Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Das Leben, das die bösen Geister haben, und das sie im höchsten Grade lieben, ist das Leben der Begierden der Selbstliebe und Weltliebe, folglich das Leben in allerlei Haß, Rachgier und Grausamkeit; sie meinen, in keinem anderen Leben gebe es Lust: Sie sind wie die Menschen (denn sie sind Menschen gewesen, und vom Leben, das sie als Menschen hatten, haben sie das noch an sich), die in die Lust solcher Begierden alles Leben setzen, indem sie nicht anders wissen, als daß dieses Leben das einzige sei, und daß sie, wenn sie es verlieren, durchaus sterben müßten. Von welcher Art aber das Leben ist, das sie lieben, kann man an solchen im anderen Leben sehen: es verwandelt sich in ein stinkendes und auswurfartiges, und, was merkwürdig ist, sie empfinden diesen Gestank als etwas höchst Angenehmes; gerade wie die Dämonen, die, als sie vom Herrn aus dem Rasenden ausgetrieben wurden, aus Furcht vor dem Verlust ihres Lebens baten, Er möchte sie in die Schweine fahren lassen; daß diese solche waren, die bei Leibesleben schnödem Geiz ergeben waren, kann daraus erhellen, daß es solchen im anderen Leben scheint, sie halten sich unter Schweinen auf, und dies infolgedessen, daß das Leben der Schweine dem Geiz entspricht, und deshalb ihnen angenehm ist. <HG 1742>
Die Erwerbsucht und der Geiz hat es in sich, daß er nicht bloß die ganze Welt besitzen, sondern auch um des Gewinnes willen einen jeden berauben, ja umbringen möchte, und auch um einer Kleinigkeit willen umbringen würde, wenn die Gesetze nicht im Wege stünden, und außerdem sieht ein solcher Mensch in dem Gold und Silber, das er besitzt, sich als den möglicherweise Größten an, mag er immerhin in der äußeren Form anders erscheinen. Hieraus wird klar, daß im Geiz nicht bloß Weltliebe, sondern auch Selbstliebe ist, und zwar die schmutzigste Selbstliebe, denn bei den schmutzig Geizigen erblickt man den Hochmut oder Stolz von außen nicht so, denn dieser achtet die Güter zuweilen nicht sowohl um der Großtuerei willen, auch ist er nicht diejenige Gattung der Selbstliebe, die mit der Vergnügungssucht verbunden zu sein pflegt, denn solche sind wenig um den Leib und seine Nahrung und Kleidung besorgt, sondern
er (der Geiz) ist eine ganz irdische Liebe, und hat nichts anderes zum Zweck als das Geld, in dem er sich nicht in der Wirklichkeit, sondern in der Möglichkeit über alle erhaben dünkt. Hieraus kann erhellen, daß im Geiz die allerniedrigste und gemeinste Selbstliebe ist; deshalb erscheinen sie sich im anderen Leben unter Schweinen. <HG 4751>
Matth.7/6: Die Perlen nicht vor die Schweine werfen. Der Herr: Es handelt sich demnach nur darum, so ganz eigentlich zu wissen, wer die Schweine - und wer also die eigentlichsten Diebe sind. - Ein Schwein treibt alles in seinen Bauch und verwendet es da natürlich zu seiner Ernährung; also stiehlt auch ein Dieb alles, was er sich nur immer zunutze machen kann. Solche Schweine und barsten Diebe aber sind auch heutzutage alle jene, die Meine Lehre zu einem barsten Handelsartikel machen und sich für jegliches Wort des Evangeliums zahlen lassen und so auch die Worte des Lebens in ihren Unrat mengen, um daraus eine neue wundertätige und sehr viel Geld eintragende Substanz zu bereiten. Blicke hin auf alle die Wunderbilder in den nahe zahllos vielen steinernen, tönernen und hölzernen Bethäusern; sind sie nicht alle mit Meinen Perlen unterspickt? Siehe an alle die zeremoniellen Gegenstände; da ist aber auch nicht eines, bis zum Kirchenstaube selbst, das da nicht mit eben den Perlen wo nur möglich kleinst umwunden und durchwebt wäre! - Ich meine, es wird kaum nötig sein, dir mehr darüber zu sagen. Die ersten Apostel haben dieses Gebot auch sorgfältigst beachtet; aber bei der stets größeren Ausbreitung des Wortes war es denn wohl unmöglich zu verhindern, daß nicht auch auf der offenen Erde Schweine und Diebe in Meinen großen Weinberg hätten gelangen sollen. Also war auch das Gebot in sich selbst allzeit beachtet worden. Da aber doch auch Schweine und Diebe lebendige Geschöpfe sind, die auch ihren freien Willen haben, so konnten sie auch wohl in den großen Weinberg geraten und da begehen einen ziemlichen Raub! Sie haben daher auch nur, was sie gestohlen und geraubt haben - aber nicht, was ihnen wäre gegeben worden. Was sie aber haben, ist darum tot und nützet ihnen nicht zum Leben, sondern nur zum Tode, indem sie voll der schmählichsten Unlauterkeit ihre Hände in Meine Schüssel tauchen. Wer die Perle hat und hat sie nicht von Mir lebendig, sondern anderswoher, der ist ein Dieb, ein Räuber und ein Schwein; diesen wäre aber auch ein Mühlstein am Halse in des Meeres Tiefe besser, als solch eine Perle! Denn diese werden ihrem Richter nicht entgehen, den sie doch in sich tragen. Wer es aber von Mir, dem Vater, erlernt und das Wort hat lebendig, der hat es gerecht; aber er habe ebenfalls acht, daß er dann die Perlen nicht den Schweinen vorwerfe! - Also ist solches zu verstehen, und also verstehe es du, Mein Sohn, Amen. <HIGA III,S.196/4/7-12: Die Perlen werft nicht vor die Schweine>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 192 →
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