und so vorbereitet ist, dann heißt sein Stand ein voller, denn alsdann ist das Innere zur Aufnahme befähigt. Beim Menschen heißt solches alles, womit er vom Herrn vor der Wiedergeburt begabt, und wodurch er wiedergeboren wird, Überreste, die im Worte durch die Zahl Zehn bezeichnet werden; dann auch durch hundert, wenn der volle Stand der Wiedergeburt da ist. <HG 2636>
Von der Kindheit an bis zum Knabenalter und zuweilen bis zum ersten Jünglingsalter nimmt der Mensch Gutes und Wahres durch Unterricht von Eltern und Lehrern in sich auf, denn alsdann ergreift er es und glaubt es einfältiglich. Der Stand der Unschuld ist hierzu förderlich. Dann befestigt es der Mensch in seinem Gedächtnis, aber er legt es gleichsam auf der ersten Schwelle nieder, denn die kindliche und knabenhafte Unschuld ist noch keine innere Unschuld, die das Vernünftige anregt, sondern es ist eine äußere Unschuld, die bloß das äußere Natürliche anregt. Wenn aber der Mensch älter wird und nicht wie früher aus den Eltern und Lehrern sondern aus sich selber zu denken anfängt, dann nimmt er wieder vor und wiederkaut gleichsam dasjenige, was er vorher gelernt und geglaubt hatte, und begründet es entweder oder zweifelt daran oder leugnet es. Wenn er es begründet, so ist es ein Zeichen, daß er im Guten ist, leugnet er es aber, so ist es ein Zeichen, daß er im Bösen ist. Zweifelt er aber daran, so ist es ein Zeichen, daß er bei zunehmendem Alter entweder zur Bejahung oder zur Verneinung kommt.
Was der Mensch als Kind in der ersten Lebenszeit ergreift oder glaubt, und was er nachher entweder begründet, oder woran er zweifelt, oder was er leugnet, besteht hauptsächlich in folgenden Wahrheiten: Daß ein Gott ist, und Derselbe einer ist, daß Er alles geschaffen hat, daß Er diejenigen belohnt, die Gutes tun, und diejenigen bestraft, die Böses tun, daß es ein Leben nach dem Tode gibt, und daß die Bösen in die Hölle und die Guten in den Himmel kommen, somit daß es eine Hölle und einen Himmel gibt, daß das Leben nach dem Tod ewig ist, sodann, daß man täglich beten soll, und zwar in Demut, daß man den Sabbath heilig halten, die Eltern ehren, nicht ehebrechen, nicht töten, nicht stehlen soll und dgl. mehr; dies faßt der Mensch auf und dies wird ihm von Kind an eingeprägt. Wenn er aber anfängt, aus sich zu denken und sich selbst zu bestimmen, und dann solches bei sich begründet, und noch mehreres dazu bringt, was noch inwendiger ist, und danach lebt, alsdann steht es gut mit ihm. Hingegen wenn er anfängt, es zu entkräften und endlich zu leugnen, mag er dann immerhin um der bürgerlichen Gesetze und der gesellschaftlichen Verhältnisse willen im Äußeren danach leben, alsdann ist er im Bösen. Dieses Böse ist es, was durch Diebstahl bezeichnet wird, sofern dasselbe wie ein Dieb den Platz einnimmt, wo früher das Gute war, und sofern es bei mehreren Gutes und Wahres, das früher dort gewesen war, wegnimmt und zur Begründung von Bösem und Falschem anwendet. Der Herr entfernt alsdann, soweit es möglich ist, Gutes und Wahres der Kindheit von jenem Platz und zieht es einwärts und legt es im inneren Natürlichen zum künftigen Gebrauch nieder. Dieses im inneren Natürlichen niedergelegte Gute und Wahre wird im Wort durch Überreste bezeichnet. Wenn aber das Böse daselbst Gutes und Wahres stiehlt, und es zur Begründung von Bösem und Falschem anwendet, hauptsächlich durch Arglist, dann verzehrt es jene Überreste; denn alsdann vermischt es Böses mit Gutem und Falsches mit Wahrem, so daß es nicht getrennt werden kann, und dann ist es um den Menschen geschehen. <HG 5135>
