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trinken – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

Im Wort liest man hie und da Trinken, und wo von Gutem und Wahrem des Glaubens gehandelt wird, da bedeutet es, darin belehrt werden und es aufnehmen. <HG 3069>

“In die Wassertröge, wohin die Herden kamen zu trinken” bedeutet die Neigung zum Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung des Wassers, sofern es sind Erkenntnisse und Wißtümliches, welches Wahrheiten des Natürlichen sind; aus der Bedeutung der Tränk- oder Wassertröge, die, weil sie das Wasser enthalten, im inneren Sinn Gutes des Wahren sind, denn das Gute ist Behälter des Wahren; aus der Bedeutung von kommen zu trinken, sofern es ist die Neigung zum Wahren. Daß kommen zu trinken, sofern es die Neigung zum Wahren ist, kommt daher, weil es den Durst voraussetzt. Durst bedeutet nämlich im Wort ein Begehren und Verlangen, somit die Neigung, das Wahre zu wissen und zu schöpfen, und

zwar deshalb, weil das Wasser das Wahre im allgemeinen bedeutet. <HG 4017>

“Und sie tranken” bedeutet die Anwendung oder Anschließung der Wahrheiten unter dem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von trinken, sofern es die Mitteilung und Aneignung des Wahren bezeichnet, daher auch die Anwendung desselben. Unter dem Guten, deshalb, weil alle Anwendung des Wahren unter der Leitung des Guten geschieht. <HG 5709>

“Und alle Ägypter gruben um den Strom her nach Wasser zum Trinken” bedeutet das Forschen nach dem Wahren, um es auf Falsches anzuwenden. Dies erhellt aus der Bedeutung von graben, sofern es die Forschung bezeichnet; aus der Bedeutung der Wasser um den Strom her, sofern sie die Wahrheiten bezeichnen. Daß die Wasser um den Strom her Wahrheiten bezeichnen, hat den Grund, weil dieselben außerhalb des Stroms und nicht zu Blut geworden waren, und aus der Bedeutung von trinken, sofern es heißt, auf Falsches anwenden; denn wer trinkt, der wendet es auf sich an. Man muß aber wissen, daß die Anwendung sich nach der Beschaffenheit und dem Zustand dessen richtet, der es anwendet: wer in der Neigung zum Wahren ist, der wendet die Wahrheiten auf sich an nach dem Zustand und der Beschaffenheit seiner Neigungen. Wer in der Neigung zum Falschen ist, der verkehrt und verfälscht die Wahrheiten, wenn er sie auf sich anwendet. Dies kann daraus erhellen, daß das göttlich Wahre bei allen einfließt, daß es sich aber bei einem jeden nach dem Zustand und der Beschaffenheit seines Lebens gestaltet, und daß daher die Höllischen es in Falsches verwandeln, gleich wie sie das göttlich Gute in Böses, himmlische Liebestriebe in teuflische Liebestriebe, Barmherzigkeit in Haß und in Grausamkeit, eheliche Liebe in Ehebrüche, somit ins Gegenteil verwandeln, aus dem Grund, weil die Beschaffenheit und der Zustand ihres Lebens das Gegenteil sind. <HG 7343>

“Es war aber kein Wasser da für das Volk zu trinken” bedeutet den Mangel an Wahrem und daher an Erquickung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Wassers, insofern es das Wahre des Glaubens bezeichnet; und aus der Bedeutung von trinken, insofern es soviel ist als in den Glaubenswahrheiten unterrichtet werden und sie aufnehmen; hier erquickt werden, denn so wie das Wasser und der Trank das natürliche Leben erquicken, so erquicken die Wahrheiten und Erkenntnisse des Wahren das geistige Leben; denn wer im geistigen Leben ist, wünscht die Erhaltung desselben durch solche Dinge, die himmlische Speise und Trank genannt werden, und diese sind das Gute und Wahre des Glaubens, ebenso wie die, welche im natürlichen Leben sind, die Erhaltung desselben wünschen durch solche Dinge, die natürliche Speise und Trank sind. <HG 8562>

