Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
“Spezereien zu Salböl” bedeutet die inneren Wahrheiten, die dem einweihenden Guten angehören. Dies erhellt aus der Bedeutung der Spezereien, sofern sie innere Wahrheiten bezeichnen, die Wahrheiten des inneren Guten sind, worüber folgt; aus der Bedeutung des Öls, sofern es das Gute der Liebe bezeichnet; und aus der Bedeutung der Salbung, sofern sie die Einweihung zum Vorbilden bezeichnet; denn die Dinge, die Heiliges vorbilden sollten, wurden mit aromatischen Öl gesalbt und so eingeweiht. Mit wenigen Worten soll noch gesagt werden, warum das Salböl wie auch das Rauchwerk wohlriechend gemacht werden sollte: Öl bedeutet, wie oben gesagt wurde, das Gute der Liebe, und Spezerei das innere Wahre. Das Gute, das der Liebe angehört, kommt nur zum Innewerden durch das Wahre; denn das Wahre ist die Bezeugung des Guten, wie auch die Offenbarung des Guten, und man kann es die Form des Guten nennen. Es verhält sich damit wie mit dem Willen und Verstand beim Menschen. Der Wille kann sich nur offenbaren durch den Verstand, denn der Verstand faßt das Gute des Willens auf und erklärt es. Der Verstand ist auch wirklich die Form des Willens; auch gehört das Wahre zum Verstand und das Gute zum Willen. Aus diesem kann erhellen, warum das Salböl aromatisch gemacht wurde und auch das Rauchwerk, aber der Unterschied ist, daß das Aromatische des Rauchwerks das Wohlgefällige des äußeren Innewerdens bedeutet; denn das Aromatische des Salböls gab einen süßen Geruch ohne Rauch, somit ohne äußere Erscheinung, aber das Aromatische des Rauchwerks mit einem Rauch. <HG 9474>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 21 →
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