Der Mensch wird von der ersten Kindheit an bis zum ersten Knabenalter vom Herrn in den Himmel eingeführt, und zwar unter himmlische Engel, durch die er im Stand der Unschuld gehalten wird. Daß in diesem Stand die Kinder bis zum Beginn des Knabenalters sind, ist bekannt. Wenn das Knabenalter anfängt, dann legt er nach und nach den Stand der Unschuld ab, aber dennoch wird er im Stand der Liebtätigkeit durch die Neigung zur Liebtätigkeit gegen seinesgleichen gehalten, und dieser Zustand dauert bei vielen fort bis zum Jünglingsalter; alsdann ist er unter geistigen Engeln. Weil er dann anfängt, aus sich zu denken und danach zu handeln, kann er nicht mehr in der Liebtätigkeit gehalten werden wie früher, denn er ruft dann das Erbböse hervor, von dem er sich leiten läßt. Wenn dieser Zustand kommt, dann wird das Gute der Liebtätigkeit und der Unschuld, das er früher empfangen hatte, in dem Grade, als er Böses denkt und es durchs Tun bestärkt, verdrängt, aber dennoch wird es nicht ganz verdrängt, sondern gegen das Inwendigere zu vom Herrn gebracht, und dort verborgen. Weil er aber die
Wahrheiten noch nicht weiß, darum ist das Gute der Unschuld und Liebtätigkeit, das er in jenen zwei Zuständen empfangen hatte, noch nicht geeigenschaftet, denn die Wahrheiten geben dem Guten die Eigenschaft, und das Gute gibt den Wahrheiten das Wesen. Deswegen wird er von jenem Alter an durch Belehrungen und hauptsächlich durch eigenes Nachdenken und die daraus hervorgehenden Begründungen mit Wahrheiten ausgestattet. In dem Maße nun, als er dann in der Neigung zum Guten ist, werden die Wahrheiten dem Guten bei ihm vom Herrn verbunden und zu Nutzzwecken aufbewahrt. Jene dem Guten beigesellten Wahrheiten sind es, die im eigentlichen Sinn Überreste genannt werden. In dem Maß nun, als der Mensch sich wiedergebären läßt, dienen die Überreste zum Gebrauch, denn soviel derselben werden vom Herrn hervorgeholt und ins Natürliche zurückgebracht, damit die Entsprechung des Auswendigeren mit dem Inwendigeren oder des Natürlichen mit dem Geistigen hergestellt werde. <HG 5342>
Die Überreste oder das im Inwendigeren verborgene Wahre und Gute sind nichts anderes als Entsprechungen mit den Gesellschaften jenes Himmels. <HG 5344>
“Um euch zu gründen als Überreste auf Erden” bedeutet das Mittlere und Innerste der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung der Überreste, insofern sie das mit den Wahrheiten verbundene Gute bezeichnen, das vom Herrn im Inneren des Menschen verborgen wurde; hier das Mittlere und Innerste der Kirche. Das Mittlere und Innerste wird gesagt, weil das, was das Innerste bei dem Menschen ist, im Natürlichen, wo das Innerste und das Inwendigere beisammen sind, die Mitte einnimmt. Im allgemeinen befindet sich das, was in den aufeinanderfolgenden Bildungen das Innerste ist, in der Mitte oder im Zentrum dessen, was aus jenen Bildungen zusammen hervorging, wie dies im Natürlichen der Fall ist. Auf solche Weise ordnet sich das Inwendigste in dem Auswendigen. “Um euch zu gründen Überreste auf Erden”, schließt in sich, daß bei den Söhnen Jakobs das Innerste der Kirche sein soll, nicht als ob sie im Innersten seien, sondern weil das Vorbild der Kirche in seiner ganzen Form bei ihnen eingerichtet werden sollte, und das Wort bei ihnen war. Diese Verhältnisse werden durch Überreste in bezug auf die Kirche, abgesehen vom Volke, bezeichnet. Überreste wie auch Überbleibsel werden an vielen Stellen im Wort erwähnt, aber durch jene und diese werden nach dem Buchstabensinn nur die Überreste und Überbleibsel des Volkes oder der Völkerschaft verstanden, aber daß sie im geistigen Sinn Gutes und Wahres bezeichnen, das vom Herrn im inneren Menschen aufbewahrt ist, war bisher gänzlich unbekannt. Die Überreste, im geistigen Sinn verstanden, werden durch das Böse des Lebens und die Beredungen des Falschen so sehr eingeschlossen, daß sie nicht mehr erscheinen, und durch die Verleugnung des Wahren, das zuvor anerkannt wurde, und besonders, wenn beides aus innerer Neigung geschieht, werden sie verzehrt; denn dann findet ein Vermischen des Wahren und Falschen statt, das Entweihung
