Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Luk.15/22,23: “Der Vater sagte in betreff des verschwenderischen Sohnes, der wiederkam und herzliche Buße tat: bringet her das beste Gewand und bekleidet ihn damit, und steckt einen Ring an seine Hand und Schuhe an seine Füße, und bringet ein gemästetes Kalb herbei, schlachtet es, und laßt uns essen und fröhlich sein”. Wer nur den Buchstabensinn weiß, glaubt, daß hier nichts Tieferes verborgen liege, als was in diesem Sinn vorliegt, da doch die einzelnen Worte himmlische Dinge in sich schließen, z.B. daß sie ihn mit dem besten Gewand bekleiden, daß sie einen Ring an seine Hand und Schuhe auf seine Füße tun, und ein gemästetes Kalb herzubringen sollen, um zu essen und fröhlich zu sein. Unter dem verschwenderischen Sohn werden aber die verstanden, die geistige Reichtümer, nämlich die Erkenntnisse des Wahren und Guten verschwenden. Durch die Rückkehr zum Vater und das Bekenntnis, daß er nicht würdig sei, sein Sohn zu heißen, wird bezeichnet, herzliche Buße und Demütigung. Durch das beste Gewand, womit er bekleidet werden sollte, werden die allgemeinen und wichtigsten Wahrheiten bezeichnet. Durch den Ring an seine Hand wird die Verbindung des Wahren und Guten im inneren oder geistigen Menschen bezeichnet. Durch die Schuhe an den Füßen ebendasselbe im äußeren oder natürlichen Menschen; durch dieses beides die Wiedergeburt. Durch das gemästete Kalb das Gute der Liebe und Liebtätigkeit; und durch essen und fröhlich sein, die Zusammengesellung und himmlische Freude. <EKO 279>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 298 →
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