Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Die Stimme, die irgendwo gehört wird in einer bestimmten Entfernung, sofern sie als Prädikat des Einfließens ein Erfülltwerden vom Gehörten bezeichnet; denn sobald eine Stimme gehört wird, erfüllt sie, wie sie einfließt. <HG 5933>
“Und nicht hören die Stimme des ersten Zeichens” bedeutet, wenn sie nicht gehorchen der Ankündigung aus dem Wort, daß sie anstatt geistiger und vernünftiger Menschen ungeistig und unvernünftig würden. Dies erhellt aus der Bedeutung von hören, sofern es heißt gehorchen; aus der Bedeutung der Stimme, sofern sie die Ankündigung aus dem Wort bezeichnet. Was die Bedeutung der Stimme betrifft, daß sie die Ankündigung aus dem Wort bezeichne, so merke man, daß Stimme oft gesagt und mit solchen Dingen verknüpft wird, die mit der Stimme nichts gemein haben, wie hier, sofern sie mit dem Zeichen verknüpft wird: “Wenn sie nicht hören die Stimme des ersten Zeichens, so werden sie glauben der Stimme des nachfolgenden Zeichens”. <HG 6971>
“Wer ist Jehovah, Dessen Stimme ich hören soll” bedeutet, über den Herrn, Dessen Ermahnung sie befolgen sollten, nämlich das entgegengesetzte Denken. Dies erhellt aus der Bedeutung der Stimme, sofern sie hier eine Ermahnung bezeichnet, weil sie sich auf das bezieht, was Mose und Aharon zu Pharao gesagt haben. <HG 7095>
“Und alles Volk antwortete mit einer Stimme” bedeutet die Aufnahme mit dem Verstand von seiten derer, die wahrhaftig der Kirche angehören. Dies erhellt aus der Bedeutung von “antworten mit einer Stimme”, sofern es die Aufnahme mit dem Verstand bezeichnet, denn antworten bedeutet Aufnahme; und die Stimme bedeutet das Bekenntnis, das vom Verstand ausgeht; denn alles, was Sache des Mundes und daher der Rede oder Stimme ist, entspricht dem Verstandesgebiet; von diesem Gebiet geht auch die Stimme oder Rede aus. <HG 9384>
Der Klang bezeichnet die Ankündung desselben, und weil es eine Ankündigung ist, so findet sie auch bei denen statt, die in den Himmeln und auf Erden sind; denn das göttlich Wahre erfüllt das Ganze des Himmels und bildet die ganze Kirche. Eine solche Ankündigung wurde vorgebildet durch den Klang der goldenen Schellen, wenn Aharon in das Heilige vor Jehovah einging, und wenn er herausging. Daß der Klang oder die Stimme im Worte das göttlich Wahre bedeutet, das in den Himmeln und auf Erden gehört und wahrgenommen wird, erhellt aus mehreren Stellen im Wort. In dem Vers, in dem von Aharon gehandelt wird, ist es der Laut oder Klang aus den Schellen, der Stimme genannt wird; auch anderwärts im Worte werden Laute und Klänge aus Posaunen, sowie auch die Laute und der Schall vom Donner, Stimmen genannt, und durch dieselben ebenso die göttlichen Wahrheiten bezeichnet. Außerdem bedeuten auch die Töne der verschiedenen Musikinstrumente
das gleiche; aber die Instrumente, die einen rauschenden und scharfen Ton von sich geben, bedeuten geistig göttliche Wahrheiten, hingegen die, welche einen stetigen runden und gezogenen Ton von sich geben, bedeuten himmlisch göttliche Wahrheiten. <HG 9926>
Durch Stimme wird im Wort die innere Stimme bezeichnet, die das Denken ist, daher wie beschaffen das Innere war in Ansehung des Wahren oder Falschen; denn aus diesem oder jenem kommt das Denken. <HG 10454>
“Und die erste Stimme, die ich hörte” bedeutet eine Offenbarung, jetzt die Zukunft betreffend. Dies erhellt aus der Bedeutung der Stimme, sofern sie alles bezeichnet, was vom Herrn ausgeht, und von den Engeln und von Menschen vernommen wird. Hier hauptsächliche eine Offenbarung über die zukünftigen Dinge, die vor dem Letzten Gericht, die bei demselben und die nach demselben sich begeben werden, weil davon im nun folgenden gehandelt wird. Daß die Stimme Jehovahs im Wort das ausgehende Göttliche bedeutet, welches das göttlich Wahre ist, von dem alle Einsicht und Weisheit kommt. <EKO 261>