genannt wird. Mit den Überresten oder dem Guten und Wahren, das vom Herrn im Inneren des Menschen verborgen ist, verhält es sich in folgender Weise: Wenn der Mensch im Guten und Wahren aus Neigung ist, also aus Freiheit, dann wird ihm Gutes und Wahres eingepflanzt, und wenn dies geschehen, dann treten die Engel aus dem Himmel näher heran und verbinden sich mit dem Menschen. Diese Verbindung ist es, die macht, daß das Gute mit dem Wahren im Inneren des Menschen vorhanden ist. Hingegen wenn der Mensch im Äußeren ist, nämlich im Weltlichen und Körperlichen, dann werden die Engel entfernt, und nach deren Entfernung zeigt sich ihnen gar nichts von dem Guten und Wahren. Gleichwohl aber, weil einmal Verbindung stattgehabt hat, verbleibt dem Menschen die Fähigkeit zur Verbindung mit den Engeln, also mit dem Guten und Wahren, das diese besitzen. Diese Verbindung geschieht jedoch nicht öfter und nicht mehr, als es dem Herrn wohlgefällt, Der diese Dinge ordnet gemäß dem ganzen Lebensbedürfnis des Menschen. <HG 5897>
“Und euch das Leben zu erhalten” bedeutet das daraus stammende geistige Leben für die Wahrheiten im Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von “das Leben erhalten”, insofern es das geistige Leben bezeichnet. Weil das ganze geistige Leben aus den Überresten ist, daher wird gesagt das geistige Leben daraus; und weil es daraus stammt, so wird auch nach dem, was von den Überresten gesagt wird, hinzugefügt: “Euch das Leben zu erhalten”, nämlich den Wahrheiten im Natürlichen, die durch die Söhne Jakobs vorgebildet werden. <HG 5898>
“Sollt ihr geben den Fünften dem Pharao” bedeutet, daß die Überreste zum Allgemeinen kommen sollen, das unter der Aufsicht des Inneren steht. Dies erhellt aus der Bedeutung von fünf und des fünften Teils, insofern beides die Überreste bezeichnet; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, insofern er das Allgemeine im Natürlichen ist. “Unter Aufsicht des Inneren” heißt, es aus demselben Grunde. Die Überreste sind nämlich das Gute und Wahre, das vom Herrn im inneren Menschen aufbewahrt wurde. Diese werden wieder in den äußeren oder natürlichen Menschen gebracht, wenn er im Zustand des Guten ist, aber sobald er in den Zustand des Bösen kommt, werden sie zurückgezogen und wieder aufbewahrt; und dies geschieht deswegen, damit sie nicht mit dem Bösen vermischt werden und so zugrunde gehen. Wenn der Mensch nicht wiedergeboren werden kann, alsdann werden die Überreste bei ihm im Inneren wohl aufbewahrt, wenn aber der Mensch wiedergeboren wird, dann werden sie insoweit vom Inneren wieder in das Äußere versetzt, als er wiedergeboren ist, aus dem Grunde, weil durch die Wiedergeburt das Innere mit dem Äußeren verbunden wird und mit ihm zusammenwirkt, und dann werden sie zuerst zum Allgemeinen gebracht und hierauf nach und nach zum Besonderen. Hieraus kann man, weil hier im inneren Sinn von der Wiedergeburt des Natürlichen gehandelt wird, erkennen, was darunter zu verstehen ist, daß diese Überreste
zum Allgemeinen in Natürlichen kommen sollen. <HG 6156>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 177 →
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