Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Die Früchte aus der Verbindung von Wille und Verstand die dem Wahren angehören, nennt man Sohn. <HG 55>
Daß die Empfängnis und die Geburt der Söhne im Wort auch nicht anders genommen werden als im geistigen Sinn, nämlich die Empfängnis für das Denken und Dichten des Herzen und die Söhne für Wahrheiten, kann aus mehren Stellen im Wort erhellen. <HG 264>
In den vorhergehenden drei Kapiteln (1.Mose Kap.1-3) ist genugsam gezeigt worden, daß durch den Menschen und seine Gattin bezeichnet worden ist die Älteste Kirche, so daß man nicht daran zweifeln kann. Und weil der Mensch und seine Gattin die Älteste Kirche ist, so ergibt sich, daß ihre Empfängnis und Geburt keine andere war. Es war bei den Ältesten gebräuchlich, Namen zu geben und durch Namen Sachen zu bezeichnen, und so ein Geschlechtsverzeichnis zu machen; denn was der Kirche angehört, verhält sich auch auf ähnliche Weise, das eine wird empfangen und geboren vom anderen und verhält sich wie eine Zeugung. Daher es gewöhnlich ist im Wort, solches, was zur Kirche gehört, zu nennen Empfängnisse, Geburten, Sprößlinge, Kinder, Söhne, Töchter, Jünglinge usw.; die prophetischen Schriften sind voll von dergleichen. <HG 339>
Daß durch Söhne und Töchter bezeichnet wird Wahres und Gutes, das sie inne wurden, und zwar durch Söhne Wahres und durch Töchter Gutes, kann aus sehr vielen Stellen bei den Propheten erhellen; denn die Empfängnisse und Geburten der Kirche sind im Worte, wie vor Alters, genannt worden Söhne und Töchter. <HG 489>
Bei einem verdorbenen Menschen, bei dem kein Verstand des Wahren vorhanden ist, bezeichnet der Sohn Einbildungen. <HG 568>
Daß jetzt von der Kirche gehandelt wird, kann auch erhellen aus der Wiederholung derselben Sache, denn es heißt: “An eben diesem Tage ging Noach, und Schem, und Cham und Japheth, die Söhne Noachs, und das Weib Noachs, und die drei Weiber seiner Söhne mit ihnen ein in den Kasten”; später ebenso, jedoch mit diesen Worten: “und es ging Noach, und seine Söhne, und sein Weib, und die Weiber seiner Söhne mit ihm ein in den Kasten”; aber weil jetzt von der Kirche gehandelt wird, werden genannt die Söhne Schem, Cham und Japheth, und wenn diese genannt werden, so bezeichnen sie den Menschen der Kirche. Dagegen wenn genannt werden Söhne ohne Namen, so bezeichnen sie Glaubenswahrheiten. <HG 765, 289>
“Und geboren wurden ihnen Söhne”, daß sie die von ihnen herstammenden Lehren bedeuten, erhellt aus der Bedeutung der Söhne im inneren Sinn, daß sie sind Wahrheiten des Glaubens, sodann auch Falsches, folglich Lehren, durch die sowohl Wahres als Falsches bezeichnet wird, denn die Lehren der Kirche sind von solcher Art. <HG 1147>
Das Vernunftmäßige, weil es auch nur durch den Einfluß des durch Sarai vorgebildeten verstandesmäßigen Wahren entstehen kann, verhält sich nicht anders als dessen Sohn: wenn das Vernunftmäßige aus Wahrheiten, die dem Guten beigesellt sind, und noch mehr, wenn es aus Gutem, von dem Wahrheiten herkommen, gebildet wird, dann ist es ein echter Sohn; vorher zwar wird es auch als Sohn anerkannt, aber nicht als ein echter, sondern von der Magd, immerhin jedoch wird es an Kindes Statt angenommen. <HG 1901>
Daß “die Söhne” diejenigen sind, die in Wahrem sind, erhellt aus der Bedeutung des Sohnes im Wort, sofern er ist das Wahre. Durch die Söhne werden im abgezogenen Sinn die Wahrheiten bezeichnet, aber auf den Menschen angewandt, sind die Söhne alle die, welche in Wahrheiten sind. <HG 2232>
