Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Die Früchte aus der Verbindung von Willen und Verstand, die dem Willen oder Guten angehören, nennt man Tochter. <HG 55>
Wegen des himmlischen und engelischen Eigenen wird die Kirche im Wort genannt Weib, wie auch Gemahlin, dann Braut, Jungfrau, Tochter. die Benennung Jungfrau und Tochter ist gewöhnlich bei den Propheten. <HG 253>
In den vorhergehenden drei Kapiteln ist genugsam gezeigt worden, daß durch den Menschen und seine Gattin bezeichnet worden ist die Älteste Kirche, so daß man nicht daran zweifeln kann. Und weil der Mensch und seine Gattin die Älteste Kirche ist, so ergibt sich, daß ihre Empfängnis und Geburt keine andere war. Es war bei den Ältesten gebräuchlich, Namen zu geben und durch Namen Sachen zu bezeichnen, und so ein Geschlechtsverzeichnis zu machen; denn was der Kirche angehört, verhält sich auch auf ähnliche Weise, das eine wird empfangen und geboren vom anderen und verhält sich wie eine Zeugung. Daher es gewöhnlich ist im Wort, solches, was zur Kirche gehört, zu nennen Empfängnisse, Geburten, Sprößlinge, Kinder, Söhne, Töchter, Jünglinge usw.; die prophetischen Schriften sind voll von dergleichen. <HG 339>
Die Tochter steht für Gutes, oder für die Lehren des Guten. Die Kirchen werden Tochter genannt wie: Tochter Zion, Tochter Jerusalem. <HG 489, 490, 8982>
Die Töchter bezeichnen dasjenige, was Sache des Willens des Menschen ist, mithin Begierden. Aber wie der Mensch, so ist der Verstand und so der Wille beschaffen, mithin so die Töchter. Hier wird gehandelt vom verdorbenen Menschen, der keinen Willen hat, sondern statt des Willens lauter Begierden, die man für den Willen hält, und auch Willen nennt. Das, was ausgesagt wird, verhält sich gemäß der Beschaffenheit dessen, von dem es ausgesagt wird. Daß der Mensch, dem Töchter zugeschrieben werden, der verdorbene Mensch sei, ist früher gezeigt worden.
Daß Töchter das, was Sache des Willens ist, und wenn kein Wille zum Guten, Begierden bezeichnen, und daß die Söhne das, was Sache des Verstandes, und wenn kein Verstand des Wahren da ist, Einbildungen bezeichnen, davon ist der Grund der, daß das weibliche Geschlecht so beschaffen und so gebildet ist, daß der Wille oder die Begierde vor dem Verstand vorherrscht; von dieser Art ist die ganze Einrichtung ihrer Fibern, von dieser Art ihre Natur. Hingegen das männliche Geschlecht ist so gebildet, daß der Verstand oder die Vernunft herrscht; so ist ebenfalls die Einrichtung ihrer Fibern, so ihre Natur beschaffen. Daher die Ehe beider, wie die des Willens und Verstandes in einem jeden Menschen ist. Und weil heutzutage kein Wille zum Guten, sondern Begierde ist, und es dennoch eine Verständigkeit oder Vernünftigkeit geben kann, so sind deswegen so viele Gesetze in der jüdischen Kirche gegeben worden von dem Vorrechte des Mannes und der Unterwürfigkeit des Weibes. <HG 568>
Im Wort werden die Neigungen zum Guten und Wahren genannt Kinder, Mädchen, Jungfräulein und Töchter, aber überall mit Unterschied in Ansehung des Zustandes. Wenn Tochter gesagt wird, so wird die Neigung im allgemeinen bezeichnet; wenn aber Jungfräulein, wird bezeichnet die Neigung, in der Liebtätigkeit; hingegen wenn Mädchen, wird bezeichnet die Neigung in der Unschuld, darum, weil das Mädchenalter am nächsten ist dem Alter der Kindheit, welche ist Unschuld im inneren Sinn, ebenso wie Knabe oder Knäblein, durch die ein Zustand, in dem Unschuld bezeichnet wird. <HG 3067>
Die Töchter huren bezeichnet das Leben des Bösen. <HG 3818>
“Nachher gebar sie eine Tochter” bedeutet die Neigung zu allem, sodann die Kirche des Glaubens, in dem das Gute ist. Dies erhellt aus der Bedeutung der Tochter, sofern sie ist die Neigung, sodann die Kirche; aber die Neigung zu was und was für eine Kirche, wird aus den Beisätzen klar, weil die himmlische Kirche aus dem Beisatz Zion, welche die Tochter Zions genannt wird, die geistige Kirche aus dem Beisatz Jerusalem, welche die Tochter Jerusalems heißt, usw.; hier, wo kein Beisatz steht, wird durch die Tochter bezeichnet die Kirche des Glaubens, in dem das Gute ist; denn von den allgemeinen Wahrheiten, die Angehör des Glaubens sind, in welchem das Gute ist, und von deren Aufnahme und Anerkennung ist bisher gehandelt worden; jene Wahrheiten nämlich sind durch die zehn Söhne Jakobs, von denen oben, bezeichnet worden, wie gezeigt wurde; und weil unmittelbar nach denselben eine Tochter erwähnt wird, daß sie geboren worden, wird aus dem Zusammenhang klar, daß es die Kirche ist, in der alle jene Wahrheiten sind. <HG 3963, 5023>
Micha 7/4,6: Die Tochter, die sich wider die Mutter erhebt, bedeutet die Neigung zum Bösen wider das Wahre. <HG 4843>
“Da ging die Tochter Pharaos hinab” bedeutet die Religion daselbst. Dies erhellt aus der Bedeutung der Tochter, sofern sie die Neigung zum Wahren und Guten, und daher die Kirche bezeichnet; und im entgegengesetzten Sinn die Neigung zum Falschen und Bösen, und daher die Religion, die sich daraus bildet, hier die Religion aus falschem Wißtümlichen, weil es die Tochter Pharaos war, denn durch Pharao wird hier das falsche Wißtümliche vorgebildet. Daß durch Töchter im Wort Kirchen bezeichnet werden, kann aus jenen sehr vielen Stellen erhellen, wo die Kirche die Tochter Zions und die Tochter Jerusalems genannt wird, und daß auch durch Töchter die Religionen mehrerer Völkerschaften, die falsch waren, bezeichnet werden, wird auch aus den Stellen klar, wo sie Töchter genannt werden, wie die Tochter von Tyrus; die Tochter Edoms; die Tochter der Chaldäer und Babels; die Tochter der Philister; die Tochter von Tharschisch; Tochter Ägyptens. <HG 6729>
Matth.10/34-38: Die Tochter gegen die Mutter: Die Tochter ist die Neigung zum Guten und Wahren, die Mutter ist die Neigung zum Bösen und Falschen. <HG 10490>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 90 →
NEUOFFENBARUNG