Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Berühren, sofern es die Mitteilung, Übertragung und Aufnahme bedeutet. Dies kommt daher, weil das Innere des Menschen sich durch das Äußere kundgibt, besonders durch das Gefühl (Berührung), und so dem anderen sich mitteilt und sich überträgt auf den anderen; und in dem Maß, als der Wille (Liebe) des anderen übereinstimmt und eins damit bildet, aufgenommen wird. Dies zeigt sich besonders im anderen Leben, denn dort handeln alle aus dem Herzen, d.h. aus dem Willen oder der Liebe, und es ist nicht erlaubt, äußerlich beim Handeln Gebärden anzunehmen, die von jenen losgetrennt, d.h. verschieden sind, oder mit heuchlerischem Munde zu reden, d.h. getrennt von den Gedanken des Herzens. <HG 10130>
Daß Spezereien das Wohlgefällige bedeuten, hat seinen Grund im Geruch, denn der Geruch bezeichnet das Innewerden, Vernehmen, daher Wohlgeruch das angenehme Innewerden, und übler Geruch das unangenehme Innewerden; denn alles, was durch die Sinnesorgane vom Menschen empfunden wird, bezeichnet Geistiges, das sich auf das Gute der Liebe und auf die Wahrheiten des Glaubens bezieht, wie der Geruch, der Geschmack, das Gesicht, das Gehör, der Tastsinn. Daher bezeichnet der Geruch das Innewerden des inneren Wahren aus dem Guten der Liebe; der Geschmack das Innewerden und den Trieb zu wissen und weise zu sein; das Gesicht das Verständnis der Wahrheiten des Glaubens; das Gehör
das Innewerden aus dem Guten des Glaubens und aus dem Gehorsam; und der Tastsinn im allgemeinen die Mitteilung, Übertragung und Aufnahme. Der Grund, warum es sich so verhält, liegt darin, daß alle äußeren Sinnesempfindungen ihren Ursprung aus den inneren Sinnesempfindungen haben, die dem Verstand und Willen angehören, somit beim Menschen aus den Wahrheiten des Glaubens und aus dem Guten der Liebe; denn diese bilden das Verstandes- und Willensvermögen des Menschen. Die inneren Sinnesempfindungen, die dem Verstand und Willen im Menschen eigen sind, haben aber nicht denselben Sinn, den die äußeren haben; allein sie verwandeln sich in solches, wenn sie einfließen; denn alles, was vom Menschen durch die äußeren Sinnesorgane empfunden wird, fließt vom Inneren her ein. Aller Einfluß geht vom Inneren ins Äußere, nicht aber umgekehrt, weil es keinen physischen Einfluß, d.h. keinen Einfluß aus der natürlichen Welt in die geistige Welt gibt, sondern aus der geistigen Welt in die natürliche. Das Innere des Menschen, das seinem Verstand und Willen eigen ist, befindet sich in der geistigen Welt, und sein Äußeres, das den leiblichen Sinnen eigen ist, befindet sich in der natürlichen Welt. Hieraus kann man auch erkennen, was Entsprechung ist, und wie beschaffen sie ist. <HG 10199>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 33 →
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