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scheren: die Herde scheren – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

“Laban war gegangen, die Herde zu scheren” bedeutet den Zustand der Nutzwirkung und des Zweckes des Guten, das die Herde Labans bezeichnet. Dies erhellt aus der Bedeutung von scheren, insofern es die Nutzwirkung und somit der Zweck ist; denn die Nutzwirkung ist der Zweck, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung der Herde, insofern sie das Gute bezeichnet. Hieraus erhellt, daß der Zustand der Nutzwirkung und des Zweckes bezeichnet wird durch “gehen, um zu scheren”. Daß die Herde scheren, bedeutet Nutzen stiften, erhellt daraus, daß das Scheren der Herde im inneren Sinn nichts anderes bedeutet als eine Nutzwirkung; denn dadurch erhält man die Wolle. <HG 4110>

scheren (rasieren, Haare schneiden) “Und er beschor sich” bedeutet die Verwerfung und Veränderung in betreff dessen, was dem auswendigeren Natürlichen angehört. Dies erhellt aus der Bedeutung von bescheren, nämlich das Haupt und den Bart, sofern es ist wegwerfen solches, was dem auswendiger Natürlichen angehört; denn das Haupthaar oder Haar, das geschoren wurde, bedeutet dieses Natürliche. Auch entspricht das Haar sowohl des Hauptes als des Bartes im Größten Menschen dem auswendiger Natürlichen. Sinnliche Menschen, d.h. diejenigen, die eben nichts als das Natürliche geglaubt hatten, und nicht einsehen wollten, daß es etwas Inwendigeres und Reineres gebe, als was sie mit den Sinnen begreifen konnten, erscheinen deshalb auch im anderen Leben im Lichte des Himmels haarig, so daß das Angesicht kaum etwas anderes ist als Barthaar. Solche haarige Gesichter sind mir (Swedenborg) vielmal erschienen. Diejenigen aber, die vernünftige Menschen gewesen sind, d.h. geistige, bei denen das Natürliche gehörig untergeordnet gewesen war, erscheinen anständig behaart. Ja, am Haar kann man im anderen Leben erkennen, wie beschaffen sie sind in Ansehung des Natürlichen. Daß die Geister mit ihrem Haar erscheinen, hat den Grund, weil die Geister im anderen Leben ganz erscheinen wie die Menschen auf der Erde. Daher kommt es auch, daß die erschienen Engel im Wort auch zuweilen hinsichtlich der Haare beschrieben werden. Das Haar bescheren bedeutet auch das Natürliche nicht verwerfen, sondern anpassen, daß es übereinstimmt, somit unterordnen. <HG 5247>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 98 →

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