“Und vom Thron gingen Blitze und Donner und Stimmen aus” bedeutet Erleuchtung, Verständnis und Innewerden des göttlich Wahren in den Himmeln. Dies erhellt aus der Bedeutung der Blitze, Donner und Stimmen, sofern sie vom göttlich Wahren gesagt werden: Blitze von der Erleuchtung desselben, Donner von seinem Verständnis und Stimmen von seinem Innewerden. Daß dieses durch jene Worte bezeichnet wird, kann aus den Stellen im Wort erhellen, wo sie genannt werden; aber zuerst soll etwas vom Ursprung dieser Bedeutung gesagt werden: Alles, was am sichtbaren Himmel vor den Augen der Menschen erscheint, bildet Entsprechungen, z.B. Sonne, Mond, Sterne, Luft, Äther, Licht, Wärme, Wolken, Nebel, Regen und sofort. Entsprechungen sind es, weil alles, was in der natürlichen Welt ist, dem, was in der geistigen Welt ist, entspricht. Jene Gegenstände sind auch Entsprechungen im Himmel wo die Engel sind, weil ihnen die gleichen erscheinen, aber dort sind sie nicht natürlich sondern geistig; daher sind auch Blitze und Donner Entsprechungen; und weil sie Entsprechungen sind, darum bedeuten sie das gleiche, dem sie entsprechen. Im allgemeinen bedeuten sie das göttlich Wahre, das von den oberen Engeln aufgenommen und verkündigt wird, und das, wenn es zu den unteren Engeln herabkommt, zuweilen wie ein Blitz erscheint und wie ein Donner mit Stimmen gehört wird. Daher kommt es, daß der Blitz das göttlich Wahre in Ansehung der Erleuchtung, der Donner das göttlich Wahre in Ansehung des Verständnisses und die Stimmen das göttlich Wahre in Ansehung des Innewerdens bedeuten. In Ansehung des Verständnisses und in Ansehung des Innewerdens wird gesagt, weil man das, was durch das Gehör in das Gemüt eingeht, sowohl sieht, als inne wird: gesehen wird es im Verstand, und man wird es inne durch die Gemeinschaft mit dem Willen. Dies nun ist der Grund, warum Blitze und Donner im Wort das göttlich Wahre
in betreff der Erleuchtung und des Verständnisses bedeuten, wie aus mehreren Stellen im Wort erhellen kann. <EKO 273>
“Und es geschahen Stimmen und Donner und Blitze” bedeutet die Vernünfteleien aus dem Getümmel der Neigungen, und daher der Gedanken über das Gute und Böse, sowie über das Wahre und Falsche. Dies erhellt aus der Bedeutung der Stimmen, sofern sie Vernünfteleien bezeichnen, worüber folgt; und aus der Bedeutung der Donner und Blitze, sofern sie Zusammenstöße und Getümmel der Neigungen und daher der Gedanken über das Gute und Böse, sowie über das Wahre und Falsche bezeichnen. Der Grund solcher Zusammenstöße und Wirren ist, weil durch den Einfluß aus den Himmeln das Äußere bei den Bösen verschlossen und das Innere geöffnet wird. Das Äußere war es, das Gutes und Wahres heuchelte, und das Innere, das Böses und Falsches dachte; wenn daher ihr Äußeres verschlossen und ihr Inneres geöffnet wird, entsteht ein Zusammenstoß und Gewirr der Neigungen und daher Gedanken über das Gute und Böse, sowie über das Wahre und Falsche, und daher Vernünfteleien. Solches wird in der geistigen Welt gehört wie Stimmen einer murmelnden, kreischenden, drohenden und streitenden Menge, und erscheinen daher in der Ferne, wo jenes nicht gehört wird, als Donner und Blitze: wie Donner aus dem Zusammenstoß der Neigungen, und wie Blitze aus dem Zusammenstoß der Gedanken daher. Weil dieses aus dem Herabfluß des göttlich Guten und Wahren aus den oberen Himmeln in die unteren Regionen entsteht, darum bedeuten die Stimmen, Donner und Blitze, wenn sie von den Guten gehört und gesehen werden, das göttlich Wahre in Ansehung des Innewerdens und der Erleuchtung; anders aber, wenn sie von den Bösen gehört und gesehen werden. <EKO 498>