“Einen Sohn”, daß dies bedeutet das göttlich Vernünftige, erhellt aus der Bedeutung des Sohnes: der Sohn bedeutet in des Wortes innerem Sinn das Wahre; und weil das Wahre die Hauptsache im Vernünftigen ist, wird durch Sohn auch das Vernünftige bezeichnet; hier aber das göttlich Vernünftige, in dem vornehmlich das Gute ist; das auch Jischak, der hier der Sohn ist, vorbildet, wovon im Folgenden. <HG 2623>
“Bis sein Herr in sein Haus kam” bedeutet, um es dem natürlich Guten mitzuteilen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Herrn, sofern er das natürliche, nicht geistig Gute ist. Haus im inneren Sinn ist das natürliche Gemüt, denn das natürliche Gemüt wie auch das vernünftige Gemüt ist wie ein Haus; der Gatte daselbst ist
das Gute, die Gattin ist das Wahre, die Töchter und Söhne sind die Neigungen zum Guten und Wahren, dann auch Gutes und Wahres, das von jenen als von Eltern abstammt; die Mägde und Knechte sind Vergnügungen und Kenntnisse, die dienen und begründen. <HG 5023>
“Da sollst du kein Werk tun, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der in deinen Toren ist” bedeutet, alsdann sei der Himmel und die Seligkeit in allem und jedem, das im Inneren und Äußeren des Menschen ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von “kein Werk tun”, insofern es die Ruhe und den Frieden bezeichnet, somit den Himmel; denn wenn sich der Mensch im Himmel befindet, ist er frei von aller Sorge, Unruhe und Beängstigung, und wenn er von diesen frei ist, genießt er die Seligkeit. Ferner aus der Bedeutung von “du, dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, und dein Fremdling, der in deinen Toren ist”, insofern es alles und jedes bezeichnet, das im Inneren und Äußeren des Menschen ist. Durch “du” wird nämlich der Mensch selbst bezeichnet, durch Sohn sein Verstandesvermögen, durch Tochter sein Willensvermögen, beides im inneren Menschen; durch Knecht wird das Natürliche in Ansehung des Wahren, und durch Magd das Natürliche in Ansehung des Guten bezeichnet, somit beides im äußeren Menschen. Durch Vieh wird die Neigung im allgemeinen, und durch den Fremdling in den Toren das Wißtümliche im allgemeinen bezeichnet, somit alles und jedes einzelne. Der Sohn bedeutet aber das Verstandesvermögen, weil er das Wahre bezeichnet, denn die Wahrheiten bilden das Verstandesgebiet; und die Tochter bedeutet das Willensvermögen, weil sie das Gute bezeichnet, denn das Gute bildet des Willensgebiet. <HG 8890>
Söhne, sofern sie die Wahrheiten bezeichnen und im entgegengesetzten Sinn das Falsche. <HG 8876, 10623, 4843, 10490>
Der Herr: Was besagt aber die Auffahrt des Sohnes, damit dadurch den Harrenden und den Zeugen die Verheißung des Vaters zugesandt werde? - Ihr wisset, was unter Sohn zu verstehen ist, die Weisheit des Vaters nämlich. Dem Sohne entspricht hernach auch alles in einem jeden Menschen, was da ein Angehör der Weisheit ist. Dergleichen Angehör ist der Verstand, die Vernunft, allerlei Wissenschaft und Erkenntnis. Dieses Angehör der Weisheit muß aber zugleich auch in einem jeden Menschen diejenige Demütigung, gleichsam die Kreuzigung durchmachen, muß dann wie getötet in ein neues Grab im Herzen gelegt werden, von da wieder auferstehen und sich dann, sich dem Vater gänzlich hingebend und aufopfernd, in die Höhe begeben, um eins zu werden mit dem Vater. <SCHTXT 30/4,5>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 286 →
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