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Rebe – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

“Und am Weinstock drei Reben” bedeutet die Abzweigungen davon bis zur letzten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Weinstockes, sofern er das Verständige ist, aus der Bedeutung von drei, sofern es das Erfüllte und bis zum Ende Fortwährende bezeichnet, und aus der Bedeutung der Reben, sofern sie Abzweigungen bezeichnen; denn wenn der Weinstock das Verständige ist, so sind die Reben nichts anderes als Abzweigungen davon, und weil drei das bis ans Ende, oder vom ersten bis zum letzten Fortwährende ist, so werden durch drei Reben bezeichnet die Abzweigungen vom Verständigen bis zum Letzten, welches das Sinnliche ist; denn das erste in der Ordnung ist das Verständige, und das letzte ist das Sinnliche. Das Verständige im allgemeinen ist das Sehvermögen des inwendigen Menschen, das durch das Licht des Himmels, das vom Herrn kommt, sieht, und was es sieht, ist ganz geistig und himmlisch. Das Sinnliche aber im allgemeinen ist dem äußeren Menschen eigen, hier das Sinnliche des Gesichts, weil dieses Sinnliche dem Verständigen entspricht und untergeordnet ist. Dieses Sinnliche sieht aus dem Licht der Welt, das von der Sonne kommt, und was es sieht, ist ganz weltlich, leiblich und irdisch. Es gibt im Menschen Abzweigungen des Verständigen, das im Licht des Himmels ist, bis zum Sinnlichen, das im Licht der Welt ist. Wenn es nicht solche gäbe, so könnte das Sinnliche kein solches Leben haben, wie es das menschliche ist. Das Sinnliche hat kein Leben dadurch, daß es aus dem Licht der Welt sieht, denn das Licht der Welt hat kein Leben in sich, sondern dadurch, daß es aus dem Licht des Himmels sieht; denn dieses Licht hat Leben in sich. Wenn dieses Licht beim Menschen in dasjenige, was aus dem Licht der Welt ist, einfällt, dann belebt es dasselbe, und macht, daß es die Gegenstände verständig sieht, so wie der Mensch. Daher wird dem Menschen aus dem Wißtümlichen, das ausgeboren wurde aus demjenigen, was er in der Welt gesehen und gehört hatte, mithin aus demjenigen, was durch Sinneswahrnehmungen hereingekommen war, Einsicht und Weisheit zuteil, und aus dieser ein bürgerliches, sittliches und geistiges Leben. Was insbesondere die Abzweigungen betrifft, so sind sie beim Menschen von der Art, daß sie nicht mit wenigen Worten erklärt werden können. Es sind Stufen wie bei einer Leiter zwischen dem Verständigen und dem Sinnlichen, aber jene Stufen kann niemand begreifen, wenn er nicht weiß, wie es sich mit denselben verhält: daß sie nämlich voneinander ganz unterschieden sind, und zwar so unterschieden, daß die inwendigeren existieren und bestehen können ohne die äußeren, nicht aber die äußeren ohne die inneren, wie z.B.: Der Geist des Menschen kann bestehen ohne den materiellen Leib und besteht auch wirklich, wenn er durch den Tod vom Leib getrennt wird. Der Geist des Menschen ist auf der inwendigeren Stufe, und der Leib auf der äußeren. <HG 5114>

Johannes: Wie man aber noch gewisserart ein Gemeingeist sein kann, während man an und für sich nur ein spezieller Geist ist, das wollen wir, wie gesagt, aus noch ein paar Stößchen erproben. Ein Stößen liegt offenbar am allerklarsten in

einem Worte des Herrn selbst, allda Er spricht: “Ich bin der Weinstock, und ihr sein die Reben”. - Was will denn das sagen? Wie taugt es zu unserem Begriffe? Der Herr ist der allereigentlichste “Gemeingeist”, da gewisserart ein jeder einzelne Menschen- und Engelsgeist vollkommen Seines Ebenmaßes ist, und dann alle zahllosen Geister zusammengenommen wieder vollkommen ähnlich sind wie in Eins dem Einen Geiste Gottes. Wie es aber vom Herrn gegen jeden einzelnen Geist und gegen alle Geiste in einen zusammengefaßt der Fall ist , also ist es auch gleichermaßen der Fall zwischen den Menschengeistern. Derjenige Menschengeist, der durch seine Liebe, Demut und Weisheit dem Herrn am nächsten ist, der ist schon stets mehr und mehr ein Gemeingeist, weil seine Liebe, Demut und Weisheit gar viele andere Geister in seine Sphäre gezogen haben, und bei manchen noch weiterhin fortwährend ziehen, wenn solche Gemeingeistmenschen auch schon lange nicht mehr leiblich auf der Erde leben. Solches aber stellt sich in der geistigen Welt als ein Verein dar, der also ausgebildet ist, gewisserart in weitester Umfassung, wie der spezielle Gemeingeist für sich selbst ein einzeln persönlich Dastehendes ist. <GS II,66/1-3>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 366 →

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