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Thideal/Thidal/Tidal – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

“Und es geschah in den Tagen Amraphels, des Königs von Schinear, Ariochs, des Königs von Ellasar, Kedorlaomers, des Königs von Elam, und Thideals, des Königs der Gojim”, daß dies bedeutet ebenso viele Arten des scheinbar Guten und Wahren, das an sich nicht gut und wahr ist, beim äußeren Menschen des Herrn, kann erhellen aus der Bedeutung aller dieser im inneren Sinn. Sodann aus dem Folgenden, denn es ist die Rede vom Kampf des Herrn gegen das Böse und Falsche, hier von Seinem ersten Kampf, der in Seinem Knabenalter und ersten Jünglingsalter stattfand; welchen Kampf Er dann erst antrat und aushielt, als Er mit Wissenschaften und Erkenntnissen ausgerüstet war; weshalb hier gesagt wird: “in den Tagen von diesen”. Man kann durchaus nicht kämpfen gegen das Böse und Falsche, ehe man weiß, was böse und falsch, somit nicht bevor man unterrichtet ist. Was böse ist, weiß der Mensch nicht, noch weniger was falsch ist, ehe er des Verstandes und Urteils mächtig ist, und dies ist der Grund, warum der Mensch nicht in Versuchungen kommt, bevor er zum reifen Alter gelangt ist; somit jeder Mensch in seinem Mannesalter, der Herr aber im Knabenalter. Jeder Mensch kämpft zu allererst aus dem Guten und Wahren, das er durch die Erkenntnisse empfangen hat, und aus ihnen und mittels derselben urteilt er über das Böse und Falsche. Auch meint jeder Mensch, wenn er zuerst anfängt zu kämpfen, jenes Gute und Wahre, aus dem er kämpft, sei sein, d.h., er schreibt es sich selbst zu, und zugleich schreibt er sich die Kraft zu, mit der er widersteht; dies wird auch zugelassen, denn der Mensch kann alsdann nichts anderes wissen. Ehe jemand wiedergeboren ist, kann er durchaus nicht wissen, so daß er sagen kann, er wisse, anerkenne und glaube es, daß nichts Gutes und Wahres aus ihm selbst, sondern alles Gute und Wahre vom Herrn kommt; sodann daß er nicht aus eigener Kraft irgendeinem Bösen und Falschen widerstehen kann; denn er weiß nicht, daß böse Geister das Böse und Falsche aufwecken und eingießen, noch weniger, daß er durch böse Geister mit der Hölle in Gemeinschaft steht, und daß die Hölle geradeso andringt wie das Meer gegen die einzelnen Teile eines Dammes anzudringen pflegt; welchem Andrang der Hölle der Mensch gar nicht mit seinen Kräften widerstehen kann. Weil er aber dennoch, bevor er wiedergeboren ist, nicht anderes meinen kann, als daß es mit seinen Kräften geschehe, so wird es auch zugelassen, und so wird er in Kämpfe oder in Versuchungen eingeführt. Hernach aber wird er mehr und mehr erleuchtet. Ist der Mensch in einem solchen Zustand, daß er meint, das Gute und Wahre sei von ihm selbst, und die Kraft zu widerstehen, sei sein, alsdann ist das Gute und Wahre, aus dem er gegen das Böse und Falsche kämpft nicht Gutes und Wahres, obwohl es so erscheint, denn es ist das Eigene darin, und er setzt ein Selbstverdienst in den Sieg, und rühmt sich, als habe er das Böse und Falsche

besiegt, während es doch der Herr allein ist, Der kämpft und siegt. Daß die Sache sich so verhält, können nur diejenigen wissen, die durch Versuchungen wiedergeboren werden. Weil der Herr im ersten Knabenalter in die schwersten Kämpfe gegen das Böse und Falsche eingeführt wurde, so konnte auch Er damals keine andere Meinung haben, und zwar dies sowohl, weil es der göttlichen Ordnung gemäß war, daß Sein menschliches Wesen durch fortwährende Kämpfe und Siege ins göttliche Wesen eingeführt und mit demselben vereinigt werden sollte, als auch, weil das Gute und Wahre, aus dem Er gegen das Böse und Falsche kämpfte, dem äußeren Menschen angehörte; und weil dieses Gute und Wahre sonach nicht ganz göttlich war, weshalb es auch das Scheinbare des Guten und Wahren genannt wird. Sein göttliches Wesen brachte so das Menschliche dahin, daß es aus eigener Kraft siegte; allein hier sind mehr Geheimnisse, als daß sie je beschrieben werden könnten; mit einem Wort, in den ersten Kämpfen war das Gute und Wahre beim Herrn, aus dem Er kämpfte mit Erblichem von der Mutter her behaftet, und insoweit, als es mit Erblichem von der Mutter her behaftet war, war es nicht göttlich, sondern wurde stufenweise, wie Er das Böse und Falsche überwand, gereinigt und göttlich gemacht. <HG 1661, 1660>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 62 →

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