“Und es geschahen Blitze und Stimmen und Donner” bedeutet, alsdann in den unteren Regionen, wo die Bösen sind, Zusammenstöße und Verwirrung der Gedanken, sowie Vernünfteleien aus dem Bösen und Falschen über das Gute und Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung der Blitze, Stimmen und Donner, sofern sie Erleuchtungen, Gedanken und Gefühle bezeichnen, und im entgegengesetzten Sinn, wie hier, Zusammenstöße und Verwirrung der Gedanken, wie auch Vernünfteleien aus Bösem und Falschem über das Gute und Wahre der Kirche. Im engeren Sinn werden durch Blitze Verfinsterungen des Verstandes, durch Stimmen Vernünfteleien und durch Donner Schlüsse des Falschen aus dem Bösen bezeichnet, und weil aus diesem, gemäß dem Zustand des Inwendigeren bei ihnen, Zusammenstöße und Verwirrung der Neigungen und Gedanken und daher Vernünfteleien aus Bösem und Falschem über Gutes und Wahres der Kirche erfolgen, deshalb wird solches vermöge des aus dem Vorhergehenden folgenden Zusammenhangs durch jene Worte bezeichnet. Das solches in den unteren Regionen durch den Einfluß aus den oberen Himmeln erfolgte, ist früher klargestellt worden; weil es aber von der Art ist, daß es bei
niemand zum Verständnis kommen kann, außer durch eine wirkliche Offenbarung und Erkenntnis vom Einfluß der oberen Regionen in die unteren der geistigen Welt, so will ich, da dies mir geoffenbart wurde, und ich so Kenntnis davon bekam, dieses Geheimnis kurz darlegen: In der geistigen Welt, unter der sowohl die Himmel als die Höllen verstanden werden, besteht eine solche Anordnung, daß die Himmel wie Wölbungen sind, eine über der anderen, und daß unter den Himmeln die Geisterwelt ist, und daß unter dieser die Höllen sind, eine unter der anderen. Dieser stufenförmigen Anordnung gemäß geschieht der Einfluß vom Herrn, somit durch den innersten Himmel in den mittleren, und durch diesen in den letzten, und aus ihnen in der gehörigen Ordnung in die Höllen, die unten liegen. Die Geisterwelt ist in der Mitte und empfängt den Einfluß sowohl aus den Himmeln als aus den Höllen. Aber diese Anordnung der Himmel und der Höllen erfuhr Veränderungen von einem Gericht zum anderen dadurch, daß die Menschen, die aus den Erdkörpern anlangten, aus denen die Himmel und Höllen sich bilden, von verschiedenen Neigungen waren, die einen geistig oder inwendig, mehr oder weniger, die anderen natürlich oder äußerlich, mehr oder weniger; und weil der Herr niemanden Böses tut, sondern allen Gutes, darum ließ Er es zu, daß diejenigen, die ein sittliches und gleichsam geistiges Leben im Äußeren nach der Sitte und Gewohnheit in der Welt führten, mochten sie immerhin innerlich mit der Hölle verbunden gewesen sein, sich in der Geisterwelt einen Scheinhimmel an verschiedenen Orten bildeten, und dann wurden die Anordnungen der Himmel über ihnen, und der Höllen unter ihnen so getroffen, daß ihr Inwendigeres, durch das sie mit der Hölle verbunden waren, soweit es möglich war, verschlossen gehalten, und ihr Auswendigeres, durch das sie mit dem letzten Himmel verbunden waren, geöffnet wurde, und dann wurde vorgesehen, daß die oberen Himmel nicht unmittelbar einflossen, denn durch den unmittelbaren Einfluß sollte ihr Inwendigeres, das höllisch ist, geöffnet und ihr Auswendigeres, das wie