“Und aßen und tranken” bedeutet die Unterweisung über das Gute und Wahre des Gottesdienstes. Dies erhellt aus der Bedeutung von essen, sofern es die Verbindung und Aneignung des Guten bezeichnet, und aus der Bedeutung von trinken, sofern es die Verbindung und Aneignung des Wahren bezeichnet; daß es auch Unterweisung bedeutet, nämlich essen die Unterweisung im Guten, und trinken die Unterweisung im Wahren, beruht darauf, daß geistige Speise alles Gute des Glaubens bedeutet, aus dem Weisheit, und geistiger Trank alles Wahre des Glaubens, woraus Einsicht hervorgeht. <HG 9412, 8352>

“Und das Volk setzte sich zu essen und zu trinken” bedeutet die Aneignung. Essen bedeutet im guten Sinn die Aneignung des Guten; daher bedeutet es im entgegengesetzten Sinn die Aneignung des Bösen. Und trinken bedeutet im guten Sinn die Aneignung des Wahren, und daher im entgegengesetzten Sinn die Aneignung des Falschen. <HG 10415>

Öfter wird im Wort gesagt essen und trinken, und wer nichts vom geistigen Sinn weiß, kann nicht anders wissen, als daß dadurch ein natürliches Essen und Trinken bezeichnet werde, während doch dadurch bezeichnet wird, sich geistig nähren, mithin sich das Gute und Wahre aneignen; durch essen, sich das Gute aneignen, und durch trinken, sich das Wahre aneignen. Ein jeder, der da glaubt, daß das Wort auch geistig ist, kann wissen, daß die geistige Ernährung unter essen und trinken, sowie unter Brot, Speise, Wein und Trank verstanden wird. Wenn dieses nicht verstanden würde, so wäre das Wort lediglich natürlich und nicht zugleich geistig, somit bloß für den natürlichen Menschen und nicht für den geistigen, noch weniger für die Engel. Daß unter Brot, Speise, Wein und Trank die Nahrung des Gemüts im geistigen Sinn verstanden wird, ist oben hie und da gezeigt worden, wie auch, daß das Wort überall geistig ist, obwohl im Buchstabensinn natürlich. Geistig genährt werden heißt, belehrt und unterwiesen werden, mithin wissen, verstehen und weise sein. Genießt der Mensch nicht diese Nahrung zugleich mit der leiblichen Nahrung, so ist er kein Mensch, sondern ein Tier. Dies ist der Grund, warum diejenigen, die allen Genuß in Schmausereien und Gelagen suchen und täglich ihrem Gaumen frönen, in geistigen Dingen stumpf sind, wie sehr sie auch über weltliche und körperliche Dinge vernünfteln können. Daher führen sie nach ihrem Verscheiden mehr ein tierisches, als ein menschliches Leben, denn anstatt der Einsicht und Weisheit ist bei ihnen Unsinnigkeit und Torheit. Dies ist gesagt, auf daß man wisse, daß hier durch das Büchlein verschlingen oder essen, bezeichnet wird, das Wort lesen, innewerden und erforschen, denn durch das Büchlein, das in der Hand des Engels war, der vom Himmel herabkam, wird das Wort verstanden, wie oben gesagt wurde. Überdies kann niemand ein Büchlein, somit auch das Wort nicht, natürlich essen, woraus auch deutlich erhellen kann, daß durch essen hier bezeichnet wird, sich geistig nähren. Daß durch essen und trinken im Wort auch verstanden wird geistig essen und trinken, d.h. belehrt

werden und durch Belehrung und Leben das Gute und Wahre, mithin Einsicht und Weisheit sich einpflanzen und aneignen, kann aus mehreren Stellen im Wort erhellen. Weil die meisten Ausdrücke im Wort auch einen entgegengesetzten Sinn haben, so auch essen und trinken, und in diesem Sinn bedeuten sie, das Böse und Falsche sich aneignen, und dadurch mit der Hölle verbunden werden. <EKO 617>

Die Geister essen und trinken auch hier. So besagt das Essen und Trinken die Aufnahme des göttlich Guten und göttlich Wahren. Wenn ihr demnach Worte höret, so esset ihr geistige Früchte; die Worte als Formen werden von euch gar bald wieder hinweggeschafft, aber der Sinn der Worte bleibt in euch. <GS I,45/4,13>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 149 →

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