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Säugling – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

Kindlein oder Knäblein bedeutet im Wort die Unschuld, dann auch die Liebe, denn wahre Unschuld gibt es nicht ohne Liebe und wahre Liebe nicht ohne Unschuld, die im Wort unterschieden werden durch Säuglinge, Kinder und Knäblein; und weil wahre Unschuld nicht möglich ist ohne wahre Liebe und Liebtätigkeit, so werden auch durch ebendieselben, nämlich Säuglinge, Kinder und kleine Knaben, bezeichnet drei Grade der Liebe, welche sind zärtliche Liebe wie des Säuglings gegen die Mutter oder Amme; Liebe wie die des Kindes gegen die Eltern; und Zuneigung wie des Knäbleins gegen den Lehrer. Der Herr selbst wird genannt Kindlein oder Knäblein, weil Er die Unschuld selbst und die Liebe selbst ist. <HG 430>

Säuglinge und Säugammen werden einigemal im Wort erwähnt, und es wird durch sie der erste Zustand der kleinen Kinder bezeichnet, und daß dieser Zustand ist der Stand der Unschuld, leuchtet ein. Denn sobald der Mensch geboren wird, wird er in den Stand der Unschuld eingeführt, auf daß er die Grundlage der übrigen Zustände und der inwendigste in ihnen sei, und dieser Zustand wird im Wort bezeichnet durch den Säugling. Hernach in den Zustand der Neigung zum himmlisch Guten, d.h. der Liebe zu den Eltern, die bei ihnen anstatt der Liebe zum Herrn ist, dieser Zustand wird bezeichnet durch das Kind. Nachher in den Zustand der Neigung zum geistig Guten oder zur gegenseitigen Liebe, d.h. zur Liebtätigkeit gegen ihresgleichen, und dieser Zustand wird bezeichnet durch Knaben. Wenn er noch mehr heranwächst, in den Zustand der Neigung zum Wahren und dieser Zustand wird bezeichnet durch Jünglinge; die folgenden Zustände aber durch Männer, und zuletzt durch Greise. Dieser letzte Zustand, der durch Greise bezeichnet wird, ist der Zustand der Weisheit, in dem die Unschuld der Kindheit. So werden der erste Zustand und der letzte vereinigt, und der Mensch, wenn er ein Greis wird, als wieder ein Kind, aber ein weises eingeführt in das Reich des Herrn. Hieraus kann erhellen, daß die Unschuld der erste Zustand ist, welcher ist der des Säuglings. <HG 3183>

Daß der Jüngling das Schuldlose bezeichnet, kommt daher, weil das Kind im inneren Sinn das Unschuldige bedeutet; denn im Wort wird erwähnt der Säugling, das Kind, der Knabe, und durch diese werden drei Grade der Unschuld bezeichnet. Der erste Grad durch den Säugling, der andere durch das Kind und der dritte durch den Jüngling (oder Knaben). <HG 5236> Siehe auch Kind.

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 70 →

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