Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Das Schwarze bedeutet im allgemeinen das Böse, insbesondere das Eigene des Menschen, weil dieses nur böse ist. Das Dunkle aber bedeutet das Falsche und insbesondere die Grundsätze des Falschen. Es erscheinen auch in Wirklichkeit Farben im anderen Leben, und zwar so schöne und glänzende, daß sie nicht beschrieben werden können; dieselben sind aus verschiedener Mischung von Licht und Schatten in Weiß und Schwarz, aber das Licht dort, obwohl es als Licht vor den Augen erscheint, ist doch nicht wie das Licht in der Welt. Das Licht im Himmel hat in sich Einsicht und Weisheit, denn die göttliche Einsicht und Weisheit vom Herrn stellt sich als Licht dort dar, und erleuchtet auch den ganzen Himmel. Auch ist der Schatten im anderen Leben, obwohl er als Schatten erscheint, doch nicht wie der Schatten in der Welt, denn der Schatten dort ist Abwesenheit des Lichts, mithin Mangel an Einsicht und Weisheit; daher nun kommt das Weiße und das Schwarze, und weil dieses aus dem Licht dort, in welchem ist Einsicht und Weisheit, und aus dem Schatten, welcher ist der Mangel derselben, entsteht, so ist klar, daß durch dasselbe, nämlich durch das Weiße und Schwarze, solches bezeichnet wird. <HG 3993>
Das Schwarze bedeutet das Nicht-Wahre, weil weiß das Wahre bedeutet. Der Grund, warum weiß vom Wahren gesagt wird und es bedeutet, ist, weil das Weiße seinen Ursprung hat aus der Helle des Lichts und das Licht das Wahre bedeutet. Und der Grund, warum schwarz vom Nicht-Wahren gesagt wird und es bedeutet, ist, weil das Schwarze seinen Ursprung hat aus der Finsternis oder Beraubung des Lichts; die Finsternis aber, weil sie aus der Beraubung des Lichts entsteht, bedeutet das Nichtwissen des Wahren. <EKO 372>
Hohelied 1/5: Ich bin schwarz, aber gar lieblich ihr Töchter Jerusalems”. Simon: Dies nun in unsere natürliche Zunge übertragen, kann doch nichts anderes besagen als: Ich, der Herr, nun in der Welt bei euch blinden und vielfältig hochmütigen Menschen, bin von euch meistens ungekannt und von eurer hohen Welt tiefst verachtet. <JE IV,171/4>
Die Sättigung zwischen Grün und Weiß spricht sich allzeit so gut durch die rote Farbe aus, wie sich die durch den Glauben genährte und gesättigte Hoffnung vollkommen in der Liebe ausspricht, deren entsprechende Farbe eben das Rot ist. - Ihr solltet zwar die Sache nun wohl verstehen und einsehen; aber ich erschaue soeben in dieser Beziehung noch eine kleine Lücke in euch, die wir während unserer Gebirgsbesteigung noch gar leicht ausfüllen können. Wie gestaltet aber stellt sich dies Lücke dar? - Seht, ihr versteht noch nicht, wie die eben erklärte gegenseitige Lichtfarbensättigung dem entsprechenden Glauben, der Hoffnung und der Liebe entspricht. So habet denn acht, wir wollen die Sache gleich näher beleuchten. Die weiße Farbe entspricht dem Glauben. Wie aber die weiße Farbe als allerfeinstätherischer Stoff alle anderen Stoffe oder Farben in sich trägt, also trägt auch der Glaube in feinster geistiger Substanz schon alles
Unendliche des Reiches Gottes und des göttlichen Wesens selbst in sich. Ein jeder Mensch aber ist gleich diesem mit grünstrahlenden Bäumchen bewachsenen Berge, von dem die grüne Hoffnungsfarbe beständig ausstrahlt. Und ihr werdet nicht leichtlich auf der ganzen Erde einen hoffnungslosen Menschen finden, während es eine Menge glaubens- und liebelose gibt. Die Hoffnung aber verzehrt sich beständig und gelangt nie zu irgendeiner Kraft, wenn sie nicht eine gerechte Nahrung bekommt, was ihr aus einer Menge moralischer und naturmäßiger Beispiele auf eurer Erde zur übergenüge erschauen könnet. Als moralische Beispiele können auch alle erdenklichen Grade und Arten der Verzweiflung hinreichend belehrend dienen, denn eine jede Verzweiflung hat sicher ihren Grund in der sich selbst völlig aufgezehrten Hoffnung. - Naturmäßige Beispiele sind mehrere vorhanden. Setzet einmal einen Blumentopf auf längere Zeit an einen vollkommen finsteren Ort; beschauet ihn dann etwa nach einem Vierteljahre, und ihr werdet nur gar zu klar finden, wie sehr da die grüne Farbe in eine weißblaßgelbe, also in die völlige Farbe des Todes übergegangen ist. Es versteht sich von selbst, daß man hier nur die Farbe der belebten Pflanzenwelt, aber nicht die Farbe der Mineralien verstehen muß, da in den Mineralien diese Farbe wie vollkommen gefangen ist und einem in der Hoffnung abgestorbenen Menschen gleicht, wo ebenfalls seine Hoffnung mit ihm selbst gefangen genommen ward. Aus diesem Grunde kommen denn auch solche Menschen jenseits zumeist in einer dunkelgrünen Farbe zum Vorschein, die nach und nach durch die Einsicht, daß ihre entsprechende Hoffnung nicht realisiert werden kann, entweder in die schimmelgraue oder gar in die vollkommen schwarze übergeht, welche letztere Farbe aber eigentlich gar keine Farbe mehr ist, wie auch gar kein Licht, sondern es ist der vollkommen Mangel an allem. Also ist hier darum nur von der lebendigeren Pflanzenfarbe die Rede. <GS II,28/7-12>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 190 →
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