Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Schreien, sofern es das Falsche bezeichnet. <HG 5011>
“Und sie schrieen vor ihm Abrech” bedeutet die Anerkennung durch Glauben und Anbetung. Dies erhellt aus der Bedeutung von schreien, sofern es ist Anerkennung durch den Glauben. Weil das Geschrei ebenfalls ein Akt ist, der dem lebendigen Bekenntnis oder der Anerkennung aus Glauben entspricht, deswegen ist auch bei den Alten der Brauch des Schreiens üblich, wenn dergleichen bezeichnet werden sollte; und
deswegen wird im Wort hie und da schreien genannt, wenn vom Bekenntnis und der Anerkennung aus Glauben die Rede ist. Weil schreien die Anerkennung aus Glauben und daher die Aufnahme infolge dieser Anerkennung bedeutete, deswegen heißt es einige Male vom Herrn, daß Er geschrien habe. Im entgegensetzten Sinn bedeutet schreien die Nichtanerkennung, somit Verschmähung. <HG 5323>
“Darum schreien sie, und sprechen: laß uns gehen und opfern unserem Gott” bedeutet, darum beschäftigten sie sich so angelegentlich mit dem Gedanken an einen solchen Gottesdienst. Dies erhellt aus der Bedeutung von schreien, sofern es hier soviel ist als denken, denn durch sprechen und reden wird das Denken bezeichnet; darum auch durch schreien, aber durch schreien ein starkes und mit der völligen Absicht zu tun verbundenes Denken. Daher wird gesagt, sie beschäftigten sich so angelegentlich mit dem Gedanken. <HG 7119>
“Und schrieen zu Pharao” bedeutet den Unwillen, den sie denen gegenüber bezeugten, die anfochten. Dies erhellt aus der Bedeutung von schreien, sofern es heißt seinen Unwillen bezeugen, nämlich darüber, daß sie geschlagen, d.h. durch hereingeworfenes Falsches verletzt worden seien, und daß kein Stroh zum Ziegelmachen gegeben wurde, d.h., daß sie nur Erdichtetes und Falsches aufnehmen und einflößen sollten; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er die bezeichnet, die anfechten. <HG 7142>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 169 →
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