Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Die Verbindung des Menschen mit dem Herrn geschieht nicht mit dem höchsten Göttlichen Selbst, sondern mit Seinem Göttlich-Menschlichen; denn der Mensch kann sich von dem höchsten Göttlichen des Herrn gar keine Vorstellung machen, sondern es übersteigt sein Denken so, daß es ganz zugrunde geht und zunichte wird; wohl aber kann er vom Göttlich-Menschlichen des Herrn eine Vorstellung haben; denn jeder wird verbunden vermittelst seines Denkens und seiner Neigung mit dem, wovon er eine Vorstellung hat, nicht aber mit dem, wovon er keine haben kann. Wenn man an das Menschliche des Herrn denkt, dann denkt man, wenn der Vorstellung ein heiliges Gefühl innewohnt, auch an das Heilige, das vom Herrn den Himmel erfüllt, also auch an den Himmel; denn der Himmel in seiner Zusammenfassung stellt einen Menschen dar und zwar geschieht dies vom Herrn. Die Verbindung des Herrn mit dem Menschen verhält sich gemäß dem Stande seines Denkens und seiner Neigung. Diejenigen, die in der heiligsten Vorstellung vom Herrn sind und zugleich in den Gedanken und Neigungen des Guten und Wahren, wie es diejenigen sein können, die innerhalb der Kirche sind, sind mit dem Herrn verbunden in Ansehung Seines göttlich Vernünftigen; die aber nicht in solch heiliger Anschauung sind, und nicht in einer so inneren Vorstellung und Neigung, aber doch im Guten der Liebtätigkeit, sind mit dem Herrn verbunden in Ansehung Seines göttlich Natürlichen. Die aber, die eine noch gröbere und weniger heilige Anschauung haben, sind mit dem Herrn verbunden in Ansehung Seines göttlich Sinnenhaften. Diese Verbindung ist es, die vorgebildet wird durch die eherne Schlange, daß nämlich diejenigen, die dieselbe anschauten, vom Biß der Schlange wieder genasen. In dieser Verbindung befinden sich diejenigen unter den Heiden, die Götzendiener sind, und doch gemäß ihrer Religion in Liebtätigkeit leben. <HG 4211>
Weil das Feldzeichen, das in der Grundsprache mit demselben Wort ausgedrückt wird, wie das Panier eine Versammlung bedeutete und auch Schutz, wenn es vom Herrn gesagt wurde, deshalb wurde ausdrücklich befohlen, daß eine eherne Schlange als Panier aufgerichtet werden sollte, worüber es heißt: 4.Mose 21/8,9: “Jehovah sprach zu Mose: Mache dir eine Schlange, und stelle sie auf zum Zeichen; und es wird geschehen, ein jeder, der gebissen worden ist, und sie ansieht, wird leben. Und Mose machte eine eherne Schlange, und stellte sie auf zum Zeichen; und es geschah, wenn eine Schlange einen Mann gebissen hatte, und er sah die eherne Schlange an, wurde er wieder gesund”: daß die eherne Schlange den Herrn vorbildete, sehe man Joh.3/14,15; daß sie auch den Schutz vorbildete, ist klar, denn die Genesung durch das Ansehen der Schlange auf dem Panier bezeichnete die Heilung von dem Bösen des Falschen durch das gläubige Hinblicken auf den Herrn; denn der Herr sagt in der angeführten Stelle bei Joh.3/14: “Gleich wie Moses eine Schlange in der Wüste erhöhet hat, also muß des Menschen Sohn erhöhet werden, damit ein jeder, der an Ihn glaubt, nicht verlorengehe, sondern das ewige Leben habe”. <HG 8624>
Wer da weiß, was das Erz bedeutet, der kann auch in das Geheimnis dringen, weshalb befohlen wurde, daß eine eherne Schlange aufgestellt wurde zum Anblick für das Volk, wovon es 4.Mose 21/6,8,9 heißt: “Jehovah sandte Schlangen unter das Volk, die das Volk bissen, und sprach zu Mose: Mache dir eine Schlange und richte sie auf als ein Zeichen, und es wird geschehen, ein jeder, der gebissen worden ist und sie ansieht, wird leben. Und Moses machte eine Schlange von Erz und richtete sie auf als ein Zeichen, und es geschah, wenn eine Schlange einen Mann gebissen hatte und er die Schlange von Erz ansah, so genas er wieder”. Daß dieselbe den Herrn bezeichnete, lehrt Er selbst Joh.3/14,15: “Gleich wie Moses eine Schlange in der Wüste erhöhet hat, so muß der Sohn des Menschen erhöht werden, auf daß jeder, der an Ihn glaubt, nicht verloren werde, sondern das ewige Leben habe”. Durch die Schlange wird das bezeichnet, was das Letzte des Lebens beim Menschen ist und das äußere Sinnliche genannt wird, das natürlich ist. Weil dieses Letzte im Herrn göttlich war, darum wurde bei den Söhnen Israels, bei denen alles vorbildlich war, eine eherne Schlange gemacht und bedeutete, wenn sie zum Göttlich-Menschlichen des Herrn aufsehen würden, so würden sie genesen, d.h., wenn sie an Ihn glauben würden, so würden sie ewiges Leben haben. Wie auch der Herr selbst lehrt. <EKO 70>
Auch wird das Sinnliche, welches das Letzte des Lebens des Menschen ist, bezeichnet durch “Schlangen oder Drachen, die gesandt wurden gegen das Volk, das nach Ägypten zurückkehren wollte”; aber die Heilung vom Biß solcher Schlangen durch das göttlich Sinnliche des Herrn wird bezeichnet durch “die eherne Schlange, die auf ein Panier gesetzt wurde, und von deren Anblick sie wieder genasen”: 4.Mose 21/5-9. Das göttlich Sinnliche des Herrn wird gesagt, weil der Herr, als Er in der Welt war, Sein ganzes Menschliches bis zu diesem Letzten verherrlicht, d.h. göttlich gemacht hat, wie daraus erhellen kann, daß
Er nichts im Grabe ließ, und daß Er zu Seinen Jüngern sagte: “Er habe Gebeine und Fleisch, die ein Geist nicht hat”: Luk.24/39,40. Das letzte Sinnliche, das der Herr ebenfalls verherrlicht oder göttlich gemacht hat, wird bezeichnet durch die eherne, auf ein Panier gesetzte Schlange, von welcher der Herr selbst sagt Joh.3/14,15: “Gleichwie Moses eine Schlange erhöht hat, also muß erhöht werden der Sohn des Menschen, auf daß jeder, der an Ihn glaubt, nicht verlorengehe, sondern das ewige Leben habe”. Durch ein solches Zeichen wurde der Herr dem israelitischen und jüdischen Volke vorgebildet, weil sie ganz sinnlich waren, und der sinnliche Mensch sein Denken, wenn es zum Herrn gerichtet wird, nicht weiter und über das Sinnliche erheben kann; denn ein jeder sieht den Herrn an gemäß der Erhebung seines Verstandes, der geistige Mensch erhebt sich zum göttlich Vernünftigen, und so weiter. Aus diesem wird klar, daß auch durch die eherne Schlange das Sinnliche bezeichnet wird, aber das verherrlichte oder göttlich Sinnliche des Herrn. <EKO 581>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 143 →
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