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Senfkorn – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

Das Senfkorn ist das Gute des Menschen, ehe er geistig ist, welches das kleinste ist von allen Samen, weil er meint, aus sich Gutes zu tun. Was von ihm selbst ist, ist nichts als Böses, weil er jedoch im Stande der Wiedergeburt ist, so ist es etwas Gutes, aber das kleinste von allen. Später, sowie der Glaube verbunden wird mit der Liebe, wird es größer und ein Kohl. Zuletzt, wenn er verbunden ist, wird es ein Baum, und dann nisten die Vögel der Himmel, die auch hier Wahres oder Verständiges sind, in seinen Zweigen, die Wißtümliches sind. <HG 55>

Der Herr: Das Reich Gottes ist hier gleich einem Senfkörnlein, das wohl eines der kleinsten Samen ist, so es aber ins gute Erdreich gesät wird, da wächst es bald zu einem förmlichen Baume heran, so daß hernach des Himmels Vöglein kommen und unter seinen Ästen und Zweigen Wohnung nehmen werden! Mein Wort aber ist das kleine Körnlein. Leget es nur in die guten Herzen der Menschen, und es wird sich in ihnen auch bald zu einem Baume entfalten, unter dessen Ästen und Zweigen die hellen Erkenntnisse, aus den Himmeln kommend, Wohnung nehmen werden! <JE VIII,77/4,5>

Also steht es auch geschrieben: Das Reich der Himmel ist gleich einem Senfkörnlein. Dieses ist ein kleinstes unter den Samenkörnern. So es aber in das Erdreich, d.h. in ein liebeerfülltes Herz gesät wird, so wird es zu einem Baume, unter dessen Ästen die Vögel des Himmels ihre Wohnung nehmen werden. Sehet ihr nun das Senfkörnlein? Ein jeder einzelne Geist, der da ist ein seliger, ist ein solches Senfkörnlein, was soviel besagt als: Er ist ein Geschöpf Meiner Liebe und ist somit ein lebendiges Wort derselben. Wenn dieses Wort im Erdreiche der Liebe, die aus Mir frei hinausgestellt ward, aufgehet, so wird es durch und durch ein lebendiger Baum voll der Liebe und alles Lebens aus Mir. Wenn ihr in die Sphäre eines solchen Baumes tretet, so mag euch dann freilich wohl wundernehmen, daß ihr in derselben eine endlose Wunderfülle der Himmel erschauet, die da ist gleich Meiner Liebe, Gnade und Erbarmung in einem jeden einzelnen Geiste unendlich. Solches müßt auch ihr ganz der Ordnung gemäß finden, so werdet ihr erst den wahren inneren Nutzen davon haben und werdet endlich im hellen Lichte in euch erschauen, daß Mein geschriebenes Wort in sich ist gleich Mir, und ist zugleich das lebendige unendliche Reich der Himmel bei euch, unter euch und, so ihr es werktätig in eure Herzen aufnehmen wollet, lebendig in euch. <GS I,8/16-19>

Nun, mein lieber Freund, hat der große Lehrer der Menschheit nicht auch einmal das Himmelreich mit einem Senfkorne verglichen? Du sprichst: O ja, das weiß ich sehr gut. Nun siehe, das Senfkörnlein ist das Wort in seiner Außen- oder Buchstabenform. Wenn aber dieses Wort in das Erdreich des Herzens gelegt wird, so geht es auf und wird zu einem förmlichen Baume, unter dessen Ästen die Vögel des Himmels wohnen. Was ist wohl der Baum? Der Baum ist die innere geistige Erkenntnis des äußeren Wortes, und die Vögel bezeichnen das Himmlische,

somit den Urstand, woher das Wort gekommen ist. Also besagt das ganze Wesen des Baumes die Weisheit, welche aus der Liebe hervorgeht, und daß solche Weisheit allein nur imstande ist, Himmlisches zu erkennen. Wenn der Baum zu seiner Reife kommt, wird er da nicht einen tausendfachen Samenreichtum abgeben? Wenn du aber nun solchen Samenreichtum abermals in dein Erdreich streuest, wird da für dich nicht schon eine große Ernte erwachsen, da du statt einem tausend solche Bäume deinem Boden wirst entwachsen sehen? - Du sprichst: Jawohl, solches wird ganz sicher sein. Hast du aber solche unberechenbar Fülle im ersten einfachen Samenkorne bemerkt? - Siehe, also verhält es sich ja eben auch mit dem Himmel. Du kannst nicht irgendwohin in einen Himmel kommen, sondern du mußt dir deinen Himmel selbst bereiten. Der Same zum Himmelreich ist das Wort Gottes; wer dasselbe in sich aufnimmt und danach tätig wird, der hat dieses himmlische Samenkorn in sein Erdreich gelegt, und der Himmel wird aus ihm gleich einem Baume erwachsen. <GS I,57/7-9>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 253 →

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