Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
“Strecke deine Hand aus und ergreife den Schwanz” bedeutet die Macht zu erheben über das Letzte des Sinnlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hand, sofern sie die Macht bezeichnet; und aus der Bedeutung des Schwanzes der Schlange, sofern er das Letzte des Sinnlichen bezeichnet; die Erhebung wird durch ausstrecken und ergreifen bezeichnet; denn wer die Hand ausstreckt, und etwas, das auf der Erde kriecht, ergreift, der erhebt es. Weil durch die Schlange das getrennte Sinnliche und daher das Vernünfteln aus dem getrennten Sinnlichen über Glaubenswahrheiten bezeichnet wird, so wird durch den Schwanz der Schlange das Falsche selbst bezeichnet, denn dieses ist das Letzte oder Unterste; und wer im Falschen, somit im Letzten oder Untersten ist, der blickt ganz nach unten oder nach außen, d.h. in die Welt und auf die Erde, nicht aber nach oben oder nach innen, d.h. auf den Himmel oder zum Herrn. Der Schwanz bezeichnet überhaupt das getrennte Sinnliche, das nicht nach oben, sondern nach unten, somit nicht zum Himmel, sondern zur Erde blickt, folglich das Falsche. <HG 6952>
“Und den Schwanz” bedeutet alles Wahre daselbst. Dies erhellt aus der Bedeutung des Schwanzes des Widders, insofern er das Wahre bezeichnet. Der Schwanz bedeutet aber das Wahre, weil er das Letzte ist, und in dem Letzten ist das Wahre. Der Schwanz ist auch wirklich das Letzte des großen und kleinen Gehirns, denn diese setzen sich fort in dem Marke des Rückgrates, welches sich auch im Schwanze endigt, und dieser ist somit das letzte Anhängsel desselben; deshalb wird gesagt, daß bei den Schlachtopfern “der Schwanz dicht am Rückgrat entfernt werden sollte”. Der Schwanz bedeutet das Wahre im Letzten und im entgegengesetzten Sinn das Falsche. <HG 10071>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 186 →
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