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Sturm – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

Durch den Wind, den sie säen, wird das Gehaltlose bezeichnet, durch den Sturm, den sie ernten werden, die daraus entstehende Verwirrung in der Kirche. <HG 9146>

Weil, wie oben gesagt wurde, in der geistigen Welt, wie in der natürlichen Welt, starke Winde und Stürme vorkommen, aber die Stürme in der geistigen Welt kommen her vom Einfluß des Göttlichen in die unteren Regionen, wo die sind, die im Bösen und Falschen sind; je nachdem dieser Einfluß aus den Himmeln herabkommt zu den Ländern, die unterhalb sind, desto dichter wird er und erscheint als eine Wolke, und zwar bei den Bösen als eine dichte und finstere, je nach dem Maß und der Beschaffenheit des Bösen. Diese Wolken sind Erscheinungen des Falschen aus dem Bösen, die aus ihren Lebenssphären entstehen, denn um einen jeden Geist und Engel her ist eine Lebenssphäre. Wenn das Göttliche Sich aus dem Herrn, als der Sonne stark ergießt, und in diese dichten und dunklen Wolken einfließt, so entsteht ein Sturm, den die Geister dort ebenso empfinden, wie die Menschen auf der Erde. Solche Stürme durfte auch ich einigemal wahrnehmen, wie auch den Ostwind, durch den die Bösen zerstoben und in die Hölle geworfen wurden, als das Letzte Gericht gehalten wurde. Aus diesem kann erhellen, was die Stürme, Ungewitter und ungestümen Winde bedeuten in mehreren Stellen im Wort bedeuten. Luk.8/23,24: “Als sie schifften, schlief Jesus ein; da fuhr ein Sturmwind in die See, so daß sie davon erfüllt wurden und Gefahr litten; und sie traten hinzu, weckten Ihn auf und sprachen: Meister, Meister, wir kommen um; und da Er aufwachte, bedrohte Er den Wind und die Meeresflut, die aufhörten, und es ward eine Windstille”. Dieses Wunder des Herrn schließt ebenso Geheimnisse des Himmels und Inwendigeres der Kirche in sich, wie alle übrigen. Die göttlichen Wunder unterscheiden sich von den nicht göttlichen Wundern dadurch, daß die göttlichen Wunder auch göttliche Dinge bedeuten, weil das Göttliche in ihnen ist; dagegen die nicht göttlichen Wunder bedeuten nichts, weil inwendig in ihnen nichts Göttliches ist; und außerdem liegt in der Beschreibung der göttlichen Wunder im Wort, und in den Einzelheiten derselben ein geistiger Sinn. Dieses Wunder schließt in sich geistige Versuchungen: der große Wirbelwind, infolgedessen die Fluten in das Schiff hineinstürzten, so daß dasselbe erfüllt ward, bedeutet jene; und daß, als sie in höchster Furcht waren, Jesus aufgeweckt wurde, den Wind bedrohte und zum Meer sprach: Schweig, verstumme, und der Wind ruhte und eine große Stille eintrat bedeutet, die Befreiung von ihnen. Auch die einzelnen Worte enthalten einen geistigen Sinn, aber diesen einzeln zu entwickeln, gehört nicht hierher, nur daß der Wirbelwind und der Sturmwind Versuchungen bedeuten, weil sie Einbrüche von Falschem oder Überflutungen des Gemüts durch Falsches sind. Was auch erhellt aus der Bedrohung des Windes und der Fluten und aus den Worten des Herrn zum Meer: Schweig, verstumme; wie wenn Er sie zu jenem Falschen gesagt hätte, oder zu denen, welche die Versuchungen herbeiführen. <EKO 419>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 429 →

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