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Teich – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

“Und über ihre Seen” bedeutet, über ihr Wißtümliches, das ihnen dient. Dies erhellt aus der Bedeutung der Seen, sofern sie das Wißtümliche bezeichnen, das den Wahrheiten dient, die den Lehren angehören, und im entgegengesetzten Sinn Wißtümliches, das dem Falschen der Lehren dient. Die Seen bedeuten im Wort, wo sie genannt werden, im geistigen Sinn die Einsicht aus den Erkenntnissen des Guten und Wahren, denn Seen werden in demselben als angesammelte Gewässer oder Teiche aufgefaßt, und angesammelte Gewässer und Teiche bezeichnen einen Inbegriff von Erkenntnissen, durch die Einsicht kommt. Und weil Seen oder Teiche im entgegengesetzten Sinn Böses aus Falschem und daher Unsinnigkeiten bezeichnen, so bedeuten sie auch die Hölle, wo solches herrscht, dann aber wird der See Feuerpfuhl genannt, und ein Pfuhl, der mit Feuer und Schwefel brennt. Feuer und Schwefel bedeuten die Selbstliebe und die daher stammenden Begierden; denn die Selbstliebe und ihre Begierden sind nichts anderes als Feuer, kein materielles Feuer, sondern Feuer aus dem geistigen Feuer, welches Feuer (nämlich das geistige) dem Menschen Leben gibt. Daß die Liebestriebe das Feuer bilden, leuchtet jedem ein, der es erwägt; diese Feuer sind es, die verstanden werden unter den heiligen Feuern in den Himmeln, und durch die Feuer der Hölle; denn dort gibt es kein materielles Feuer. <HG 7324>

Hier folgte eine Redepause des Zorel, und Zinka fragt: Wie sieht er denn das alles, und wie geht er nun durch ein Wasser, und doch liegt er so unbeweglich da, als wäre er tot?! Der Herr: Seine Seele sieht nun nur ihre zum Besseren führenden Zustände; aus diesen formt sich im Gemüte der Seele eine eigene Welt, und das, was du hier eine Gedankenbewegung nennst, das erscheint im Seelenreich als eine Bewegung von einem Orte zum andern. Der Teich, der aus seinen Tränen entstand, und dessen Wasser seine Seele heilte, stellt seine Reue über die begangenen Sünden vor, und das Bad darin bezeichnet

eine rechte Buße, die aus der Reue entspringt. Das reine Wasser bezeichnet das gerechte Erkennen seiner Sünden und Gebrechen; und so der Teich zu einem See wird, so drückt dies das mächtigere Wollen aus, aus sich selbst gereinigt und geheilt zu werden. Das schöne Gras unter dem Wasser bezeichnet die Hoffnung auf die Erreichung der vollen Gesundheit und der höheren freien Gnade Gottes. Diese stellt sich bereits am noch etwas fernen Ufer erscheinlich auf; Ich selbst bin das im Geiste und im Willen. Diese Bewegung zu Mir hin durch das Gewässer der wahren Reue und Buße aber bezeichnet in sich den Fortschritt der Seele zur wahren Besserung. Das alles aber ist für seine Seele nur eine entsprechende Erscheinlichkeit, aus der die Seele ersieht, wie sie beschaffen ist, und was sie in ihrem Gemüte zu ihrer Besserung vornimmt und tut, - freilich in diesem Zustande nur allein im Willen, ohne eine äußere, wirkliche Tätigkeit. Diese muß erst erfolgen, so er sich im wachen Zustande im vollen Verbande mit seinem Leibe befinden wird. <JE IV,50/1-4>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 49 →

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