← Zurück zu „R“

richten – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

“Will Ich richten”, daß dies die Heimsuchung und das Gericht bedeutet, kann ohne Erklärung erhellen. Durch richten oder Gericht wird nicht ein Jüngstes Gericht bezeichnet, wie viele meinen, daß nämlich Himmel und Erde vergehen werden und so ein neuer Himmel und eine neue Erde geschaffen werden müsse, wovon bei den Propheten und in der Offenbarung die Rede ist, und daß also alles untergehen werde. <HG 1850>

“Und er will den Richter machen”, daß dies bedeutet: “werden diese uns lehren”, erhellt aus der Bedeutung des Richtens, sofern es soviel ist als lehren. Die Gerechtigkeit wird gesagt von der Ausübung des Guten, das Gericht aber vom Unterricht im Wahren, daher es kommt, daß das Richten im inneren Sinn heißt: unterrichten oder lehren. Das Wahre lehren ist soviel als lehren was gut ist, weil alles Wahre auf das Gute abzielt. <HG 2372>

“Dan wird richten sein Volk wie einer der Stämme Israels” bedeutet, daß er eine von den Wahrheiten im allgemeinen bezeichnet, welche die Stämme Israels vorbilden. Dies erhellt aus der Bedeutung von richten, insofern es das Wahre in seinem Amte bezeichnet. Im Worte liest man, daß die vierundzwanzig Ältesten auf Thronen sitzen und die Heiden und Völkerschaften richten werden, ferner daß die zwölf Apostel ebenfalls auf Thronen sitzen werden, um zu richten die zwölf Stämme Israels. Wer den inneren Sinn des Wortes nicht kennt, muß glauben, daß es so geschehen werde. Wie es aber wirklich zu verstehen sei, kann man erkennen, wenn man aus dem inneren Sinn weiß, was die vierundzwanzig Ältesten, die zwölf Apostel, und was die Throne bedeuten, daß sie nämlich alle Wahrheiten in ihrer Zusammenfassung bezeichnen, denen gemäß das Urteil gefällt wird. <HG 6397>

“Da saß Moses, um das Volk zu richten” bedeutet die Bestimmung oder Anordnung des göttlich Wahren bei den Angehörigen der geistigen Kirche in dem Zustande, bevor sie aus dem Guten handeln. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das unmittelbar vom Herrn ausgehende göttlich Wahre darstellt; und aus der Bedeutung von richten, insofern es eine Bestimmung oder Anordnung bezeichnet. Richten bedeutet hier eine Bestimmung, weil das göttlich Wahre niemanden richtet, sondern nur einfließt und geneigt macht, daß man es aufnehme; infolge der Aufnahme bildet sich dann das Urteil gemäß den Gesetzen der Ordnung. Dies wird verstanden unter dem Gerichte des Herrn. <HG 8685>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 400 →

← Zurück zu „R“