← Zurück zu „S“

singen – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

“Da sang Moses und die Söhne Israels dieses Lied dem Jehovah”, bedeutet die Verherrlichung des Herrn, von denen, die der geistigen Kirche des Herrn ange hörten, wegen der Befreiung. Dies erhellt aus der Bedeutung von “ein Lied singen”, insofern es eine Verherrlichung bezeichnet, worüber folgen wird. Eine Verherrlichung des Herrn bedeutet es, weil unter Jehovah im Worte der Herr verstanden wird; und aus der vorbildlichen Bedeutung Moses und der Söhne Israels, insofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche darstellen, denn Mose bildet vereint mit dem Volke diese Kirche vor: Mose ist ihr Haupt, weil er auch das göttlich Wahre vorbildet, und das Volk oder die Söhne Israels die Kirche selbst. Ein Lied singen, bedeutet aber verherrlichen und das Lied somit die Verherrlichung. Weil die Lieder in der Alten Kirche und später in der jüdischen prophetisch waren und vom Herrn handelten, besonders daß Er in die Welt kommen, die teuflische Rotte, die damals mehr als je tobte, zerstören und die Gläubigen von den Angriffen derselben befreien werde; und weil die prophetischen Lieder im inneren Sinn solches enthielten, daher wird durch sie die Verherrlichung des Herrn bezeichnet, d.h. die Verherrlichung desselben aus der Freude des Herzens, denn die Freude des Herzens drückt sich vorzüglich durch den Gesang aus, weil im Liede die Freude gleichsam helltönend aus sich hervorbricht. Daher kommt es, daß Jehovah, d.h. der Herr in den Liedern Held, Kriegsmann, Gott der Heerscharen, Sieger, Kraft, Schutzwehr, Schild, Heil genannt, die teuflische Rotte aber, die zerstört wurde, als der Feind bezeichnet wird, der geschlagen, verschlungen, versenkt, in die Hölle geworfen ist. Diejenigen, die vom inneren Sinn nichts wußten, glaubten früher auch wirklich, daß hier solche Dinge zu verstehen seien, wie sie in der Welt sind, wie z.B. Feinde, Kämpfe, Siege, Verheerungen, Versenkungen, von denen jene Lieder im äußeren Sinne handelten, aber diejenigen, die wußten, daß alle Weissagungen Himmlisches und Göttliches in sich schließen, und daß solches in denselben vorgebildet wird, wußten auch, daß es sich in denselben von der Verdammnis der Ungläubigen handelt und von der Erlösung der Gläubigen durch den Herrn, wenn Er in die Welt kommen werde; und dann hatten diejenigen, die es wußten und darüber dachten und davon angeregt wurden, eine innere Freude, jene hingegen nur eine äußere. Die Engel, die bei dem Menschen sind, waren dann auch zugleich mit ihnen in der Verherrlichung des Herrn, daher empfanden die, welche sangen und welche zuhörten, aus dem Heiligen und Seligen, das aus dem Himmel einfloß, eine himmlische Freude, durch die sie gleichsam in den Himmel erhoben zu sein schienen.

Ein solche Wirkung hatten die Gesänge der Kirche bei den Alten, und eine solche Wirkung sollten sie auch heutzutage haben; denn die geistigen Engel werden besonders von den Liedern angeregt, die vom Herrn, Seinem Reich und von der Kirche handeln. Eine solche Wirkung hatten die kirchlichen Gesänge nicht nur dadurch, daß die Freudigkeit des Herzens durch sie lebendig gemacht wurde, und von dem Inwendigeren bis zu den äußeren Fibern des Körpers herausdrang und diese durch ein freudiges und zugleich heiliges Beben bewegten, sondern auch deshalb, weil die Verherrlichung des Herrn in den Himmeln durch Chöre geschieht und somit durch den harmonischen Gesang vieler. Daher ist auch die Engelrede harmonisch und rhythmisch. Daher kommt es, daß die Verherrlichungen des Herrn bei den Alten, die der Kirche angehörten, durch Lieder, Psalmen und musikalische Instrumente verschiedener Art stattfanden, denn die Angehörigen der Alten Kirche hatten eine Freude, die alle Freuden übersteigt, durch das Andenken an die verheißene Ankunft des Herrn und an die Erlösung des menschlichen Geschlechtes durch Ihn. <HG 8261>

“Ich will dem Jehovah singen” bedeutet, dem Herrn allein gebühre die Ehre. Dies erhellt aus der Bedeutung von “dem Jehovah singen”, insofern es soviel ist als den Herrn verherrlichen; somit auch, daß Ihm die Ehre gebühre. Ihm allein aber, weil der Herr der Jehovah im Worte ist, somit der alleinige Gott. Im Worte wird an vielen Stellen gesagt, daß Gott allein Herrlichkeit und Ehre gebühre. Wer das Innere des Wortes nicht kennt, kann glauben, der Herr wünsche und liebe den Ruhm, wie ein Mensch in der Welt, auch aus dem Grunde, weil er Ihm vor allen im Weltall zukommt; aber der Herr will den Ruhm nicht um Seinetwillen, sondern um des Menschen willen, der Ihn verherrlicht. Der Mensch, der Ihn verherrlicht, tut es aus heiliger Ehrfurcht vor Ihm, weil Er der Höchste ist, und aus Demütigung seiner selbst, weil er im Verhältnis zu Ihm nichts ist, und weil also in der Verherrlichung des Herrn vom Menschen sowohl heilige Ehrfurcht als Demut liegt; darum ist der Mensch alsdann in dem rechten Zustand, den Einfluß des Guten vom Herrn aufzunehmen, somit auch die Liebe zu Ihm. Daher kommt es, daß der Herr die Verherrlichung vom Menschen will. <HG 8263>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 274 →

← Zurück zu „S“