geistig erschien, geschlossen werden; denn der Einfluß der oberen Himmel ging ins Inwendigere, das den Geistern eigen ist, und nicht ins Auswendigere, das ihnen nicht eigen ist. Als aber solche Scheinhimmel so sehr sich mehrten, und daher der Einfluß aus den Höllen den Einfluß aus den Himmeln zu überwältigen anfing, und dadurch der letzte Himmel, der mit ihnen verbunden war, ins Wanken geriet, alsdann trat das Letzte Gericht ein, und es geschah von Zeit zu Zeit die Trennung der Bösen von den Guten in jenen neuen Scheinhimmeln, und zwar durch den unmittelbaren Einfluß aus den oberen Himmeln, und durch diesen Einfluß wurde ihr Inneres geöffnet, das höllisch war, und ihr Äußeres, das wie geistig war, geschlossen, wie oben gesagt wurde. Infolge dieses Einflusses geschah es, daß in den unteren Regionen, wo die Bösen waren, Blitze gesehen und Stimmen und Donner gehört wurden, sodann, daß Erdbeben geschahen und Hagel herunterstürzte. Der Einfluß aus den Himmeln, d.h. durch die Himmel vom Herrn, ist nur ein Einfluß der Liebe zum Guten und der Neigung zum Wahren, aber dieser wird bei den Bösen in solches verwandelt, was ihrem Bösen und daher Falschen entspricht, somit was ihrer Liebe zum Bösen und Neigung zum Falschen entspricht. Und weil die Zusammenstöße und
Verwirrungen der Gedanken und die Vernünfteleien aus Bösem und Falschem über das Gute und Wahre der Kirche, worin sie waren, den Blitzen, Stimmen und Donnern entsprechen, darum sind es diese, durch die jenes bezeichnet wird; denn hier wird gehandelt vom Zustand des Himmels, wie er zunächst vor dem Letzten Gericht beschaffen sein wird. Daß Zusammenstöße und Verwirrungen der Gedanken, sowie Vernünfteleien aus Bösem und Falschem über Gutes und Wahres der Kirche bei denen entstehen, die innerlich böse sind und äußerlich gut erscheinen, nachdem ihr Inwendiges geöffnet und ihr Auswendigeres verschlossen worden ist, kommt her vom Zusammenstoß ihres Inneren mit ihrem Äußeren im ersten Zustand der Trennung. Aber sobald das Äußere ganz verschlossen ist, und sie ihrem Inneren überlassen sind, dann hört der Zusammenstoß auf, denn alsdann sind sie ganz in der Liebe zu ihrem Bösen und in der Neigung zu ihrem Falschen, und folglich in ihrer Lebenslust, daher werfen sie sich dann in die Hölle zu ihresgleichen, was am Tage des Letzten Gerichts geschieht. <EKO 702>
“Und es geschahen Stimmen und Blitze und Donner” bedeutet die Vernünfteleien, die Verfinsterungen des Verstandes und die Schlüsse des Falschen aus dem Bösen. Dies erhellt aus der Bedeutung von Stimmen, Blitze und Donner, wenn von den Angehörigen der Kirche die Rede ist, bei denen kein Gutes der Liebe und kein Wahres des Glaubens mehr vorhanden ist; insofern jene Dinge alsdann Vernünfteleien, Verfinsterungen des Verstandes und falsche Schlüsse aus dem Bösen bezeichnen. Daß solche Dinge durch Stimmen, Blitze und Donner im Wort bezeichnet werden, kommt davon her, daß sie in der geistigen Welt so erscheinen bei denen, die nicht im Guten der Liebe und im Wahren des Glaubens sind, und untereinander von solchen Dingen sprechen. Ihre Rede, die in Vernünfteleien besteht, wird dann durch Stimmen bezeichnet, der Streit des Wahren und Falschen durch Blitze und das Verwerfen des Wahren und Guten durch Donner; und weil solche Dinge in der geistigen Welt vermöge der Entsprechung entstehen, so folgt daraus, daß die gleichen Dinge in der natürlichen Welt entsprechen, und solches, was oben gesagt wurde, bezeichnet wird. <EKO 1014>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 397 →
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